Mehr Erfolg im Home-Office: 27 essentielle Ratschläge für Dein häusliches Arbeitszimmer

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Bei einem meiner vorherigen Jobs bin ich jeden Tag zwischen fünf und sechs Uhr aufgestanden, um wenigstens früh noch ein paar Stunden Ruhe im Büro genießen und produktiv arbeiten zu können. Spätestens halb 10 war dann aber auch der Letzte da und es wurde laut im Großraumbüro.

Telefone klingeln nahezu ununterbrochen. Ständig hat der Praktikant eine Frage und Kollegen belagern einen mit neuen Aufgaben – im Minutentakt. Man ist gefühlt noch keine Stunde da, hat kaum etwas geschafft und es ist bereits 13 Uhr Mittag.

Nicht nur dass mein Mittagstief mich nun für ein bis zwei Stunden fast komplett aus der Bahn wirft und meine Produktivität gegen Null geht, war das Mensa-Essen auch mal wieder schrecklich und mein Rücken tut mir höllisch weh vom ewigen Sitzen und dem ganzen Stress.

Nicht selten saß ich deshalb 10 Stunden im Büro, um wenigstens ein paar Dinge zu schaffen. Meist hatte ich mir vorgenommen, noch etwas Sport zu machen, was ich dann aber meist aufgrund totaler Erschöpfung hab sein lassen. Und so ging es Tag ein Tag aus.

Das ist weder gut für die eigene Gesundheit noch für den Erfolg des Unternehmens. Denn wie eine Studie feststellte, wird durch die vielen kleinen Unterbrechungen die Fehlerquote verdoppelt und man muss gedanklich jedes Mal einige Sekunden zurückspulen, um seinen Faden wieder zu finden. [1]

Nicht ohne Grund wünschen sich daher mittlerweile ca. 60% der Deutschen zeitweise oder täglich im häuslichen Arbeitszimmer, dem sogenannten Home-Office arbeiten zu können.

Das Home-Office klingt für viele geradezu paradiesisch – eigene Zeiteinteilung, mehr Flexibilität, Freiheit sowie Selbstbestimmung und häufigeres Entspannen.

Und tatsächlich kann die Arbeit von zu Hause viele Vorteile für Mitarbeiter und Unternehmen mit sich bringen. Der stark reduzierte Stress und das entgegengebrachte Vertrauen des Arbeitgebers können die Produktivität erhöhen, den Gesundheitszustand verbessern sowie die Motivation und die Verbundenheit zum Unternehmen deutlich stärken.

Doch nur 10% der Erwerbstätigen arbeitet tatsächlich bereits im Home-Office. Und das liegt überwiegend an der deutschen Präsenzkultur in den Unternehmen. Viele Vorgesetzte vertrauen ihren Mitarbeitern nicht ausreichend. [2]

Dabei sind Beschäftigte, die von zu Hause arbeiten wollen, aber nicht dürfen, unzufriedener und arbeiten unproduktiver. Unzufriedenheit führt bekannter Weise zu häufigeren Jobwechseln. Dabei ist Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg und zu mehr Zufriedenheit. 40% der deutschen Arbeitsplätze wären sogar Home-Office geeignet. [3]

„Freud an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten.“
– Aristoteles

Dabei sind die Folgen unzufriedener Mitarbeiter fatal. Das sind häufige Eigenschaften unzufriedener Mitarbeiter:

  • Ideenarmut und keine Kreativität
  • verrichten „Arbeit nach Plan“ und gehen pünktlich
  • ihnen ist der Firmenauftritt egal und sie bewerten sie ggf. schlecht im Internet
  • sie schaden dem Betriebsklima und verbreiten vielleicht sogar Gerüchte
  • sie schaffen keinen Mehrwert, sind unproduktiv und arbeiten für sich, anstatt für das Unternehmen

Und das kostet die Arbeitgeber richtig Geld. Die daraus resultierenden Produktivitätseinbußen entsprechen einem volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 127 Milliarden Euro pro Jahr. [4]

Dabei haben bereits mehrere Studien zeigen können, dass Mitarbeiter nur dann ihr Potential auf Arbeit komplett ausschöpfen, wenn sie zufrieden und motiviert sind, Verantwortung übertragen bekommen und im richtigen Maß gefordert sind. Nur so kann eine hohe emotionale Bindung zum Unternehmen entstehen.

