Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten zum Impingement Syndrom!

Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten zum Impingement Syndrom

Du hast starke Schulterschmerzen und Du hast den Verdacht oder die Diagnose eines Impingements-Syndroms der Schulter erhalten?

Klingt für Dich gefährlich und nach einer notwendigen Operation? Das muss nicht sein. Denn obwohl 10-12% der Deutschen unter dem Impingement Syndrom leiden, ist die häufigste Ursache nicht etwa genetisch bedingt und kann mit einfachen Übungen behandelt werden.

„Impingement“ ist ein englisches Wort und bedeutet so viel wie „Zusammenstoß“. Im Zusammenhang mit dem Impingement Syndrom wird es auch oftmals mit „Einklemmung“ übersetzt.

Der Name ist hier leider Programm. Denn beim Impingement Syndrom stößt tatsächlich etwas aufeinander, und zwar zwei Knochen Deines Schultergelenks: Der Oberarmkopf (das Ende des Oberarmknochens) und das Schulterdach reiben aneinander und lösen dadurch Schmerzen aus.

Auch „Einklemmung“ ist nicht übertrieben: Beim Impingement wird den Sehnen der Rotatorenmanschette (eine Gruppe von vier Muskeln, die Dein Schultergelenk umfasst) und Deinen Bändern der wichtige Gleitraum genommen, um richtig und schmerzfrei arbeiten zu können.

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Welche Arten des Impingement Syndroms kann man unterscheiden?

Die Frage ist absolut berechtigt: Tatsächlich kannst Du zwischen mehreren Formen des Impingement Syndroms unterscheiden:

  1. Primäres Impingement (Outlet Impingement): Eine mechanisch bedingte Funktionsstörung, die zum Beispiel durch einen Knochensporn (zusätzlich wachsender Knochen) ausgelöst wird.
  2. Sekundäres Impingement (Non-Outlet Impingement): tritt durch eine die Bänder, Nerven oder Muskeln betreffende strukturelle Funktionsstörung oder einem Riss der Rotatorenmanschette auf.
  3. Subakromiales Impingement: tritt zwischen dem Oberarmkopf und dem knöchernen Schulterdach auf, wenn es angeboren oder durch einen Unfall bzw. Verschleiß verkrümmt ist.
  4. Hinteres Impingement (Posterosuperiores Impingement): tritt vor allem bei Wurf- & Überkopfsportlern auf und betrifft den hinteren, oberen Anteil des Schulterhauptgelenks.
  5. Vorderes Impingement (Anterosuperiores Impingement): betrifft den vorderen Schultergelenkraum.
  6. Funktionelles Impingement: entsteht durch eine muskuläre Dysbalance.

Du siehst: Hier kann man leicht den Überblick verlieren. Welche konkrete Art des Impingement-Syndroms vorliegt, lässt sich jedoch gut durch einen MRT, Röntgen oder eine Ultraschalluntersuchung diagnostizieren. [2]

Die häufigste Ursache sind übrigens muskuläre Dysbalancen, die Du mit den richtigen Übungen selbst behandeln kannst. Sieh Dir dazu folgendes Video an:

Schulterschmerzen bedeuten jedoch nicht unbedingt direkt, dass Du unter dem Impingement Syndrom leidest. Lies hier weiter, um mehr über die verschiedenen Arten von Schulterschmerzen zu erfahren.

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Wer ist vom Impingement Syndrom betroffen?

Besonders Berufsgruppen wie Handwerker, die generell viel mit den Armen über dem Kopf arbeiten (z.B. Maler), sind prädisponiert für das Impingement Syndrom.

Aber auch Sportler, die einen „Überkopf“-Sport ausüben wie Volleyball- oder Tennisspieler und Bodybuilder sind anfällig für das Syndrom.

Menschen, bei denen der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach erblich bedingt oder durch einen Unfall verringert ist, tragen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung.

