7 schmerzlindernde Tipps und Übungen bei Arthritis und Rheuma (wissenschaftlich erwiesen!)

Rheumatoide Arthritis Behandlung

Plagen Dich seit geraumer Zeit schmerzende Gelenke, Morgensteifigkeit und ständige Müdigkeit?

Eine Arthritis könnte der Grund sein. Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, welche die Lebensqualität der Betroffenen meist stark einschränkt. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis (Rheuma).

Handelt es sich um eine Krankheit, mit der Du Dich abfinden muss? Ist die einzige Lösung eine Dauermedikation mit bedenklichen Nebenwirkungen?

Schmerzspezialisten verneinen diese Annahme und machen Hoffnung:

„Aus unserer Erfahrung sind 80-90% der Rheuma und Arthritis Schmerzen heilbar, da sie nicht direkt mit der Erkrankung in Verbindung stehen.“ – Roland Liebscher-Bracht (Schmerzspezialist)

Was ist Arthritis?

Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die den Gelenkknorpel schrittweise angreift und zerstört. Somit führt sie zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Zu unterscheiden ist die Krankheit von der Arthrose, die eine reine Verschleißkrankheit ist. Die hauptsächliche Schmerzursache ist bei beiden Erkrankungen jedoch gleich.

Nach Angaben der Arthritis Foundation verursacht die Gelenkerkrankung allein in den USA Kosten von 156 Milliarden Dollar pro Jahr.

Das betrifft einen von fünf Menschen über 18 Jahren. Arthritis kennt über 100 Folge-Erkrankungen. Sie trifft nicht nur alte, sondern auch junge Menschen und sogar Tiere. 20% aller Hunde und 30% aller Katzen leiden darunter. [1]

Die häufigste Form ist die sogenannte rheumatoide Arthritis, auch als Rheuma bekannt. Hierbei handelt es sich um eine Auto-Immunerkrankung, bei der das Immunsystem bestimme Körperzellen fälschlicherweise für schädliche Eindringlinge hält und sie deshalb angreift. [2]

Ist nur ein Gelenk entzündet, handelt es sich um Monoarthritis, sind mehrere betroffen, spricht man von einer Polyarthritis.

Die Symptome bei Arthritis unterscheiden sich je nach Ursache. Die rheumatoide Arthritis zeichnet sich durch Folgendes aus:

  • Morgensteifigkeit und Gelenkschmerzen in Ruhe
  • Schwellungen, Überwärmung und Rötung der betroffenen Gelenke
  • Eine eingeschränkte Beweglichkeit

Hinweis:
Sollten die genannten Symptome in Teilen oder ganz auf Dich zutreffen, solltest Du in jedem Falle einen Arzt konsultieren und die Tipps sowie Übungen aus diesem Artikel mit ihm besprechen.

Arthritis Ursachen und Risikofaktoren

Arthritis kann aus verschiedenen Gründen entstehen:

  • Häufigster Grund sind Auto-Immunerkrankungen, wie zum Beispiel Morbus Bechterew, Schuppenflechte (Psoriasis-Arthritis) und auch die rheumatoide Arthritis (Rheuma).
  • Auch Gelenkverschleiß, wie zum Beispiel Arthrose, kann zu Entzündungen in den Gelenken und somit zu Arthritis führen.
  • Ein weiterer Grund können Stoffwechselerkrankungen wie Gicht sein (Gicht-Arthritis).
  • Ebenso können Infektionen durch Verletzungen oder Operationen zu entzündlichen Gelenken führen.

Warum es so häufig zu Auto-Immunerkrankungen und somit zu Rheuma und Co. kommt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sicher ist jedoch, dass es einige Risikofaktoren in der Lebensweise des modernen Menschen gibt, die maßgeblich die Wahrscheinlichkeit für Arthritis erhöhen.

Die folgenden drei Faktoren wirken wie ein Brandbeschleuniger für zahlreiche Wohlstandskrankheiten wie Rückenschmerzen, Osteoporose und auch Arthritis. Das bestätigen auch Wissenschaftler:

  1. Bewegungsmangel und zu viel sitzen [4]
  2. Nährstoffarme und ungesunde Ernährung
  3. Stress und zu wenig Entspannung [5]

Laut Schmerzspezialisten ist in diesen Risikofaktoren auch die Ursache für die Arthritis-Schmerzen zu finden.

Warum die Schmerzen nicht von der Arthritis kommen

Wenn Du eine Arthritis hast, kämpfst Du sicherlich teils mit höllischen Gelenkschmerzen. Gelenke jedoch haben keine Schmerzrezeptoren. Woher aber kommen dann die Schmerzen?