Befragungen hingegen zeigen, dass das nur bei einem Drittel der Unternehmen scheinbar umgesetzt wird. Schade eigentlich, denn so bringen sich über 60% der Mitarbeiter nur teilweise im Unternehmen ein, engagieren sich nur im geforderten Rahmen oder haben bereits innerlich gekündigt. [5]

Doch das Arbeiten im Home-Office birgt neben seinem großen Potential auch ungewohnte Herausforderungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Welche das sind und wie beide Parteien von diesem Arbeitsmodell maximal profitieren, erfährst Du in diesem Artikel.

Welche Arten von Home-Office gibt es eigentlich?

Telearbeit, Fernarbeit, Teleworking, Telecommuting, e-Work und Home-Office. Viele Bezeichnungen, die alle dieselbe Arbeitsform beschreiben – der Arbeitnehmer arbeitet außerhalb des Firmengebäudes. Das muss nicht zwingend das häusliche Arbeitszimmer sein.

Dabei kann man die Telearbeit in verschiedene Modell-Möglichkeiten unterscheiden:

  • Teleheimarbeit (klassisches Home-Office): Hierbei wird die komplette Arbeitszeit in den eigenen vier Wänden verrichtet.
  • Alternierende Telearbeit: Gearbeitet wird hier abwechselnd im häuslichen Arbeitszimmer oder im Unternehmen.
  • Mobile Telarbeit: Hier kann komplett ortsunabhängig gearbeitet werden. Vertreter, Kundenbetreuer aber auch viele Startups und digitale Nomaden nutzen dieses Prinzip. [6]

Vor- und Nachteile von Home-Office

Viele Arbeitnehmer träumen vom Home-Office und sehen nur die paradiesischen Vorteile wie reduzierter Stress und mehr Flexibilität. Viele Arbeitgeber hingegen befürchten weniger Produktivität und weniger Kontrollmöglichkeiten. Doch welche Vor- und Nachteile hat das Home-Office wirklich?

Vor- und Nachteile von Home-Office für Arbeitgeber

Nur um die 15% der deutschen Arbeitgeber ermöglicht das Arbeiten im häuslichen Arbeitszimmer. In ihren Augen überwiegen die Nachteile wie fehlende Kontrollmöglichkeiten, datenschutzrechtliche und technische Hürden sowie schlechtere Erreichbarkeit.

Dem gegenüber stehen jedoch enorme Einsparpotentiale durch verringerte Büroflächen, geringere Fluktuation, niedrigere Krankenstände (ergo sinkende Personalkosten) und viele weitere, teils durch Studien belegte Vorteile.

Vorteile des Home-Office Mögliche Nachteile des Home-Office
  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung durch Vertrauen
  • Niedrigere Personalkosten durchgeringere Krankenstände und sinkende Fluktuation
  • Reputation des Unternehmens steigt (lockt Fachkräfte)
  • Geringere Kontrollmöglichkeit
  • Datenschutzrechtliche und technische Hürden
  • Vermeintlich schlechtere Erreichbarkeit der Arbeitnehmer
  • Komplexere vertragliche Regelungen (je nach Unternehmen) [7]

Studien um Nicholas Bloom der Stanford Universität konnten zeigen, dass Mitarbeiter im Home-Office durchschnittlich sogar mehr arbeiten als ihre Kollegen direkt im Unternehmen und zugleich auch noch produktiver sind. Dies sei überwiegend auf die gestiegene Konzentration durch weniger Störfaktoren und der verbesserten Motivation und Zufriedenheit zurückzuführen. [8]

Zu schätzen wussten das allerdings nur die wenigsten Vorgesetzten. Denn obwohl die in der Studie ausgewerteten Personen ein jährliches Plus von 1600 Dollar zusätzlich erwirtschafteten (im Vergleich zu ihren Kollegen), wurde die Mehrleistung nicht wahrgenommen oder honoriert. Hier sollten Arbeitgeber und Vorgesetzte entsprechende Vergleichskennzahlen (KPI’s) festlegen und fair vergleichen. [9]

Vor- und Nachteile von Home-Office für Arbeitnehmer

Der technische Fortschritt hat die digitale Kommunikation revolutioniert und ermöglicht ortsunabhängig von nahezu jedem Ort auf der Welt mit anderen Menschen in Echtzeit in Verbindung zu treten.