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Welche Symptome hat das Impingement Syndrom?

Es gibt verschiedene Symptome, die auf das Impingement Syndrom aufmerksam machen. Du solltest jedoch in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, wenn Du akute chronische Schmerzen im Schulterbereich spürst. Nur der kann Dir die fachliche Diagnose ausstellen.

Die folgende Liste gibt Dir einen Überblick:

Im frühen Stadium:

  • Akute Schmerzen bei der Abduktion (das seitliche Wegspreizen des Armes von Deinem Körper) und bei Tätigkeiten über dem Kopf.
  • Beim Liegen auf der betroffenen Stelle sind trotz Bewegungslosigkeit Schmerzen zu spüren.
  • Die Beweglichkeit Deiner Schulter ist deutlich eingeschränkt.
  • Painful Arc: Schmerzen, die bei einer Abduktion Deines Armes gegen einen Widerstand zwischen 60 bis 120° auftreten.
  • Der Schmerz strahlt bis in den Oberarm aus.

Im späten Stadium:

  • In der Nacht auftretende Schmerzen: Es ist oft nicht möglich, auf der betroffenen Stelle zu schlafen.
  • Der Schmerz tritt schon bei geringen Bewegungen auf und hat eine massive Einschränkung der Beweglichkeit zur Folge.
  • Verstärkter Ruheschmerz [3] [4] [1]

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Wie entsteht das Impingement Syndrom?

Die Ursachen für das Impingement Syndrom sind vielfältig. Neben angeborenen Ursachen, wie eine problematische Form des Schulterdachs, kann das Syndrom unfallbedingt oder durch Verschleiß Deiner Gelenke entstehen.

Drei anatomische Komponenten Deiner Schulter sind beim Impingement beteiligt:

  1. Der knöcherne Oberarmkopf (unten)
  2. Dein Schulterdach, das aus einem Band und Knochen besteht (oben)
  3. Dazwischen liegende Strukturen, die eingeklemmt werden: z.B. eine Sehne oder ein Muskel der Rotatorenmanschette sowie Schleimbeutel (die dafür die Reibungsverminderung zwischen Knochen und Muskel verantwortlich sind)

Hier siehst Du eine Übersicht über die möglichen Ursachen:

  • Anschwellen und Entzündung des Schleimbeutels durch chronische Überlastung
  • Brüche, die eine Verschiebung der Knochen zu Folge haben
  • Risse oder Aufwulstungen in der Rotatorenmanschette
  • Veränderungen der Rotatorensehnen durch Verkalkung
  • Verschleiss der Schultergelenke
  • Ungleichgewicht der Schultern durch über- oder einseitig trainierte Muskeln (vor allem bei Sportlern)
  • Ein angeboren verkrümmtes oder hakenförmiges Schulterdach
  • Eine falsche Körperhaltung mit nach vorne gekippten Schultern und Rundrücken
  • Knochenbrüche und Absprengungen an den Schulterknochen, die durch die entstandene Enge die Sehnen auffasern (auch posttraumatischen Impingement genannt)
  • Multidirektionale Instabilität der Schulter [2]

All diese Ursachen führen entweder zu einer mechanischen Funktionsstörung, einer Volumenzunahme im Schulterdachraum (Subakromialraum) oder zu dessen Einengung.

Ganz gleich, welche konkrete Ursache vorliegt: Das Impingement Syndrom führt zu akuten Schmerzen in der Schulter und schränkt Deine Beweglichkeit ein.

Folgeerkrankungen:

Zu den möglichen folgenden Komplikationen, die das Syndrom mit sich bringt zählen chronische Bewegungseinschränkung und Schulterschmerzen, sowie die Frozen Shoulder. Hier kommt es zu einer Versteifung der Schulter.

Auch ein Sehnenriss (Sehnenruptur) kann das Impingement Syndrom zur Folge haben, wenn es nicht behandelt wird. Zusätzlich lässt die Kraft für eine Abduktion oder Rotation des Armes nach.