Ein kleiner Teil wird durch die Entzündungen hervorgerufen. Den viel größeren Part der Schmerzen machen jedoch die Verspannungen in den umliegenden Muskeln aus.

Du kennst es sicherlich: Nach langen Tagen im Büro ist Dein Rücken total verspannt und schmerzt. Genauso ist es bei Deinen Gelenken. Daher ist es möglich, trotz Arthritis wenig bis gar keine Schmerzen zu haben.

Denn wie Deine Rückenschmerzen durch Wärme, Massage, Bewegung und Dehnung verschwinden können, so verhält es sich auch mit Gelenkschmerzen bei Arthritis.

7 wirksame Tipps und Übungen gegen Arthritis Schmerzen

Die Arthritis Foundation als eine der größten Organisationen zur Aufklärung, Hilfe und Erforschung von Arthritis, beschreibt ein effektives Selbstmanagement als bestes Mittel gegen Arthritis-Schmerzen, zur Prävention und Verlangsamung des Prozesses. [6]

Das bedeutet, dass eine gesunde Lebensweise weit effektiver ist und langfristig wirksamer gegen Arthritis hilft, als sich lediglich auf medizinische Hilfe in Form von Tabletten und Spritzen zu verlassen.

Hieraus sind die folgenden 7 Tipps abzuleiten, die gegen Deine Arthritis-Schmerzen helfen können:
1

Die richtige Ernährung gegen Arthritis

Eine gesunde Ernährung kann Arthritis zwar nicht heilen, aber dabei helfen, die Medikamenten-Dosis deutlich zu reduzieren.

Denn die in den Gelenken vorherrschende Entzündung wird durch sogenannte proinflammatorische (entzündungsfördernde) Botenstoffe befeuert.

Diese produziert der Körper zwar selbst, benötigt dafür jedoch das Vorprodukt Arachidonsäure, das fast ausschließlich über tierische Lebensmittel aufgenommen wird.

Der Deutsche nimmt durchschnittlich 300 bis 350 Milligramm dieser Fettsäure pro Tag zu sich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt jedoch, maximal 50 mg Arachidonsäure täglich zu sich zu nehmen.

Neben abwechslungsreicher und frischer Mischkost ist die wichtigste Maßnahme für Arthritis-Patienten, die Arachidonsäure-Zufuhr zu reduzieren. Die DGE rät hierbei zu einer sogenannten lactovegetabilen Kost (vegetarische Ernährung mit Milchprodukten) und nicht mehr als zwei Fleischportionen pro Woche.

Diese Ernährung wird auch als Rheuma-Diät bezeichnet. In meinen Augen ist sie jedoch nichts anderes als eine gesunde Ernährung, die man unabhängig von Rheuma und Arthritis befolgen sollte, um langfristig gesund zu bleiben.

Tierische Produkte mit geringem Arachidonsäure-Gehalt (mg/100g Lebensmittel):
Milch (4), Joghurt (4), Quark (11), Käse (25), Eier (70), Pflanzenmargarine (0), Seelachs (11), Kabeljau (17), Forelle (26), Muskelfleisch von Lamm (10), Rind (16) und Schwein (36)

2

Mit Bewegung effektiv gegen Rheuma-Schmerzen

Viele Studien zeigen, dass Bewegungsmangel der Hauptgrund für die meisten Wohlstandskrankheiten ist. Denn regelmäßige Bewegung ist essentiell, damit unser Körper funktioniert.

Der moderne Durchschnitts-Mensch sitzt jedoch häufig bis zu 12 Stunden täglich und bewegt sich selten mehr als zwei Kilometer am Tag.

Monoarthritis durch Bewegungsmangel

Die Folgen sind gravierend: die körpereigenen Kreisläufe, die für die Zellversorgung und -erneuerung sowie für den Abtransport von Abfallprodukten verantwortlich sind, schlafen förmlich ein. Denn die meisten Körper-Prozesse werden durch die Bewegung unserer Muskeln befeuert und in Gang gehalten.

Daraus resultieren muskuläre Dysbalancen, Verspannungen, Stoffwechsel- und Durchblutungsstörungen, Rückenschmerzen und viele weitere Zivilisationskrankheiten.

Regelmäßige Bewegung hingegen hält Deinen Körper gesund, macht Dein Bindegewebe geschmeidig und reduziert Verspannungen, wie auch die Arthritis Foundation bestätigt. [6]

BONUS: Klicke hier, um das kostenlose 5-Minuten Schreibtisch-Workout herunterzuladen!

