7 lebensverändernde Selbstmanagement Methoden, die Dich nachhaltig voranbringen

Ein relevantes Beitragsbild für den Artikel über Selbstmanagement Methoden

Während wir so auf unserem persönlichen Pfad zur Selbstfindung schlendern, stoßen wir immer mal wieder auf Weggabelungen und andere Richtungswechsel, die unsere Perspektive – und manchmal sogar das ganze Leben verändern.

Gerade wenn Du im Zuge deiner persönlichen Reiseroute bereits Ausschau nach einem besseren Selbst gehalten hast, bist Du das ein oder andere Mal vielleicht auf Ratgeber, Tipps und andere Methoden gestoßen, die Dir dabei behilflich sein wollten.

So richtig Früchte getragen hat das Ganze aber nicht.

Bei mir war es anfangs ähnlich. Vielleicht sind Dir folgende Probleme geläufig …

  • Du hast bei der Vielzahl und dem „Wirrwarr“ an Methoden den Überblick verloren
  • Viele Tipps zum Selbstmanagement waren nutzlos oder haben wenig Wirkung gezeigt
  • Dir fehlt die Motivation, Dich weiterhin nach wirklich hilfreichen Methoden umzusehen
  • Du wünschst Dir Klarheit und Selbstmanagement Methoden, die leicht verständlich sind
  • Du suchst nach Wegen, die für DICH PERSÖNLICH am besten sind

Viele Menschen beißen sich bereits bei der Definition die Zähne aus. Was bedeutet „Selbstmanagement“ eigentlich? Den Begriff kann man sich zwar leicht herleiten. Trotzdem scheint er fast so umstritten wie David Hasselhoff. Und das soll was heißen.

Manch einer setzt Selbstmanagement mit Zeitmanagement gleich. Andere widersprechen dem vehement und argumentieren, dass Zeit nicht zu managen sei, zumal jeder von uns unveränderbar dieselbe Anzahl davon besitzt – und zwar 24 Stunden pro Tag. Da ist wohl was Wahres dran.

Prinzipiell lässt sich nicht bestreiten, dass Selbstmanagement das Ziel verfolgt, die eigene Lebensweise bewusst aus eigenen Ressourcen heraus zu gestalten. Dabei wird sowohl die Planung und Organisation, als auch die Zielsetzung, Motivation, Steuerung und Nachkontrolle der eigenen Lebens- und Arbeitsweise berücksichtigt.

Kurz gesagt: Wenn Du auf Selbstmanagement Methoden zurückgreifst, bist Du Unternehmen und Manager zugleich. Dein Körper und Geist mit all seinen Glaubenssätzen und physiologischen Eigenschaften personifiziert das Unternehmen – wie Du damit umgehst, also welches Verhalten du an den Tag legst, um dieses Unternehmen zum Gedeihen oder Verderben zu bringen, repräsentiert Deine Funktion als Manager.

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Du siehst: Selbstmanagement hat viel mit Eigenverantwortung zu tun. Bevor du also das nächste Mal einen Verantwortlichen für Deine Fehltritte, schlechte Laune oder negatives Umfeld suchst, frage Dich zunächst einmal, ob Du Dir diese „Anschuldigung“ leisten kannst bzw. ob sie gerechtfertigt sind.

Ich weiß, das kann manchmal schwierig sein … gerade wenn Dein Ego am innerlichen Aggressionsknochen juckt und es überaus verführerisch und wohltuend wäre, Dich daran zu kratzen. Aber hey: wenn du so drüber nachdenkst, kann auch viel Freiheit hinter einem selbstbestimmten, eigenverantwortlichen Leben stecken, oder? 😉

Bevor ich Dir die versprochenen Tipps zu Selbstmanagement Methoden verrate, möchte ich Dich also bitten, ein Versprechen mit Dir selbst auszumachen: Lebe in Eigenverantwortung und habe Geduld.

Gib Dir selbst und der Außenwelt ein wenig Zeit, bis die Veränderungen in und mit Deinem Selbst Erfolge zeigen können, denn wie Dir vielleicht bereits zu Ohren gekommen ist …

„Gewohnheiten sind zuerst Spinnweben, dann Drähte“
– Sprichwort aus Spanien

Nunja, die schwierigste Sprache der Welt ist Klartext. Dann wollen wir mal.