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Welche Therapien helfen beim Impingement Syndrom?

Klar ist: Das Impingement Syndrom ist alles andere als angenehm. Sowohl kurzfristig als auch langfristig ist ohne konkrete Behandlung keine Besserung in Sicht. Welche Möglichkeiten stehen Dir also zur Verfügung?

Generell gilt: Je früher die Behandlung, desto besser! Wenn Du Dir nicht erklären kannst, woher die Schmerzen in Deiner Schulter kommen, suche lieber einmal zu viel den Arzt auf als einmal zu wenig. Eine frühzeitige Behandlung erhöht die Chance der Heilung immens.

Vor jeglicher Therapie sollte die Schonung Deiner Schulter die erste Maßnahme sein. Falls Schmerzen bei der belastenden Bewegung der Schultern auftreten, solltest Du die damit verbundene Tätigkeit, ob sportlicher oder beruflicher Art, so gut es geht vermeiden. [5]

Wichtig: Unterscheide zwischen konservativen und operativen Behandlungen: Letztere werden eingesetzt, wenn auch nach 6 Monaten keine Besserung durch konservative Therapien eingetreten ist.

Folgende Therapien werden beim Impingement Syndrom angewandt:

Konservative/nicht operative Behandlungen Operative Behandlungen
Physiotherapie/ Krankengymnastik: Dehnung und Kräftigung der Muskel, Entlastung der Sehnen Akromioplastik: arthroskopische oder offen Behandlung unter Vollnarkose, die als risikoarm und erfolgsversprechend gilt
Medikamentöse Behandlung: Schmerzfreiheit durch gezielte Spritzen oder die Einnahme von Medikamente wie Kortison Endoskopische Trennung eines zu straffen Bandes (meist in Kombination mit der Akromioplastik)
Akupunktur Schleimbeutelentfernung
Röntgentiefenbestrahlung: führt zu längerer, meist jedoch nicht dauerhaften Schmerzfreiheit Kalkdepotentfernung mittels Endoskopie
Kältetherapie/Kyrotherapie/physikalische Therapie: Einsetzen von Eis und Kompression zur Schmerzlinderung. Wird oftmals in Kombination mit anderen Methoden angewandt Rotatorenmanschettenrekonstruktion: Bei Aufwulstungen oder Rissen der Muskelmanschette wird die Muskulatur rekonstruiert bzw. zusammengenäht
Stoßwellentherapie: Wird oftmals zur Behandlung von Kalkdepots verwendet. Vorsicht: Die Kosten werden nicht von der Krankenkasse getragen! Stabilisierende Operation (wenn Instabilität der Schulter das Impingement Syndrom hervorgerufen hat): kommt oftmals bei Sportlern zum Tragen [2]
Matrixtherapie: Kann in Kombination mit allen genannten Therapieformen die Beschwerdereduktion beschleunigen [5]

Du siehst: Durch die vielfältigen Ursachen gibt es mindestens ebenso zahlreiche Therapiemöglichkeiten.

Falls Dein Arzt Dir tatsächlich bestätigt, dass Du am Impingement Syndrom leidest, solltest Du im nächsten Schritt die möglichen Therapiemethoden mit einem Schulterspezialisten durchsprechen. Ziehe aber auch folgende Übl

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Wie kann ich dem Impingement Syndrom vorbeugen?

An dieser Stelle habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für Dich.

Am besten fangen wir mit der schlechten an. 😉 Gezielt kannst Du einem Impingement Syndrom nicht vorbeugen. Wie Du gesehen hast, lassen sich Ursachen wie ein angeborenes, verkrümmtes Schulterdach nicht mit gezielten Übungen verhindern.

Jedoch kannst Du durch regelmäßiges Training Deiner Rotatorenmanschette Deine Schultermuskulatur kräftigen und der Verkümmerung der für die Außenrotation zuständigen Muskeln vorbeugen.