Wenn Du jetzt täglichen Sport befürchtest, kann ich Dich beruhigen. Denn jeder Spaziergang, jedes Treppensteigen und jedes Aufstehen ist Bewegung. Je häufiger Du solch kleine Bewegungsgewohnheiten in Deinen Alltag integrierst, desto mehr profitierst Du von der gesundheitlichen Wirkung 🙂

Für weitere Tipps empfehle ich Dir diese Infografik anzusehen: „10000 Schritte täglich: 33 gesunde Bewegungsgewohnheiten

3

Ergonomischer Arbeitsplatz zur Linderung und Vorbeugung von Arthritis Schmerzen

Eine der Hauptgründe für die steigende Bewegungsarmut in Deutschland ist die steigende Anzahl an Büroarbeitsplätzen. So sind Bildschirmarbeiter regelrecht gezwungen, den ganzen Tag zu sitzen.

Das ständige Sitzen führt allerdings zu einer ungesunden Körperhaltung, die Verspannungen und Schmerzen zusätzlich begünstigen.

Ergonomie am Arbeitsplatz sollte daher höchste Priorität haben, um langfristig fit und gesund zu bleiben.

Ergonomie-Experten empfehlen bei der Optimierung des Arbeitsplatzes nach der „STA“-Reihenfolge vorzugehen. STA steht hierbei für Stuhl, Tisch und Arbeitsmittel.

Ein ergonomischer Bürostuhl ist die wesentliche Grundlage für einen gesund eingerichteten Arbeitsplatz. Anschließend sollte der Schreibtisch die optimale Höhe zu den Einstellungen Deines Bürostuhls besitzen, um gesundes Sitzen überhaupt zu ermöglichen. Daher empfehlen Forscher die Arbeit an einem höhenverstellbaren Schreibtisch, um die Schreibtischhöhe perfekt auf Dich abstimmen zu können und zwischen Steh- und Sitzpositionen zu wechseln.

Das i-Tüpfelchen für Deine Arbeitsgesundheit bieten ergonomische Tastatur, Vertikalmaus und zusätzliches Zubehör.

Steh-Sitz-Schreibtische-gegen- Arthritis

4

Gesund und erholsam schlafen leicht gemacht

Beim Schlafen regeneriert sich Dein Körper. Schlafmangel hingegen begünstigt und verstärkt Entzündungsprozesse und kann somit auch eine Ursache für Arthritis sein.

Schlafstörungen und Müdigkeit treten jedoch vermehrt bei rheumatoider Arthritis auf. Meist aufgrund der Schmerzen. Ein Teufelskreislauf, der das Rheuma immer weiter verstärkt.

Erprobte Schlaftipps von Schlafmedizinern findest Du in folgender Infografik:
Die Wurzeln eines gesunden Schlafes: 20 wichtige Tipps von Schlafexperten

5

Wärme und Kälte gegen Arthritis

Verspannungen und Muskelverhärtungen können ebenso eine Folge eines gestörten Blutkreislaufes sein. Wärme und Kälte können daher auf die verspannten Muskeln um die Arthritis-Gelenke schmerzlindernd und entspannend wirken.

Denn Hitze erweitert die Blutgefäße und verbessert den Blutfluss zu den Schmerz-Arealen. Die Muskeln und Zellen werden somit besser mit Nährstoffen versorgt und entspannen zusätzlich durch die Wärme.

Kälte hingegen kann die bei Arthritis häufig auftretenden Schwellungen beseitigen und Entzündungsprozesse hemmen.

Nutze daher Wärmekissen, Sauna, ein heißes Bad, wechselwarme Duschen oder Kühlakkus, um Deine Arthritis-Schmerzen zu lindern. Sprich mit Deinem Arzt vorher ab, welche Behandlung für Dich geeignet ist.

6

Stress reduzieren

Gestresste Menschen leiden häufiger unter Verspannungen. Wenn Du Deine Arthritis-Schmerzen lindern willst, solltest Du also Dein Stresslevel reduzieren.

Der Stress-Forscher Albert Ellis hat hierzu ein interessantes ABC-Stressmodell [7] entwickelt, mit der man Stress besser verstehen und somit bereits an der Wurzel der Entstehung verhindern kann. ABC steht für:

  1. A wie Activating Event: Die Situation, die potentieller Stressauslöser ist.
  2. B wie Beliefs: Welche Annahmen, Einstellungen die Person zu der Situation hat und wie sie diese dadurch wahrnimmt.
  3. C wie Emotional Consequences: Das Resultat aus den Annahmen der Person und der Wahrnehmung der Situation. Aus der persönlichen Wahrnehmung der Situation entstehen häufig erst Emotionen wie Stress.

