Die ideale Temperatur am Arbeitsplatz für 2x mehr Produktivität und Wohlbefinden

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Kommt Dir dieses Szenario auch bekannt vor: Während Dein Kollege im T-Shirt gegenüber von Dir sitzt und sich über die warme Heizungsluft beklagt, bist Du im dicken Wollpulli eingepackt und findest es recht kühl. Zwischendrin wird das Fenster zum Stoßlüften aufgemacht, bleibt dann aber doch länger auf, so dass Du anfängst zu frieren.

Oder befindest Du Dich auf der anderen Seite, und findest es oft zu warm, so wie ich zum Beispiel? Eine Temperatur am Arbeitsplatz zu finden, die es allen Personen recht macht, ist wirklich schwierig. Alle Menschen haben ein anderes Kälte- und Wärmeempfinden. Besonders im Sommer und Winter, wenn die Temperaturen in die Extreme schlagen, ist ein allgemeines Wohlfühlen scheinbar schwer umzusetzen.

Dann gibt es vielleicht auch den ein oder anderen Kollegen, der sich heimlich an der Heizung zu schaffen macht. Oder jemanden, der ständig das Fenster aufmacht, obwohl draußen unter null Grad herrschen.

Die Temperatur am Arbeitsplatz kann zu Streitpunkten zwischen Kollegen, Unkonzentriertheit und folglich zu weniger Produktivität führen. Denn nur zufriedene Mitarbeiter liefern kontinuierliche, gute Arbeit ab. [1]

Doch was ist die Lösung? Wie kann man es allen Mitarbeitern recht machen, so dass es keine Streitereien über die richtige Temperatur gibt?

Wie wäre es, wenn es eine Studie gibt, die die Temperatur am Arbeitsplatz untersucht hat, bei der die Probanden am produktivsten sind? Dann wäre es vielleicht leichter, einen Kompromiss einzugehen. Schließlich wollen alle deine Kollegen so produktiv wie möglich sein, damit sie rechtzeitig Feierabend machen können.

In den nächsten Abschnitten erfährst Du die rechtliche Lage zur Temperatur am Arbeitsplatz in Deutschland. Gibt es eigentlich Hitzefrei für Erwachsene? Außerdem schauen wir uns eine interessante Studie an, die sich genauer mit der perfekten Temperatur zum produktiven Arbeiten beschäftigt hat.

Zum Schluss verrate ich Dir noch einige Tipps und Tricks, wie Du Deinen eventuellen Hitzewallungen oder Frostbeulen den Kampf ansagen kannst und für eine ideale Temperatur am Arbeitsplatz sorgst!

Ist die Temperatur am Arbeitsplatz eigentlich vorgeschrieben?

Gibt es eigentlich in Deutschland Vorschriften, was die Temperatur am Arbeitsplatz angeht? Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz hat tatsächlich Regeln, was das Klima beim Job angeht. [2]

Bei sitzender, leichter Arbeit, also zum Beispiel im Büro, sind mindestens 20 °C vorgeschrieben. Je nachdem wie viel Arbeitsschwere gefordert wird, ist die Mindesttemperatur anders. Das heißt, bei schwerer körperlicher Arbeit im Stehen ist eine Temperatur von mindestens 12 °C ausreichend.

Außerdem ist der Arbeitgeber verpflichtet, Fenster oder Oberlichter mit Sonnenschutz auszustatten, um hohen Temperaturen oder störenden Blendungen vorzubeugen. Sind es trotzdem über 30 °C am Arbeitsplatz, muss der Arbeitgeber weitere Maßnahmen treffen, um die Beanspruchung der Mitarbeiter zu reduzieren. Dazu gehört zum Beispiel die Einrichtung von Gleitzeitregelungen oder die Lockerung von Bekleidungsregeln, sowie das Bereitstellen von Trinkwasser.

Hitzefrei gibt es nur für Schüler? Falsch! Hat die Temperatur am Arbeitsplatz die 35 Grad überschritten, so ist er nicht mehr als Arbeitsraum geeignet. Das ist aber tatsächlich sehr heiß und kommt sehr selten bis nie vor.

Wusstest Du, dass Mitarbeiter der Stadtverwaltung Vienenburg in Niedersachsen schon einmal nach Hause geschickt werden mussten, weil es zu kalt im Büro war? Im Büro waren die Heizungen ausgefallen und bei Außentemperaturen von -13 °C war arbeiten nicht möglich. [3]

Du möchtest Dich noch weiter über die Vorschriften informieren? Genaue Richtlinien und Regelungen zum Thema Temperatur am Arbeitsplatz findest Du hier.

Studie zur Temperatur am Arbeitsplatz

Vorschriften hin oder her, bei welcher Temperatur ist man nun richtig konzentriert und produktiv? Wissenschaftler der Cornell University haben sich mit dieser Frage genauer auseinandergesetzt.

