Schulterluxation – Wie Du innerhalb weniger Minuten unerwünschte Schulterschmerzen ohne fremde Hilfe langfristig beseitigen kannst

Was es bei der Schulterluxation zu beachten gibt und wie man ihr langfristig vorbeugt

Musstest Du schon mal durch die schmerzende Odyssee einer Schulterluxation gehen? Vielleicht bist Du auch in diesem Moment gerade davon betroffen. Vielleicht hattest Du aber auch das Glück gehabt, bisher kein Leidtragender von diesem unerwünschten Problem zu sein.

Egal in welchem Stadium Du Dich gerade befindest – eine Schulterluxation „auf dem Buckel“ zu haben ist nicht gerade erstrebenswert. Unsere Schultern sind eine der wichtigsten Bestandteile, wenn es um die Beweglichkeit des Körpers geht. Und damit nicht genug. Verrenkte oder schmerzende Schultern beeinträchtigen uns massiv im Alltag.

Wenn Du gerade von einer Schulterluxation betroffen bist, sie gerade hinter Dich gebracht hast oder einfach nur daran interessiert bist, ihr gezielt vorzubeugen, sind die folgenden Textabschnitte in jedem Fall wertvoll für Dich.

In diesem Artikel wirst Du erfahren …

  • was die Ursachen einer Schulterluxation sind und welche Symptome zu erwarten sind
  • welche Arten der Schulterluxation es gibt
  • was die typischen Therapieverfahren und Behandlungsmethoden einer Schulterluxation sind
  • worauf Du bei der Nachbehandlung unbedingt achten solltest
  • 3 konkrete Übungen zur Prävention, die Du sofort und ohne Hilfe zuhause umsetzen kannst

Wie wird die Schulterluxation verursacht?

Unser Schultergelenk setzt sich im Wesentlichen aus 4 Muskeln zusammen. Konkret bestehen diese aus der Schultergelenkspfanne (auch Glenoid genannt), den Gelenkbändern, der Gelenkkapsel und der Gelenklippe (Labrum). Zusammengefasst werden alle 4 Bestandteile als „Rotatorenmanschette“ bezeichnet. [2]

Sie ist der Grund dafür, warum das Schultergelenk eine so große Beweglichkeit aufzuweisen hat. Leider führt diese Flexibilität aber auch in seltenen Fällen zur unerwünschten Schulterluxation.

Außerdem haben immer mehr Menschen „bewegungsarme“ Jobs, was im Zuge der digitalen Transformation der vermehrten PC-Arbeit geschuldet ist. Dieser Faktor begünstigt eine schwache Rotatorenmanschette und somit Schulterluxationen bei Überbelastung.

Das Wörtchen „Luxation“ stammt – wie so oft – aus dem Lateinischen und kann mit Ausrenkung oder Verrenkung übersetzt werden. Bei der Schulterluxation handelt es sich also um eine Verrenkung des Schultergelenks. Im umgangssprachlichen Fachjargon würde man wohl sagen: Die Schulter ist ausgekugelt.

Schulterluxation mit anatomischer Ansicht des Schultergelenks

Die Schultergelenkspfanne ist eine der wichtigsten Bestandteile des Schultergelenks. Sie ist von Knorpel umrandet und haftet direkt an Kapsel und Sehnen. Wenn alle diese Elemente im Gelenk „intakt“ sind, hält das Schultergelenk größere Bewegungsumfänge aus und bleibt dabei trotzdem stabil. [3]

Beim Reißen der Gelenklippe, Gelenkbänder oder der Gelenkkapsel kann es dann zur unangenehmen Schulterluxation kommen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Du beim Inliner-Fahren hinfällst und Deine Schulter sich aus der Gelenkspfanne „ausgekugelt“.

Welche Symptome sind bei einer Schulterluxation zu erwarten?

