Welcher Arzt bei Deinen Rückenschmerzen der Richtige ist

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Deutschland hat Rücken. Über 80% der Erwachsenen in Deutschland leiden an Rückenschmerzen [1]. Sie lassen uns nachts nicht schlafen und lenken uns tagsüber von der Arbeit ab. Doch wann solltest Du zum Arzt gehen und welcher Arzt kann Dir bei Rückenschmerzen überhaupt helfen?

Wenn Du im Internet nach Arzt, Rückenschmerzen und Deiner Stadt suchst, wirst Du wahrscheinlich eine lange Liste an Rückenspezialisten mit noch längeren Wartezeiten finden. Aber ist immer direkt ein Spezialist notwendig?

In folgendem Artikel erfährst Du, wann Du wegen Deinen Rückenschmerzen zum Arzt solltest, welcher Arzt Dir bei Rückenschmerzen helfen kann und wie Du aus einem Arztbesuch den größtmöglichen Nutzen ziehst. Außerdem zeige ich Dir, was Du selbst gegen Deine Rückenschmerzen tun kannst.


Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Ganze 17,7 Mal pro Jahr geht der Deutsche durchschnittlich zum Arzt [2]. Viele Ärzte beklagen sich, dass es oft nur Kleinigkeiten sind, weswegen die Patienten kommen.

Denn viele wissen nicht mehr einzuschätzen, wann etwas gefährlich ist und wann nicht. Bei Rückenschmerzen handelt es sich aber in 80% der Fälle um unspezifische Rückenschmerzen. Das bedeutet, es gibt keine konkreten Verschleiß- oder Entzündungserscheinungen, die die Schmerzen erklären. Dann ist fast immer etwas ungefährliches die Ursache – meist muskuläre Verspannungen. Die Ursachen für diese sind vielfältig.



Oft hilft es, die Muskelspannung durch Dehnung, Massage oder Wärme zu reduzieren [3]. Auch akute und plötzlich auftretende Schmerzen, wie bei einem Hexenschuss, können auf diese Weise behandelt werden. Meist verschwinden die Schmerzen dann nach ein paar Tagen.

Um eine gefährliche Ursache auszuschließen, gilt es folgende Warnsignale zu beachten: Schwere Verletzung, Fieber, Schüttelfrost, starke nächtliche Schmerzen, Lähmungen, Apettitlosigkeit und entzündliche Begleiterkrankungen [4]. Ein Warnsignal allein betrachtet, hat jedoch nur eine geringe Aussagekraft und nur das Gesamtbild aller Beschwerden ermöglicht eine sichere Einschätzung. Falls Du eines oder mehrere der Symptome hast, solltest Du diese bei Deinem Arzt zeitnah abklären.

Wenn die Schmerzen trotz Selbstbehandlung nach ein paar Tagen nicht besser werden, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Das heißt aber nicht automatisch, dass eine gefährliche Ursache hinter Deinen Schmerzen steht. Jedoch kannst Du diese so ausschließen oder im schlimmsten Fall behandeln lassen.

Welcher Arzt ist der Richtige bei Rückenschmerzen?

Die erste Anlaufstelle bei Rückenschmerzen ist der Hausarzt. Dieser kann beurteilen, ob Deine Schmerzen ungefährlich sind oder weiterer Abklärung bedürfen.

Falls er die Schmerzen als ungefährlich einstuft, kann er eine Behandlung durch beispielsweise einen Physiotherapeuten empfehlen. Bei weiterem Klärungsbedarf wird er Dich an einen Facharzt überweisen.

Folgende Fachärzte gibt es bei Rückenschmerzen:

Orthopäde: Ein Orthopäde ist ein Spezialist für das Muskel-Skelett-System. Er ist zuständig bei Verdacht auf Probleme mit den Muskeln, Bändern, Sehnen und Knochen.

Rheumatologe: Ein Rheumatologe ist ein Spezialist für Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Rheuma. Dieses kann durch entzündliche Prozesse Schmerzen im Rücken auslösen.

Neurologe: Ein Neurologe ist ein Spezialist für Funktionsstörungen oder Schädigung von Nerven. Diese können bei Störungen oder Schädigung im Bereich der Wirbelsäule Rückenschmerzen verursachen.

Wenn Du Schmerzen in einem bestimmten Rückenbereich hast, empfehle ich Dir unsere Artikel zu speziellen Schmerzbereichen, die den ein oder anderen Arztbesuch möglicherweise obsolet machen.


Diese Fragen solltest Du Deinem Arzt bei Rückenschmerzen stellen

Um Deinem Arzt eine genaue Diagnose zu ermöglichen, solltest Du Dich auf seine Fragen vorbereiten. So kann er die Ursache Deiner Schmerzen genauer eingrenzen und eine für Dich passende Behandlung empfehlen. Mache Dir vor Deinem Termin am besten Notizen zu den Fragen.

Folgende Fragen wird Dein Arzt Dich wahrscheinlich im Bezug auf Deine Rückenschmerzen fragen:

  • Wo treten die Schmerzen auf? Sind die Schmerzen auf den Bereich beschränkt oder strahlen sie auch in anderen Bereiche aus?
  • Wann treten die Schmerzen auf? Morgens, mittags, abends, nachts oder ganztägig?
  • Seit wann bestehen die Schmerzen und hattest Du damit bereits in der Vergangenheit Probleme? Wurde schon eine Diagnose gestellt?
  • Gibt es bestimmte Auslöser für den Schmerz oder Aktivitäten, die ihn verschlimmern?
  • Wie stark ist der Schmerz auf einer Skala von 1 bis 10?
  • Sind die Schmerzen seit Beginn stärker oder schwächer geworden?
  • Hat sich der Bereich der Schmerzen vergrößert, verkleinert oder verschoben?
  • Hast Du viel Stress oder leidest unter Depressionen?
  • Nimmst Du Medikamente ein? Wenn ja, welches Medikament und welche Dosis?
  • Hast Du schon verschiedene Medikamente ausprobiert? Wenn ja, welches hat Dir geholfen und gibt es Unverträglichkeiten?
Eine Arztpraxis ist ein Betrieb, der Geld erwirtschaften muss. Das kann für eine optimale Behandlung ein Problem darstellen. Denn einige Behandlungen bringen mehr Geld als andere und werden so manchmal empfohlen, obwohl es eine bessere Alternative gäbe.