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Im Jahr 2004 führten sie eine detaillierte Studie in einem Versicherungsbüro in Orlando, Florida durch. Über einen Monat lang testeten sie verschiedene Temperaturen zu verschiedenen Uhrzeiten. Alle 15 Minuten wurde die Temperatur gemessen und die Maus und Tastaturaktivität der Mitarbeiter aufgezeichnet.

Die Forscher kamen nach ihren Auswertungen zu einem überraschenden Ergebnis. Bei einer Temperatur von knapp 25 °C waren die Probanden am aktivsten. Gemessen wurde dies an der Computeraktivität und Fehlern bei der Arbeit. Wurde die Temperatur auf 20 °C gesenkt, sank auch die Produktivität um ganze 150%. Die Fehlerquote erhöhte sich um 44%.

“The results of our study also suggest raising the temperature to a more comfortable thermal zone saves employers about $2 per worker, per hour.“
– Alan Hedge, Cornell University.

Diese Ergebnisse überraschten, da die empfohlene Temperatur am Arbeitsplatz bei 20 bis 23 °C liegt. [4] Weshalb sich die Produktivität so stark unterschied konnten die Forscher nicht begründen. Sie mutmaßen, dass manchen Menschen die Mindesttemperatur von 20°C eventuell noch zu kalt sein, da viele Menschen ein sehr unterschiedliches Kälte- und Wärmeempfinden haben.

Doch warum sind warme Temperaturen am Arbeitsplatz so wichtig? Kälte am Arbeitsplatz ist nicht förderlich für unsere Muskeln oder die Konzentration. Muskeln verspannen sich eher bei kühlen Temperaturen weshalb Du Dich also insgesamt unwohl fühlen könntest.

Es ist außerdem bewiesen, dass Menschen Einsamkeit und Unwohlsein mit Kälte assoziieren. Umgekehrt verhält es sich mit Wärme: Wir verbinden Gesellschaft, Freundlichkeit und Wohlfühlen mit Wärme. [5]

Warme Temperaturen am Arbeitsplatz sind also wichtig, um sich optimal konzentrieren zu können und wohl zu fühlen.

Tipps und Tricks, wie Du Deine ideale Temperatur findest

1

Der Zwiebellook

Ein Tipp, denn es schon seit Jahren gibt, der aber immer noch sehr gut funktioniert, besonders in der kalten Jahreszeit: Der Zwiebellook. Wenn Du Dir mit der Temperatur am Arbeitsplatz unsicher bist und nicht genau weißt, ob Dir heute eher warm oder kalt ist, dann lautet die Devise, viele Kleiderschichten anzuziehen.

Ich ziehe mir zum Beispiel immer als unterste Schicht ein Top an, da ich eher zu den Menschen gehöre, denen oft zu warm ist. Trotzdem habe ich aber ab und zu mal Tage, an denen mir einfach etwas kälter ist. Das ist ganz normal. Deshalb trage ich meistens ein langärmliges Oberteil darüber und an ganz kalten Tagen kommt noch ein Sweatshirt drüber. Dann kann ich mich je nachdem, wie ich mich gerade fühle, der Temperatur anpassen.

Wenn der legere Look an Deinem Arbeitsplatz nicht passt, kannst Du Dir trotzdem immer einen schönen Wollpulli bereithalten, der auch über Hemd und Bluse schick aussieht. Du hast auch die Wahl zwischen leichten und schweren Blazer, die Du anziehen kannst, abhängig von Deinem Kälte- und Wärmeempfinden.

Tipp: Halte Dir am besten immer einen Schal in einer Schublade bereit. Er hält Dich warm, wenn zum Beispiel gerade gelüftet wird und sieht nebenbei auch noch gut aus 😉

2

Muffiger Heizungsluft vorbeugen

Bei eisigen Temperaturen ist natürlich die Heizung im Büro an. Ein Problem, das wir alle kennen: Die trockene Luft. Nach einiger Zeit fühlt sich die Luft im beheizten Raum muffig an und steht. Dein Kopf findet das gar nicht schön und meldet sich eventuell mit Kopfschmerzen. Deine Konzentration lässt nach und an produktives Arbeiten ist nicht mehr zu denken.

Auch wenn die Temperatur am Arbeitsplatz angenehm ist, die Luft ist es leider häufig nicht. Um sie auch trotz ständiger Heizungsluft frisch zu halten, hilft nur Lüften. Du solltest auch bei niedrigen Temperaturen draußen die Fenster für eine kurze Zeit öffnen und „Stoßlüften“.