Aber nicht nur deshalb wächst der Wunsch bei vielen Arbeitnehmern nach der Arbeit im Home-Office. Das häusliche Arbeitszimmer bietet zahlreiche Vorteile. So verbessert der reduzierte Stress die Gesundheit und erhöht die Produktivität.

Dass die Mitarbeiter dabei an bezahlte Freizeit denken, ist ein Mythos der Arbeitgeber. Denn das entgegengebrachte Vertrauen und die Flexibilität werden mit höchster Dankbarkeit angenommen. Es verbessert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Und wer will es sich schon mit einem erstklassigen Arbeitgeber versauen?!

Vorteile des Home-Office Nachteile des Home-Office
  • einfachere Verbindung von Beruf & Familie
  • flexiblere Zeiteinteilung
  • fehlender Arbeitsweg
  • Unabhängigkeit von Witterungsbedingungen
  • höhere Eigenverantwortung & Motivation
  • erhöhte Produktivität
  • weniger Störfaktoren
  • Unfallversicherung des Arbeitgebers greift trotzdem
  • Gefahr der sozialen Isolation
  • Gefahr der Scheinselbstständigkeit bei Arbeit auf Rechnung
  • Schwierigkeiten bei der Trennung von Berufs- und Privatleben
  • Bewegungsmangel unter Umständen [7] [10]

Wie man bereits am Verhältnis der Vor- und Nachteile sieht, überwiegen die positiven Effekte. Außerdem sind es auch nur mögliche negative Effekte, die zwar auftreten können, aber vermeidbar sind.

Um die Vorteile des Home-Office optimal nutzen und die Nachteile möglichst eliminieren zu können, gibt es einige persönliche, räumliche und technische Voraussetzungen zu erfüllen beziehungsweise anzueignen.

Voraussetzungen um im Home-Office erfolgreich arbeiten zu können

1

Persönliche Voraussetzungen

Zu Hause guckt Dir kein Chef über die Schulter. Niemand kontrolliert direkt, ob Du gerade auf Facebook unterwegs bist oder Deiner Arbeit nachgehst. Das ist auch gut so, denn übermäßige Kontrolle macht unzufrieden. Aber wer nicht ausreichend selbstdiszipliniert ist, hat am Ende des Tages nichts geschafft. Damit setzt man sich unnötig unter Druck, verplempert sinnlos seine Zeit und der Vorgesetzte wird es auch irgendwann mitbekommen.

Genauso wichtig ist es, nicht zum Workaholic zu mutieren und durch Selbstkontrolle regelmäßig Pausen zu machen und auch einen Feierabend zu kennen. Sonst grüßt Onkel Burnout recht schnell und soziale Kontakte verabschieden sich.

Außerdem solltest Du mit der ständigen Ruhe klar kommen können. Manche Menschen brauchen ständigen sozialen Kontakt und werden alleine sogar regelrecht depressiv.

Zu guter Letzt muss die Akzeptanz der Familie auch da sein. Denn nichts ist ein größerer Produktivitätskiller, als ständiges Stören durch „kleine Bitten“ oder quengelnde Kinder.

Hier sollten klare Regeln festgelegt und bestenfalls ein separater Raum eingerichtet werden.

Selbsttest: Bist Du fürs Home-Office geeignet?

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Wenn Du die Fragen mit Ja beantworten kannst, kannst Du Dich direkt mit der nächsten Voraussetzung beschäftigen. Anderenfalls solltest Du über andere Möglichkeiten nachdenken oder nur zeitweise von zu Hause arbeiten.

2

Räumliche und technische Voraussetzungen

Dass Du nicht auf dem Sofa oder am Küchentisch arbeiten kannst, sollte klar sein. Auch wenn Du bereits eine Arbeitsecke hast, empfehle ich Dir diese bestmöglich von anderen Bereichen zu trennen.

Bestenfalls hast Du ein separates häusliches Arbeitszimmer, das Du Deinen beruflichen Anforderungen entsprechend gestalten kannst.

Die klare räumliche Trennung von privatem und beruflichem ist entscheidend, um auch emotional abschalten zu können sowie ausreichenden Fokus während der Arbeitszeit zu entwickeln.

Wichtig ist auch die entsprechende Ausstattung Deines Arbeitszimmers für effektives Arbeiten. Im Normalfall sollte Dein Arbeitgeber hierfür die technischen Voraussetzungen mit einem Arbeitslaptop sowie nötigem Zubehör stellen. Nicht selten wird sich auch auf eine anteilige Übernahme der Kosten wie Strom und Miete geeinigt.