Je nachdem, um welche Form der Verrenkung es sich handelt, können unterschiedliche Symptome auftauchen. In den meisten Fällen wird Deine Bewegungsfähigkeit plötzlich stark eingedämmt. Nicht weniger oft kommt es auch zu Blutergüssen oder einem Kribbelgefühl in der Gegend um den Oberarm. [4]

Leider ist die Schulterluxation auch meistens sehr schmerzhaft, da beim Rausrutschen bzw. Reißen der Gelenkteile auch Bänder, Nerven und Muskeln beschädigt werden können. Die plötzliche Beeinträchtigung der Beweglichkeit im Schultergelenk führt dann in den meisten Fällen zu einer so genannten „Schonhaltung“, wodurch Du Dein ausgekugeltes Gelenk nicht mehr in vollem Umfang nutzen kannst.

Welche Formen der Schulterluxation gibt es?

Im Wesentlichen werden 3 hauptsächliche Arten der Schulterluxation genannt. [5]

  • Die traumatische Schulterluxation gehört zu den meist verbreiteten Gelenkverrenkungen. Sie kann durch Stürze, abrupte und hektische Bewegungen oder wegen Gegendruck entstehen, weil man z.B. mit einem stumpfen Gegenstand oder einer anderen Person zusammengeprallt ist.
  • Die posttraumatische, rezividierende Schulterluxation beschreibt die wiederkehrende traumatische Luxation, die nach einer bereits erlittenen Verrenkung erneut eingetreten ist.

    Oftmals soll sie durch beschädigte Kapselbänder oder andere Beeinträchtigungen der 4 oben erwähnten Muskelbereiche entstehen, welche als „Überbleibsel“ aus der vorigen Luxation gefolgt sind.

  • Die habituelle Schulterluxation hingegen soll durch eine generelle Fehlbildung bzw. Fehlstellung des Schultergelenks begründet sein. Manchmal kommt sie auch aufgrund einer Muskel- oder Bänderschwäche in den Schultern zustande.

    Diese „schwachen“ Muskeln in den Schultern können auch durch schlechte Bewegungsgewohnheiten zustande kommen, die z.B. durch den statischen Büroalltag auf längerfristige Sicht bewerkstelligt werden.

Welche typischen Behandlungsmethoden gibt es im Falle einer Schulterluxation?

Im Regelfall wird die Schulterluxation beim Arzt oder Physiotherapeuten behandelt. Je nach Intensität der Schulterschmerzen wird das verrenkte Gelenk entweder wieder eingerenkt oder unter leichter Narkose operativ berichtigt.

Sobald die „Neuausrichtung“ des Schultergelenks bewerkstelligt wurde, bekommen die Patienten meistens einen klassischen Gilchristverband um, damit die Schulter fixiert und geschont wird.

Mit einem Verband die Schulterluxation behandeln

Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch den „Klassiker.“ Die Methode eignet sich für eine schnelle Lösungsbringung und ist nach wie vor oft der erste Lösungsvorschlag beim Arzt. Die Rede ist von einer medikamentösen Behandlung.

Um Schwellungen zu minimieren und Schmerzen zu verringern, werden entsprechende Schmerzmittel oder gezielte muskuläre Spritzen verabreicht. Wie Du Dir vielleicht schon denken kannst, ist das eine gute „Taktik“, um schnell wieder arbeiten zu können und kurzfristigen Erfolg zu erzielen.

Dadurch werden aber im wahrsten Sinne des Wortes nur Symptome bekämpft – und nicht die Ursache. Falls man also nichts Grundlegendes an seinen Gewohnheiten hinsichtlich Bewegung ändert und in der Vergangenheit schon öfter „anfällig“ für eine ausgekugelte Schulter war, kann die Schulterluxation schneller wiederkehren, als Dir lieb ist.

Das sollten wir versuchen zu vermeiden.

Worauf solltest Du bei der Nachbehandlung einer Schulterluxation unbedingt achten?

Das oberste Ziel sollte für Dich sein, Deine muskuläre Beweglichkeit in den Schultern schnellstmöglich zurück zu erlangen. Natürlich solltest Du dabei nicht überstürzt vorgehen und „auf Teufel komm raus“ versuchen, Dein Schultergelenk wieder zu stabilisieren.