Hierbei reichen meist 5 Minuten für einen Sauerstoffwechsel im Raum. In dieser kurzen Zeit geht keine zusätzliche Heizungsenergie verloren und Dein Gehirn wird wieder mit frischem Sauerstoff versorgt. Es wird empfohlen, die Fenster alle zwei Stunden zu öffnen, allerdings kommt es auch immer auf die Anzahl der Menschen und die Raumgröße an. Bei einem Meeting mit mehreren Leuten in einem kleinen Konferenzraum kann ein Sauerstoffaustausch bereits nach 30 Minuten sinnvoll sein. [6]

Eine Studie der Syracuse University in New York aus dem Jahr 2015 fand heraus, dass sich die kognitiven Fähigkeiten von Testpersonen verbesserten, je höher die Luftqualität im Raum war. Frische Luft war dabei ein wichtiger Faktor, der die Konzentration und Produktion in die Höhe trieb. [7]
Durch regelmäßiges Lüften beugst Du außerdem Schimmelpilz vor und sorgst für ein gesundes Raumklima.

Für die kurze Zeit kannst Du Dir einen Schal umlegen, falls Dir zu kalt wird. Da kommt das empfohlene Kleidungsstück aus der Schublade gleich zum Einsatz 😉

3

Die optimale Luftfeuchtigkeit

Ein weiterer wichtiger Faktor für die optimale Temperatur am Arbeitsplatz ist die Luftfeuchtigkeit. Ähnlich wie in Wohnräumen hältst Du Dich hier meist sitzend für mehrere Stunden auf. Das bedeutet, die ideale Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60% liegen. [8]

Besonders im Sommer ist es wichtig, morgens die Fenster zu öffnen, damit es nachmittags nicht zu feucht wird. Vor allem elektronische Geräte geben viel Wärme ab und lassen die Luftfeuchtigkeit und Temperatur am Arbeitsplatz in die Höhe schnellen.

Im Winter ist die Leuchtfeuchtigkeit häufig wegen der Heizungsluft zu niedrig. Niedriger Luftdruck trocknet die Schleimhäute aus und Viren und Bakterien können sich schneller ausbreiten. Ist das der Fall, kannst Du Pflanzen einsetzen. Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit und machen Dein Büro nebenher auch noch hübscher. Die passenden Büropflanzen kannst Du Dir hier anschauen!

Alternativ kannst Du auch zu einer mit Wasser gefüllten Schale greifen. Achte darauf, dass Du sie täglich entleerst, damit sich keine Keime bilden können.

Fazit: Warme Temperaturen sind ein Muss für Deine Produktivität. Die Temperatur am Arbeitsplatz sollte zwischen 21 und 24°C betragen, damit Du konzentriert bleibst und Dich auch am Schreibtisch wohl fühlst!

Manchmal fühlen wir uns einfach kalt, auch wenn Dein Arbeitsplatz die ideale Temperatur hat. Mach Dir am besten ein heißes Getränk, das du über einen längeren Zeitraum trinkst, zum Beispiel Tee. Das erhöht Deine positiven Gefühle und Dein allgemeines Wohlbefinden. [9]

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Auch wenn Studien bestätigen, dass warme Temperaturen ideal zum Arbeiten sind, ist natürlich jeder Mensch unterschiedlich. Wichtig ist, dass Du Dich beim Arbeiten wohl fühlst, damit Du produktiv sein kannst. Wenn es sich gar nicht mit Deinem jetzigen Sitzplatz vereinbaren lässt, weil Du zum Beispiel direkt an der Heizung sitzt, sprich doch mit Deinem Vorgesetzten, ob Du den Arbeitsplatz verlegen kannst.

Hast Du auch schon mal auf Deine ideale Temperatur am Arbeitsplatz geachtet? Wann bist Du am produktivsten? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Bildcredits: © Depositphotos.com: kjekol, monkeybusiness, kornienkoalex

[1] http://newsroom.iza.org/de/2015/09/16/zufriedenheit-am-arbeitsplatz/
[2] http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Arbeitsstaetten/ASR/pdf/ASR-A3-5.pdf;jsessionid=B93D540D4BAF46FD08C59EAE79A8EF40.1_cid353?__blob=publicationFile&v=5
[3] [4] http://www.fr-online.de/karriere/richtige-temperatur-wie-kalt-oder-warm-sollte-es-im-buero-sein-,1473056,29337622.html
[5] [9] Williams, L. E., & Bargh, J. A. (2008). Experiencing Physical Warmth Promotes Interpersonal Warmth. Science (New York, N.Y.), 322(5901), 606–607. http://doi.org/10.1126/science.1162548
[6] http://www.gesundheit.de/familie/freizeit-und-zuhause/gesundes-wohnen-sicheres-zuhause/saubere-luft-gesundes-raumklima
[7] http://ehp.niehs.nih.gov/wp-content/uploads/advpub/2015/10/ehp.1510037.acco.pdf
[8] http://www.luftfeuchtigkeit-raumklima.de/raum/in-wohnraeumen.html

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von Julia Frank

Ich möchte so viel wie möglich von der Welt entdecken. Nicht nur andere Länder und Kulturen kennenlernen, sondern eben auch so viel neues Wissen erobern, wie ich nur kann. Mit meinen Texten möchte ich versuchen, anderen Menschen das mitzugeben, was die Welt zu bieten hat, und eine gesunde Denkweise anregen - auch am Arbeitsplatz :)

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