Achte vor allem auch auf einen ergonomischen Arbeitsplatz mit der richtigen Beleuchtung und gutem Raumklima.

Sollte Dein Arbeitgeber nicht oder nicht für alle Notwendigkeiten aufkommen, so besteht auch die Möglichkeit der steuerlichen Absetzung Deines häuslichen Arbeitszimmers (hierzu später mehr).

3

Wie Du Deinen Arbeitgeber überzeugst

Du kennst nun die Vorteile von Home-Office gegenüber dem klassischen Büro. Schließlich gilt es Deinen Chef ebenfalls zu überzeugen. Und das bekommst Du am besten mit guter Vorbereitung hin. Ich empfehle ein übersichtliches Handout zu erstellen mit den …

  1. wichtigsten Vorteilen aber auch eventuellen Risiken und möglichen vorbeugenden Maßnahmen, damit Dein Vorgesetzter sieht, dass Du Dich eingehend mit dem Thema Home-Office beschäftigt hast. Zum Beispiel könnt ihr regelmäßige Skype-Meetings und Kennzahlen festlegen.
  2. Stütze die Vorteile mit Fakten. Hierzu kannst Du gerne auf diesen Artikel verweisen oder auf die von uns genutzten Quellen zurückgreifen. Insbesondere diese Studie der Stanford Universität solltest Du zitieren: Home-Office Arbeiter waren in einer Vergleichsstudie 13% effektiver und haben jährlich 1800 Dollar an Kosten gespart bzw. zu mehr Gewinn beigetragen als ihre Kollegen im Büro. [8]
  3. Sei auf schwierige Rückfragen vorbereitet und überlege Dir, wonach Dein Chef fragen könnte. Du kennst ihn am besten. Empfehlen kann ich Dir jedoch, immer ehrlich zu sein und wenn Du mal auf eine Frage keine Antwort hast, sage ihm, dass Du Dir Gedanken machen und eine Lösung präsentieren wirst.
  4. Falls Dein Vorgesetzter zögerlich ist, kannst Du ihm auch eine Probezeit vorschlagen.
Wusstest Du: Am 10. November ist internationaler Home-Office Tag

Home-Office Regelungen im Vertrag festhalten: Darauf sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer achten

Anders als in den Niederlanden gibt es in Deutschland aktuell kein Recht auf Home-Office. Der Arbeitgeber hat ein Weisungsrecht und darf somit auch den Ort der Arbeitsleistung bestimmen.

Hat man sich aber einvernehmlich auf Home-Office (ob tageweise oder ganztags) geeinigt, sollte man klare Regeln für beide Seiten so detailliert wie möglich schriftlich festhalten.

Insbesondere Erwartungen, Ziele, Tätigkeiten, Arbeitsumfang und Feedbackgespräche/Meetings sollten klar definiert werden.

Auch wenn viele Mitarbeiter im Home-Office ihre Pendlerkosten sparen können, so entstehen ihnen doch Mehrkosten durch Strom, Internet, Mobiliar etc. Daher sollte eine Klärung über die Kostenbeteiligung durch den Arbeitgeber ebenfalls Bestandteil der Home-Office-Regelung sein.

Sofern die Miete oder andere Kosten nicht übernommen werden, besteht die Möglichkeit der steuerlichen Absetzung.

Stellt Dein Arbeitgeber hingegen die komplette Büroeinrichtung, so ist dies als geldwerter Vorteil steuerlich zu vermerken. Bekommst Du jedoch nur einen Teil überlassen, muss dies nicht versteuert werden. In jedem Falle, sollten beide Parteien im Vorfeld die steuerlichen Fragen einvernehmlich klären und schriftlich festhalten. [11]

Diese Punkte sollten detailliert im Arbeitsvertrag definiert werden:

  • Arbeitszeit – auch für das häusliche Arbeitszimmer gelten die üblichen Arbeitszeit- und Pausenregelungen. Im Durchschnitt sollte also nach 8 Stunden Schluss sein.
  • Kosten für das häusliche Arbeitszimmer – Wer übernimmt was? Wie bspw. Miete, Strom, Internet, Computer, Drucker, Handy, ergonomischer Bürostuhl, Schreibtisch (bestenfalls höhenverstellbar), Glühbirnen, Wartung etc.
  • Zutrittsrecht für den Arbeitgeber (Fürsorgepflicht) – Zur Kontrolle der Einhaltung von Schutz- und Sicherheitsvorschriften. Ein Arbeitszimmer muss bspw. ein Fenster und eine Heizung haben.
  • Der Ersatz für Fahrtkosten in den Betrieb und anderweitige Reisekosten [12]
Wenn eine Home-Office Vereinbarung einmal getroffen ist, so kann sie arbeitgeberseitig nicht ohne weiteres wieder aufgehoben werden. Es sei denn es liegen dringende betriebliche Erfordernisse zu Grunde. Dies hat ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf beschlossen (Aktenzeichen 12 Sa 505/14). [13]

Häusliches Arbeitszimmer: Möbel und Co. in der Steuererklärung absetzen

In den seltenen Fällen, in denen Dein Arbeitgeber Dein häusliches Arbeitszimmer nicht oder nur teilweise bezahlt oder Du freiberuflich oder selbstständig tätig bist, kannst Du unter gewissen Voraussetzungen Dein Home-Office steuerlich geltend machen und somit in der Steuererklärung absetzen.

Die Hauptvoraussetzung, um Dein häusliches Arbeitszimmer von der Steuer abzusetzen, ist es, dieses „ausschließlich oder nahezu ausschließlich zur Erzielung von Einkünften“ zu nutzen (Bundesfinanzhof in München). [14]

Damit wird beispielsweise die klassische Arbeitsecke komplett von der steuerlichen Absetzbarkeit ausgeschlossen. Nur separate Arbeitszimmer kommen noch in Frage und auch nur dann, wenn sie folgende Bedingungen erfüllen:

  1. Private Nutzung unter 10%
  2. Separater Raum
  3. Einrichtung als Arbeitsraum (private Gegenstände unter 10%)
  4. Genügend Wohnraum trotzdem noch vorhanden

Treffen diese Punkte zu, kannst Du die kompletten Kosten Deines Home-Office absetzen, sofern Du überwiegend von zu Hause aus arbeitest.
Ist der qualitative berufliche Schwerpunkt nicht im häuslichen Arbeitszimmer (bspw. bei nur teilweiser Arbeit im Home-Office), dann sind die Kosten nur bis zur Höchstgrenze von 1.250€ von der Steuer absetzbar.

Folgendes kannst Du in Deine Steuerklärung mit aufnehmen:

  • Einrichtung oder nachträgliche Errichtung des Arbeitszimmers
  • Renovierung des Arbeitszimmers
  • Abschreibungen & Betriebskosten
  • Hausratversicherung
  • Miete sowie Nebenkosten
  • Reinigungskosten
  • Umzugskosten
  • Gartenerneuerung

Dabei werden die Kosten zur Unterhaltung des Arbeitszimmers nach dem Arbeitszimmeranteil übernommen. Das bedeutet, wenn dein Arbeitszimmer 10% Deiner Wohnung ausmacht, so werden auch beispielsweise nur 10% der Stromkosten übernommen.

Den Arbeitszimmeranteil bestimmst Du so:
Arbeitszimmeranteil = Fläche des Arbeitszimmers / Gesamtfläche der Wohnung * 100 [15]

27 Home-Office Tipps für maximale Produktivität und mehr Freizeit

Für alle Home-Office-Arbeiter habe ich 27 entscheidende Tipps für maximale Produktivität und Erfolg beim Arbeiten im häuslichen Arbeitszimmer erstellt.

Dein Arbeitszimmer

  1. Richte Dir Dein Home-Office in einem separaten Zimmer ein. Das hilft Dir bei Deiner Work-Life-Balance und minimiert Störfaktoren
  2. Reduziere persönliche Dinge und gestalte Dein häusliches Arbeitszimmer, wie Du auch Dein Büro direkt im Unternehmen einrichten würdest. Fotos Deiner Liebsten sind natürlich erlaubt. Ein Fernseher, Deine Spielekonsole oder Ähnliches haben hier aber nichts zu suchen.
  3. Sorge für Ergonomie am Arbeitsplatz. Zahlreiche Studien zeigen, dass dauerhaftes statisches Sitzen die Ursache vieler „Wohlstandskrankheiten“ ist und ähnliche Gesundheitsrisiken, wie das Rauchen mit sich bringt. [16] [17]
    Zeit also mehr Bewegung in Deinen Arbeitstag zu bringen. Vor allem zu Hause ist das wichtig, da man hier dazu verleitet wird, den ganzen Tag im Arbeitszimmer zu sitzen.
    Die Basis für einen ergonomischen Arbeitsplatz und mehr Bewegung im häuslichen Arbeitszimmer bilden ein ergonomischer Bürostuhl, ein elektrisch höhenverstellbarer Schreibtisch und die optimale Anpassung von beidem an die persönlichen Bedürfnisse.