Diese Verkümmerung kommt meistens aufgrund der unzähligen Stunden zustande, die wir im Sitzen verbringen. Bei der charakteristischen, ungesunden Körperhaltung mit vorgebeugtem Oberkörper wird das Gleichgewicht der Muskeln für Innen- und Außenrotation gestört.

Die Folgen: Verkümmerung der Außen-, Verkürzung der Innenrotatoren.

Um diese ungesunde Körperhaltung von vornherein zu vermeiden, achte ich beispielsweise darauf, ein Teil meiner Arbeit im Stehen zu verrichten.

Um Deine Rotatorenmanschette gezielt zu trainieren, kannst Du verschiedene Übungen ausführen. Vor allem wenn Du Kraftsport betreibst, ist dieses Training unbedingt notwendig!

Zwei effektive Übungen und eine kurze Erklärung, wie ein Impingement Syndrom durch eine zu wenig ausprägte Rotatorenmanschette entstehen kann, findest Du in diesem Video:

Davon abgesehen gibt es ein paar einfache Tipps, die Deine Schulter gesund und fit halten.

Dazu zählen:

  • Regelmäßige Bewegung Deines Schultergelenks um die Strukturen instand zu halten
  • Vermeidung von einseitigen Schulterbelastungen
  • Eine gesunde Körperhaltung bewahren (zum Beispiel mithilfe einer Lordosenstütze oder einem Steißbeinkissen!
  • Du siehst: Auch zur Prävention Deiner Schulterschmerzen ist Bewegung enorm wichtig! Probier’ doch gleich mal unser kostenloses 5-Minuten-Workout für den Schreibtisch aus, um auch während der Arbeit fit zu bleiben:

    Durch Bewegung und Kräftigung der Schultermuskulatur dem Impingement Syndrom vorbeugen.

    Fazit: Das Impingement Syndrom hat viele Ursachen – mit gezielten Muskelübungen kannst Du das Risiko einer Erkrankung erfolgreich verringern!

    Ist das Impingement Syndrom eingetreten, gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten. Um ihm aber von vornherein so gut wie möglich vorzubeugen, ist Bewegung einmal mehr das A und O. Keine Therapie der Welt kann die vorbeugende Wirkung von regelmäßiger Muskelbeanspruchung ersetzen!

    Wenn jemand Dir gegenüber also das nächste Mal das Wort Impingement Syndrom erwähnt, solltest Du jetzt nach dem Lesen eine deutlich schlauere Antwort geben können als meine Freundin mir damals. 😉

    Welche Erfahrungen hast Du bereits mit Schulterschmerzen gemacht? Hast Du schon unter dem Impingement Syndrom gelitten? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

    [1] http://www.gesundheits-lexikon.com/Knochen-Gelenke-Sehnen-Muskeln-Bindegewebe/Impingement-Syndrom/
    [2] http://www.schulterinfo.de/impingement.html
    [3] Ziller, R., & Martin, F. (1986). Das Engpaß-Syndrom des Schultergelenkes1. Zeitschrift für Physiotherapie, 38(03), 175-178.
    [4] http://flexikon.doccheck.com/de/Painful_arc
    [5] https://gelenk-klinik.de/orthopaedische-erkrankung/schulter/impingement-syndrom-schulter.html

    Bildcredits: © Depositphotos.com:racorn, luismolinero, decade3d

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von Kim Maurus

Ich glaube an die Macht der Worte. Auch wenn man immer hört, dass Taten schwerer wiegen als ein paar zusammengesetzte Buchstaben. Mit meinen Worten möchte ich andere Menschen auf Taten aufmerksam machen, mit dem Ziel, gesunder und glücklicher zu leben. Und dabei auch zeigen, dass geschriebene Wörter manchmal mehr vermögen als man denkt :)

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