Gänzlich allein unsere Wahrnehmung entscheidet folglich darüber, ob und wie stark wir gestresst sind. Prinzipiell kann man den Stress nun auf drei verschiedenen Wegen reduzieren:

  1. Situation (A) ändern: Nervt Dich der Berufsverkehr? Dann könntest Du beispielsweise mit der Bahn oder noch besser mit dem Fahrrad fahren.
  2. Einstellung / Wahrnehmung (B) ändern: Nicht jede Situation kannst Du ändern. Deine Gedanken schon. Das Gute ist: Du kannst positives Denken trainieren. Wenn Dein Glas mal wieder halbleer ist, fülle es wieder mit Optimismus und dem Wissen, dass Du aus allem nur das Beste machen kannst.
  3. Anders mit dem Stress umgehen (C): Manches wird Dich Dein Leben lang zur Weißglut bringen. Wichtig ist daher, dass Du die für Dich wirksamen Methoden zur Stressbewältigung anwendest. Das kann Sport, Yoga, Meditation, Singen, mit Freunden treffen oder etwas ganz anderes sein.

Polyarthritis durch Stress

Dieses Grundgerüst kann Dir dabei helfen, Deinen Stress zu reduzieren. Wichtig ist, dass Du die für Dich wirksamen Methoden findest. Eine Pauschallösung für Jedermann, die gibt es nirgendwo.

7

Akupressur als natürlicher Schmerzkiller

Akupressur ist ein bewährtes Mittel aus der traditionellen chinesischen Medizin. Es aktiviert einerseits Deinen Stoffwechsel und Deine Durchblutung und fördert zudem die Produktion von Endorphinen, die wie ein natürliches Schmerzmittel wirken.

Da auch hier Regelmäßigkeit wichtig ist, empfehlen Physiotherapeuten Akupressurmatten. Lege Dich nach einem langen Arbeitstag für ein paar Minuten auf die Matte und genieße die Momente der Ruhe und der Entspannung. Ebenso kannst Du während des Arbeitens die Matte als Fußreflexzonenmassage verwenden.

Akupressur und Ernährung gegen Rheuma-Schmerzen

Fazit: Arthritis-Schmerzen sind ohne Tabletten linderbar

Nimm Deine Schmerzen nicht einfach als unveränderbar hin. Hinterfrage die Ursache und lerne Deinen Körper verstehen.

Denn meist will er Dir mit den aufkommenden Symptomen etwas mitteilen. So handelt es sich bei Arthritis-Schmerzen überwiegend um Schmerzen aufgrund muskulärer Verspannungen. Der Körper sendet daraufhin Alarm-Schmerzen an das Gehirn, um den drohenden Verschleiß vorzubeugen.

Mit dem Wissen aus diesem Artikel, etwas Geduld und Durchhaltevermögen beim Umsetzen der Tipps, kannst Du Deine Schmerzen deutlich reduzieren.

Was hilft Dir bei Deinen Arthritis-Schmerzen? Ich freue mich auf Deine Erfahrungen in den Kommentaren! 🙂

Bildcredit: SIphotography/Depositphotos.com

Quellen und wissenschaftliche Studien:
[1] https://www.welt.de/wissenschaft/video155128060/Arthritis-Gelenkentzuendung-trifft-Millionen.html
[2] http://www.focus.de/gesundheit/lexikon/krankheiten/rheuma_aid_138662.html
[3] http://www.arthritis.org/about-arthritis/understanding-arthritis/arthritis-self-management.php
[4] http://www.focus.de/gesundheit/mein-ruecken-und-ich/oefter-mal-stehen-bleiben-depressionen-krebs-rueckenschmerzen-so-schaedlich-ist-sitzen-fuer-ihre-gesundheit_id_4902038.html
[5] https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/916666/Datei/3654/TK-Pressemappe-TK-Stressstudie-2016.pdf
[6] http://www.arthritis.org/living-with-arthritis/exercise/workouts/simple-routines/2-minute-workout.php
[7] Beate Wilken: Methoden der Kognitiven Umstrukturierung. Ein Leitfaden für die psychotherapeutische Praxis, Verlag W. Kohlhammer: Stuttgart, Berlin, Köln 1998

Teile diesen Artikel mit Deinen Freunden & Kollegen, die unter Arthritis und Gelenkschmerzen leiden!
Kostenlos: Rückengesund in 5 Minuten pro Tag!

Mit diesem Mini-Workout wirst Du unangenehme Nacken- und Rückenschmerzen während der Arbeit los!

Jetzt kostenlos downloaden!
Weitere Artikel auf unserem Blog:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Danke für Deine Unterstützung :) !

Send this to a friend