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  4. Achte auf ein optimales Raumklima für maximale Konzentration. Die Temperatur am Arbeitsplatz sollte je nach Empfinden zwischen 21-24°C liegen bei einer Luftfeuchte von 40-60%.
  5. Für unser Wohlbefinden und klare Gedanken ist frische Luft essentiell. Hole Dir daher luftreinigende Pflanzen. Sie verschönern nicht nur Dein Arbeitszimmer, sondern tun auch Deiner Gesundheit gut!
    • Das Einblatt als Luftreiniger
    • Der Drachenbaum als Schadstoffkiller
    • Die Zimmerlinde gegen trockene Luft
    • Die Grünlilie als Schadstoffabbauer
    • Der Boston Farm als Staubfänger
  6. Schlechtes Licht strengt die Augen an und verursacht Kopfschmerzen. Sorge deshalb für eine gute Beleuchtung am Arbeitsplatz. Hierfür essentiell ist eine natürliche Lichtquelle sowie eine indirekte Deckenbeleuchtung und eine Schreibtischlampe.
  7. Um richtig produktiv sein zu können, ist es wichtig, sich wohlzufühlen. Hier sind einige Inspirationen für die Einrichtung Deines häuslichen Arbeitszimmers:

  8. Steigere Deine Produktivität

  9. Müde arbeitet es sich sehr schlecht. Sieh Dir diese Expertentipps an, um gesund schlafen zu können.
  10. Werde zum Frühaufsteher und integriere Morgenroutinen für einen effektiveren Tag.

    „By rising early, I’m able to do some exercise and spend time with my family, which puts me in a great mind frame before getting down to business.“
    – Richard Branson

  11. In Jogginghose und ungewaschen an den PC setzen – da spricht prinzipiell nichts dagegen. Produktiver wirst Du aber nur sein, wenn Du Dich auch so kleidest, als wenn Du auf Arbeit gehen würdest.
  12. Gewöhne Dir feste Arbeitszeiten an. Natürlich sollst Du die gewonnene Flexibilität auch nutzen. Prinzipiell wirst Du aber mehr schaffen, wenn Du persönlich festgesetzte Arbeitsblöcke hast. In denen sollten auch weder Familie noch Freunde stören. Informiere sie darüber!
  13. In diesem Zusammenhang solltest Du bei Deiner Planung Deine persönlichen Hochphasen nutzen. Achte also auf Deinen Rhythmus und arbeite in den Zeiten, wo Du am produktivsten und konzentriertesten bist. Bei den meisten Menschen ist das zwischen 10-12 Uhr und von 16-20 Uhr wieder.

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    [18]

  14. Setze Dir klare Tagesziele, priorisiere Deine Aufgaben und erledige das Unangenehme zuerst. Ich benutze hierfür zum Beispiel die kostenfreie digitale To-Do-Liste „Meistertask“.

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  15. Organisiere Deinen Schreibtisch und sorge für Ordnung am Arbeitsplatz. Das wird Dir dabei helfen fokussierter und schneller zu arbeiten.
  16. Vergiss Multitasking! Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass man nicht mehrere Dinge gleichzeitig machen kann. Im Gegenteil, wenn man es versucht, benötigt man mehr Zeit, als hätte man die Aufgaben nacheinander erledigt.
  17. Reduziere mögliche Störquellen und vermeide so Ablenkungen. Dazu zählt, dass Du Facebook etc. nicht nebenbei offen haben solltest. E-Mails checke ich generell nur über meinen Laptop und ich habe jegliche Push-Benachrichtigungen auf meinem Handy ausgestellt, um maximal fokussiert zu sein.
  18. Arbeite mit Produktivitätstechniken. Ich nutze beispielsweise die sehr effektive Pomodoro-Technik.