Um dies auszuschließen und Missverständnissen oder Unklarheiten vorzubeugen, solltest Du Deinem Arzt ebenfalls ein paar Fragen stellen. Damit stellst Du eine optimale Behandlung sicher.

Folgende Fragen könntest Du Deinem Arzt stellen:

  • Gibt es Nebenwirkungen beim empfohlenen Behandlungsverfahren? Wenn ja, welche und wie lange dauern diese an?
  • Falls Medikamente verordnet werden: Welche Dosierung? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Was passiert, wenn Du die Einnahme vergisst? Wie lange sollst Du die Medikamente nehmen und werden die Schmerzen danach dauerhaft verschwunden sein?
  • Gibt es Alternativen zur empfohlenen Behandlungsmethode? Wenn ja, was sind die Vor- und Nachteile?
  • Wie lange wird die Behandlung voraussichtlich dauern? Bist Du danach schmerzfrei?
  • Was kannst Du zusätzlich für Deine Heilung tun?
  • Was kannst Du tun, damit die Schmerzen nach der Behandlung nicht wiederkommen?

Warum ein Arztbesuch Deine Rückenschmerzen nicht heilt

Die Ursache der meisten Rückenbeschwerden sind Stress, verspannte Muskeln, Fehlbelastung, zu wenig Bewegung und zu langes Sitzen [5]. An diesen Ursachen kann Dein Arzt nichts ändern.

Das heißt, der einzige, der Deine Rückenschmerzen auf Dauer reduzieren kann, bist Du selbst. Allerdings ist es ratsam, professionelle Hilfe an Deiner Seite zu haben. So kannst Du die richtigen Schritte zur richtigen Zeit tätigen. Dabei können Dir Dein Arzt, Physiotherapeut, Orthopäde und andere Spezialisten behilflich sein.

Nur die Verantwortung für Deine Schmerzen und ihre Linderung, musst Du selbst übernehmen.

Was Du selbst gegen Deine Rückenschmerzen tun kannst

Da die Hauptursache für Rückenschmerzen Bewegungsmangel ist, liegt die Lösung auf der Hand: Bewegung.

Welche Art von Bewegung, ist dabei erst einmal zweitrangig. Such Dir eine Aktivität aus, die Dir Freude bereitet. So bleibst Du motivierter. Allerdings solltest Du keine Höchstleistungen anstreben, da dies die Probleme verstärken kann.

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Langes statisches Sitzen ist leider bei vielen aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es häufig Ursache für Rückenschmerzen. Deswegen solltest Du Deinem Rücken so oft wie möglich Veränderung gönnen, um Schmerzen zu bekämpfen [6]. Ergonomische Büromöbel wie ein höhenverstellbar Schreibtisch oder ergonomische Bürostühle, ermöglichen Dir das.

Um auch ohne Medikamente eine schnelle Schmerzlinderung zu erfahren, kannst Du Dehnübungen machen oder mithilfe einer Entspannungsübung Stress abbauen. Diese senken Deine Muskelspannung und können Dir so Linderung verschaffen. Solche Übungen sind allerdings keine Dauerlösung. Um Schmerzfrei zu bleiben, solltest Du Deine Sitz- und Bewegungsgewohnheiten hinterfragen und ändern.

Fazit

Um ein schmerzfreies Leben zu führen, solltest Du als erstes Verantwortung für Deine Schmerzen übernehmen. Es ist keine Frage der Schuld, jedoch kannst nur Du etwas an Deiner Situation ändern. Ärzte sollten zwar bei länger andauernden Rückenschmerzen zu Rate gezogen werden, um die Ursachen genauer abzuklären.

Allerdings können sie Dir nur die Richtung weisen. Die Schritte in ein schmerzfreies Leben, musst Du selbst gehen.

Bildcredit: © Depositphotos.com/Rangizzz



[1]https://de.statista.com/themen/1364/rueckenschmerzen/
[2]https://www.barmer.de/blob/38614/be9ec659162356ad9444d409e91d00e3/data/pdf-arzt-report-2008.pdf
[3]https://www.patienten-information.de/patientenleitlinien/patientenleitlinien-nvl/html/kreuzschmerz/kapitel-8#section-2
[4]https://www.patienten-information.de/patientenleitlinien/patientenleitlinien-nvl/html/kreuzschmerz/kapitel-6/#warnhinweise
[5]https://www.patienten-information.de/patientenleitlinien/patientenleitlinien-nvl/html/kreuzschmerz/
[6]https://www.patienten-information.de/patientenleitlinien/patientenleitlinien-nvl/html/kreuzschmerz/kapitel-5
[7]https://www.patienten-information.de/patientenleitlinien/patientenleitlinien-nvl/html/kreuzschmerz/kapitel-10
[8]https://www.ikk-suedwest.de/wp-content/uploads/2015/11/vorbereitungsbogen-fuer-den-arztbesuch.pdf
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