Äußerst ratsam ist allerdings trotzdem, dass Du durch Übungen zuhause versuchst, den Genesungsprozess zu beschleunigen.

Wie bereits erwähnt, wird die verrenkte Schulter bei einem operativen Eingriff zur Behebung der Schulterluxation „repositioniert“. Dies wird meistens durch Titanimplantate oder anderem resorbierbarem Material wie speziell dafür fixierte Fäden realisiert.

Nach der Wiedereinrenkung sollte das Gelenk in jedem Fall ruhiggestellt werden. Diese Ruhigstellung ist äußerst wichtig, weil dadurch laut Angaben klinischer Physiotherapeuten das Risiko einer erneuten Schulterluxation (die Reluxationsrate) auf 10% sinkt. [1]

Gerade, wenn Du bereits einen operativen Eingriff hinter Dir hast, sind regelmäßige Übungen zur Vorbeugung gegen eine erneute Verrenkung sehr wichtig. Außerdem solltest Du auf die „kleinen Fallen“ im Alltag verstärkt achten.

Besonders, wenn Du im Büro arbeitest bzw. viel Zeit auf der Arbeit mit Sitzen verbringst, solltest Du auf die richtige Körperhaltung während der Arbeit achten.

Eine verkrümmte Haltung wirkt sich nicht gerade positiv auf Deine Schultermuskulatur aus. Damit Du einer Schulterluxation präventiv vorbeugen kannst, findest Du hier 7 simple Übungen, die Du sofort ausprobieren kannst.

7 effektive Übungen, um einer Schulterluxation wirksam vorzubeugen

Um gesunde Schultergelenke zu besitzen und einer Schulterluxation gezielt vorzubeugen, könntest Du zahlreiche Yogaposen oder Übungen aus der Physiotherapie nachahmen. Wenn Du Dich fit fühlst und sonst keine Beschwerden in Deinem Schultergelenk aufzuweisen hast, kannst Du Dich natürlich gerne auch an diese Übungen wagen.

Wenn Du allerdings wenig Zeit im Alltag besitzt, komplizierte und schwer durchzuführende Übungen durchzuführen, müssen zeitsparende Alternativen her.

Die folgenden 3 weiteren Übungen beabsichtigen, Deine Schultergelenke schonend zu dehnen, die Kraft zu stabilisieren und deren Flexibilität zu steigern. Viel Spaß 😉

  1. Die „Rücken abtrocknen“-Übung
  2. Die Übung wird im Video zwischen Minute 1.00 und 2.00 einfach vorgeführt und erläutert.

    Bei dieser Dehnübung benötigst Du ein Handtuch, das Du sicher irgendwie zuhause „rumfliegen“ hast – es sei denn Du stehst nicht so aufs Abtrocknen nach einer revitalisierenden Dusche 😉

    Du greifst das Handtuch mit beiden Händen hinter Deinem Rücken und ziehst es mit dem oberen Arm nach oben sowie mit dem unteren Arm nach unten. Durch die entgegengesetzte Richtung im Kraftaufwand entsteht eine leichte Spannung auf den Schultern.

    Nun ziehst Du das Handtuch mit dem oberen Arm abwechselnd hoch und runter – als würdest Du Deinen Rücken abtrocknen wollen. Wichtig ist allerdings, dass der untere Arm verhältnismäßig „steif“ bleibt. Der obere Arm leistet also die Zugarbeit, während der untere Arm in beinahe ausgestrecktem Zustand „mitgeht“, ohne dass die Ellbogen dabei einknicken.

    Auf diese Weise dehnst Du die Kapsel Deines hinteren Schultergelenks.

  3. Die Plank-Übung
  4. Kommen wir nun zu einer Ausführung, die in die Kategorie der Kraftstabilisationsübungen (KSÜ) gehört und Deine Schultermuskeln stabilisieren wird, wenn Du sie regelmäßig anwendest.