  19. Lies regelmäßig und bilde Dich weiter – 6 Minuten tägliches Lesen helfen, das Stresslevel um 68% zu reduzieren. [19]
  20. Achte auf Deinen Arbeitsalltag

  21. Mache regelmäßig Pausen und überarbeite Dich nicht! Es ist ein Mythos, dass man in mehr Arbeitszeit mehr schafft. Eine Studie zeigt, dass es sogar umgekehrt ist und ab einem gewissen Pensum in reine Zeitverschwendung ausartet. [20]

    Genauso verhält es sich mit Pausen. Sie sind essentiell, um den Geist zu erfrischen und die Batterien wieder aufzufüllen. Untersuchungen konnten zeigen, dass wir am produktivsten sind, wenn wir in Zeitblöcken arbeiten. Und wenn Dein Mittagstief allzu hartnäckig ist, kann auch ein Powernap wahre Wunder wirken. [21]

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  22. Trenne Hausarbeit und Arbeitszeit klar voneinander. Wir alle wissen, wenn unliebsame Aufgaben anstehen, sogar das Putzen hochinteressant sein kann.
  23. Tausche Dich regelmäßig mit Deinen Kollegen aus. Wir bei Ergotopia haben hierfür täglich um 14:30 Uhr unser Daily-Standup-Meeting und besprechen hier unsere Aufgaben, Ziele und Probleme und sind somit immer auf dem aktuellsten Stand.
  24. Integriere Bewegung und Sporteinheiten in Deinen Alltag. Das kurbelt nicht nur Deinen Kreislauf an und Du bist wacher, besser gelaunt und konzentrierter, sondern Du beugst auch gesundheitlichen Problemen wie Rückenschmerzen vor.
  25. Verlasse täglich mindestens für 30 Minuten das Haus und tanke frische Luft. Das verbessert zum einen Dein Immunsystem und sorgt zum anderen dafür, dass Du nicht verrückt wirst in den eigenen vier Wänden. 😉
  26. Vernachlässige Deine sozialen Kontakte und Hobbys nicht! Nichts ist schlimmer als soziale Isolation und Alltagstrott. Plane daher mehrmals wöchentlich Zeit für Deine Hobbys und Freunde ein.
  27. Richte Dein Home-Office gelegentlich neu ein, beispielsweise durch eine andere Anordnung, eine neue Wandfarbe oder neue Möbel. Das hilft Dir dabei Deine Kreativität aufrecht zu erhalten.
  28. Alternativ: wechsle ab und zu den Arbeitsplatz, um Abwechslung in Deinen Alltag zu bringen und Dir einen Kreativitätskick zu verschaffen. Dafür bieten sich zum Beispiel Gemeinschaftsbüros, Mieträume oder Coworking-Spaces an (gibt es mittlerweile in nahezu jeder Stadt.)
  29. Für Abwechslung in Deinem Arbeitsalltag kannst Du es auch den digitalen Nomaden gleich machen und einfach mal vom Strand in Thailand oder einer Berghütte in den Alpen aus arbeiten.

Mein typischer Tag im Home-Office

Zur Inspiration möchte ich Dir nun kurz schildern, wie mein typischer Tag im Home-Office aussieht. Natürlich spielt bei mir Flexibilität eine große Rolle, dennoch habe ich gewisse Strukturen in meinen Alltag integriert, um möglichst gesund und produktiv arbeiten zu können.

Mein Tag startet meistens gegen 7 Uhr am Morgen. Vom Wecker lasse ich mich dabei eher selten wecken. Ich möchte meinen Tag mit guter Laune starten und das geht am besten ausgeschlafen und mit sanftem Gewecktwerden. Eine schöne Alternative sind hier die Wecker mit natürlichen Wecktönen und Sonnenaufgangssimulation von Philips.

Noch vor dem Frühstück habe ich mir angewöhnt ein kurzes Wachwerd-Programm zu absolvieren. Hier kannst Du Dich inspirieren lassen:

Ich mache das Ganze etwas verkürzt und abgewandelt auf meine Bedürfnisse und „Schwachstellen“ und fühle mich danach immer gleich viel besser und bin erstaunlich munter.

Beim anschließenden Frühstück gibt es abwechselnde eine Mischung aus Getreideflocken, Nüssen, Kernen, Samen und Obst mit nachhaltiger Sojamilch oder Kefir. Das versorgt mich sowohl mit kurzkettigen und langkettigen Kohlenhydraten sowie mit zahlreichen Nährstoffen für einen produktiven Start in den Tag.