Bevor wir beginnen, sollte ich Dich allerdings darauf hinweisen, dass natürlich auch ich nicht die Weisheit mit großen Löffeln gegessen habe und Dir das Gelbe vom Ei versprechen kann.

Mir ist allerdings aufgefallen, dass die wenigsten Ratschläge in der Antarktis voller Informationen (auch Internet genannt) auf persönliche Relevanz zugeschnitten sind, sondern lediglich Methoden zum Besten geben, mit der Du als Leser oft nicht weißt, was damit anzufangen ist.

Als würdest Du zum Arzt gehen, der Dir Tabletten gegen Rückenschmerzen verschreibt und sich dann wortlos verabschiedet, ohne Dich über mögliche Ursachen zu informieren. Damit verwehrt er Dir die Möglichkeit, in Zukunft präventiv zu agieren und aus eigener Kraft neuen Schmerzen vorzubeugen.

Die folgenden Tipps und Methoden sollen nicht nur Symptome bekämpfen, sondern auch über die Ursachen aufklären. Hoffen wir mal, Du findest sie wertvoll 😉

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(Er)kenne Dich selbst!

Beginnen wir gleich mit einem der wichtigsten, wenn nicht sogar dem wichtigsten Ratschlag von allen: Kenne Dich selbst. Wie wir bereits eingangs festgestellt haben, wirken Selbstmanagement Methoden besser, wenn Du sie mit einer guten Portion Eigenverantwortung durchführst.

Viel wichtiger ist dabei allerdings, dies im vollen Bewusstsein Deiner eigenen Stärken und Schwächen zu tun.

Dazu eine kleine Metapher:
Stell Dir vor, Du wärst ein buntgestreifter Kaiserfisch aus dem Indischen Ozean und würdest vorläufig in einem Aquarium wohnen, das in einer Reihe platziert wurde, in der neben Dir noch eine Robbe, ein Hund, ein Affe und ein Elefant aufgestellt wurde. Ihr alle nehmt an einem Wettbewerb teil, durch den das schlauste Tier unter euch ermittelt werden soll.

Damit jeder die gleiche Chance besitzt, gibt euch die Jury dieselbe Aufgabe: „Klettert auf den Baum hinter euch. Wer als erstes oben ist, hat gewonnen.“

Vielleicht hast Du diese Analogie bereits irgendwo schon mal so ähnlich gehört oder gesehen. Natürlich wirst Du diesen Wettbewerb niemals gewinnen können. Du bist ein Fisch, der unter Wasser lebt. Es ist unmöglich für Dich, aus dem Aquarium zu springen und die Krone des Baumes zu erreichen. Außerdem würdest Du nach einer Weile drauf gehen, weil dein wahrer Lebensraum der Ozean und keine grasgrüne Steppe ist.

So verhält es sich auch mit Ratschlägen. Du kannst keinen Tipp anwenden, der keine Wirkung zeigt. Wenn Du ein Fisch bist und den Ratschlag „Klettere auf Bäume, dann wirst Du groß und stark“ hörst, kannst Du nur die Flossen schütteln.

Das mag für Affen funktionieren, aber nicht für Dich.

 

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Alle Selbstmanagement Methoden sind zwecklos, wenn Du nicht weißt, welches Selbst Du managst. Kennst und er-kennst Du Dich nicht selbst, läufst du Gefahr, die Methoden zum Selbstmanagement auf eine Art umzusetzen, die nicht zu Dir selbst passen – und Dich im schlimmsten Fall unglücklich machen. Die Folge: Du verlierst die Motivation und gibst früh auf.

Dass fehlende und falsche Kenntnis über die eigene Person großen Unmut bringen können, wusste man bereits im antiken Griechenland. Es gab da mal einen Politiker und Feldherr namens Xenophon, der nebenbei auch Schriftsteller war. In einem seiner Werke schildert er einen Dialog zwischen Sokrates (dem wohl bedeutendsten Philosophen im antiken Griechenland) und Euthydemos, einem jungen Mann, den es drängt, später mal Politiker zu werden. In dem Gespräch ging es um Gerechtigkeit und Selbsterkenntnis.

Sokrates brachte seinem Gesprächspartner die Weisheit nahe, dass Selbsterkenntnis größte Vorteile – Selbstenttäuschung aber größte Nachteile mit sich bringen. Gleichzeitig verwies er ihn dabei auf die Inschrift des Apollotempels, einer Weisungsstätte bei der Stadt Delphi. Diese Inschrift beinhaltete die Worte “gnothi seauton” (Erkenne Dich selbst).