    Dazu legst Du Dich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden, wobei Du in der Position des Unterarmstützes verbleibst. Deine Handflächen liegen flach auf dem Boden, während Du Deinen Körper vom Boden hochdrückst.

    Jetzt solltest Du mit dem Körper „in der Luft“ schweben, sodass lediglich die Zehen und Ellbogen den Körper noch vom Boden trennen. Spanne dabei zusätzlich Deine Bauchmuskeln an, damit Dein Gesäß während der Übung stabil bleibt und nicht in der Mitte absackt.

    Halte diese Position für etwa 30 Sekunden und wiederhole sie 5-6 Mal. Auf Dauer stabilisierst Du damit Deine Schultermuskeln und stärkst obendrein auch noch Deine Bauchmuskeln.

  5. Schulterkreisen
  6. Wie der Name schon verrät, werden beim Schulterkreisen Deine Schultern gekreist. Dieses „Kreisen“ besteht im Grunde aus 4 Elementen. Du ziehst Deine abwechselnd nach vorne in Richtung Brust, nach hinten in Richtung der Schulterblätter, nach oben zu den Ohren und nach unten in Richtung Gesäß.

    Jetzt kannst Du abwechselnd nach hinten und nach vorne kreisen. Um mit dem Kreisen nach hinten zu beginnen, ziehst Du Deine Schultern zunächst in Richtung der Schulterblätter, lässt sie dann Richtung Gesäß „fallen“, bevor Du sie zu den Brustmuskeln hin und anschließend nach oben zu den Ohren ziehst.

    Kreise Deine Schultern anschließend nach vorne, indem Du die Abfolge schlichtweg entgegengesetzt durchführst. Zieh Deine Schultern hoch zu den Ohren, dann zur Brust, anschließend zum Gesäß und zum Schluss in Richtung Schulterblätter.

Fazit: Mit 3 einfachen Übungen kannst Du einer Schulterluxation vorbeugen und Dir in wenigen Minuten eine stabile und bewegliche Schulter antrainieren

Alles in allem beugst Du mit diesen Übungen effektiv gegen eine zukünftige Schulterluxation vor, indem Du die Durchblutung Deiner Muskulatur förderst, die Beweglichkeit Deiner Schultern verbesserst und die Stabilität Deines Schultergelenks begünstigst.

Bei regelmäßigem Anwenden kannst Du so wieder mit starken und beweglichen Schultern den Alltag bestreiten. Das wünsche ich Dir von Herzen 😉

Welche Übungen kennst Du, um einer Schulterluxation oder Schulterschmerzen im Allgemeinen vorzubeugen? Schreib mir Deine Tipps jetzt gerne unten in die Kommentare!

In diesem Sinne: Bleib glück, gesund und produktiv!

Bis neulich

Marco.

[1] https://www.praxisklinik-hofaue.de/medizin.php?kat=schulter&sub=luxation
[2] http://www.physiotherapie-knappe.de/?Physiotherapie=Sportphysiotherapie&Luebeck=Schulterluxation
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Schulterluxation
[4] http://www.netdoktor.de/krankheiten/luxation/#TOC2
[5] http://ortho-one.de/lexikon/s/schulterluxation.html
[6] http://www.symptomeundbehandlung.com/schmerzen-in-der-schulter/therapie-der-schulterluxation/
[7] http://www.chirurgie-portal.de/orthopaedie/verletzungen-schulter/physiotherapie-schulterverletzung.html

Bildcredits © Depositphotos: belchonock, kikochov, blueringmedia, decade3d, ecoten

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von Marco Weber

Marco ist Personal- und Business-Coach, Blogger und Musiker. Seine kreative Leidenschaft, sich durch Worte auszudrücken und aus Nichts Etwas zu schaffen verknüpft er mit der Hingabe und Willenskraft, seine Mitmenschen mit mehr Bewusstheit und inspirierenden Perspektiven durch ein gesünderes, produktiveres und glücklicheres Leben zu begleiten.

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