Da ich meine Hochphasen von 8-12 Uhr sowie von 15-19 Uhr habe, arbeite ich bis zum Mittag. Neben mir steht dabei immer eine Flasche Wasser und Saft, damit ich ausreichend trinke. Für den Hunger zwischendurch habe ich stets Riegel oder Nüsse parat liegen, um nicht in ein Hungerloch zu fallen.

Nach dem Mittagessen lese ich meist eine halbe Stunde oder mach einen Powernap für neue Energie. Um im Anschluss wieder fit zu werden, mache ich täglich ein intensives Ganzkörper-Workout oder dehne mich ausgiebig.

Nach einem erfrischenden Training und einer belebenden Wechsel-Dusche kann ich nochmal mit richtig Energie die letzten Stunden arbeiten.

Für weitere Inspirationen schau Dir doch diese Infografik an:
Gesund arbeiten: 18 Tipps für Deinen vitalen Arbeitstag“

FAZIT: Home-Office bietet neben vielen Vorteilen auch Risiken. Beachtet man aber einige Grundsätze, kann es ein wahrer Produktivitätsbooster sein und hat zahlreiche positive Effekte auf Dein Leben.

Welchen Tipp hast Du, um noch gesünder, produktiver und ausgeglichener zu arbeiten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar 🙂

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[1] https://www.eurekalert.org/pub_releases/2013-01/msu-ebi010713.php
[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155775/umfrage/arbeiten-im-home-office/
[3] https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.526036.de/16-5.pdf
[4] https://www.welt.de/wirtschaft/article12491445/Unmotivierte-Mitarbeiter-kosten-Firmen-Milliarden.html
[5] Quelle: TK Gesundheitsreport & KKH-Allianz & WHO & Stressreport Deutschland 2012
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Telearbeit
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Teleheimarbeit#Die_Arten_der_Teleheimarbeit
[8] https://www.gsb.stanford.edu/faculty-research/working-papers/does-working-home-work-evidence-chinese-experiment
[9] http://www.fr-online.de/karriere/erfolg-mit-home-office—so-arbeitet-man-zu-hause-effektiv,1473056,21959240.html
[10] http://karrierebibel.de/home-office-regelung/
[11] http://www.zeit.de/karriere/2015-04/homeoffice-arbeit-arbeitsrecht
[12] http://www.zeit.de/karriere/beruf/2015-08/home-office-heimarbeit-regeln-unternehmen-angestellte
[13] http://www.justiz.nrw.de/nrwe/arbgs/duesseldorf/lag_duesseldorf/j2014/NRWE_LAG_D_sseldorf_12_Sa_505_14_Urteil_20140910.html
[14] http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bfh&Art=en&nr=32677
[15] https://www.steuertipps.de/beruf-job/werbungskosten-arbeitszimmer/haeusliches-arbeitszimmer-wie-viel-ist-steuerlich-absetzbar
[16] http://www.focus.de/gesundheit/mein-ruecken-und-ich/oefter-mal-stehen-bleiben-depressionen-krebs-rueckenschmerzen-so-schaedlich-ist-sitzen-fuer-ihre-gesundheit_id_4902038.html
[17] http://www.zeit.de/karriere/beruf/2012-10/sitzen-gesundheit-arbeit/seite-2
[18] http://www.anleiten.de/selbstorganisation/leistungskurve.html
[19] http://www.takingcharge.csh.umn.edu/tips-change/reading-stress-relief
[20] http://www.economist.com/blogs/freeexchange/2014/12/working-hours?fsrc=scn/fb/wl/bl/workinghours
[21] http://projects.ict.usc.edu/itw/gel/EricssonDeliberatePracticePR93.PDF

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von Krystian Manthey

Krystian ist ambitionierter Sportler sowie Hobbykoch und stets dabei, seinen Alltag produktiver und gesünder zu gestalten. Er hilft Euch mit innovativen Übungskombis, Alltagstipps und Lebensweisheiten, mehr aus eurem Alltag herauszuholen sowie gesünder und glücklicher zu leben. Krystians Motto: […] Glücklich [ist,] wer Gesundheit, Zufriedenheit und Bildung in sich vereinigt.“ (Thales)

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