Als Euthydemos ihn fragte, was genau das bedeuten soll, gab Sokrates ihm folgende Antwort:

„ … wer sich selbst kennt, der weiß, was für ihn nützlich ist, und vermag zu unterscheiden, was er kann und was nicht. Wer das betreibt, was er versteht, der erwirbt sich, was er benötigt, und es geht ihm gut; andererseits hält er sich von dem fern, was er nicht versteht, und so begeht er keine Fehler und bleibt vor Unheil bewahrt….“

Durch diesen Ausflug ins antike Griechenland konnte man die Wichtigkeit der Selbsterkenntnis nochmals untermauern.

Außerdem bestärkt er das so oft zitierte Sprichwort:
„Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.“
Jetzt wissen wir auch, warum.

Um mehr Selbsterkenntnis zu erlangen, lohnt es sich, Deinen persönlichen Sweet-Spot zu ermitteln. Damit ist die Schnittstelle zwischen einem Wissensgebiet, auf dem Du sehr versiert bist oder einer besonderen Fähigkeit, die Du besitzt, und einem stark ausgeprägten Interesse bzw. Deiner persönlichen Leidenschaft gemeint.

Fertige dazu eine zweispaltige Tabelle an, in der Du links Deine besonderen Fähigkeiten sowie Kenntnisse und rechts deine Interessen und Leidenschaften niederschreibst. Nimm Dir ausreichend Zeit dafür.

Wann immer Du das nächste Mal vor einer Entscheidung stehst, welche Ziele Du verfolgst, welchen Beruf Du wählst oder welchen Tipps zur persönlichen Weiterentwicklung Du am meisten Gehör verschaffen solltest, kannst Du einen Blick auf Deine Liste werfen. Frag Dich dann: „Wie würde ich handeln, wenn ich meine Entscheidung unter Berücksichtigung meines persönlichen Sweet-Spots treffe?“

Auf dieser Basis kannst Du nun Selbstmanagement Methoden finden, die für Dich selbst am besten sind. Das solltest Du übrigens auch bei den hier vorgestellten Tipps berücksichtigen 😉

Wie heißt es so schön: Viele Wege führen nach Rom. Und das ist auch in Ordnung so. Vielleicht führt Deiner ja über Xiamen (Küstenstadt im Südosten von China).

2

Unterscheide universelle Wahrheiten von Deinen Wahrheiten

Es ist nicht nur elementar, sich bei der Auswahl bestimmter Methoden auf seine eigenen Stärken und Schwächen zu besinnen, sondern auch bei deren Umsetzung.

Klar macht es rational Sinn, Methoden anzuwenden, die durch zahlreiches positives Feedback ihre „Daseinsberechtigung“ haben. Die meisten davon haben ihre Gültigkeit sogar bereits in der Praxis bewiesen. Trotzdem sind sie nicht für jeden gleich anwendbar.

Ein Beispiel: Es ist wohl kaum zu bestreiten, dass Bewegung förderlich für die Gesundheit ist und langfristig das menschliche Wohlbefinden steigert. Man könnte also als universelle Wahrheit festhalten: „Bewegung fördert die Gesundheit.“

Das Problem bei universellen Wahrheiten sind ihre Subkategorien. Sie sind nicht universell, sondern meistens nur weitestgehend, manchmal sogar nur individuell wahr und dementsprechend auch nicht für jeden Menschen umsetzbar.

Bleiben wir beim Beispiel Bewegung. Passend zur universellen Wahrheit „Bewegung fördert die Gesundheit“ könnte man daraus jetzt die Subkategorie „Joggen fördert die Gesundheit“ basteln.

Die meisten würden dieser Unterkategorie nickend zustimmen und als wahr befinden. Wie wäre es nun aber, wenn du denselben Satz zu einem Beinlosen im Rollstuhl sagst? Glaubst Du, er würde der Aussage ebenfalls zustimmen? Jetzt sind wir uns schon nicht mehr so sicher.

Vielleicht würde er sagen „Ja stimmt, Joggen fördert die Gesundheit, nur eben nicht meine.“
Natürlich ist dieses Beispiel plakativ gewählt, aber seinen Sinn verfehlt es trotzdem nicht. Und genau hier haben wir das Dilemma mit Subkategorien universeller Wahrheiten: sie sind wahr und plausibel – gleichzeitig aber nicht für jeden anwendbar.

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Ein BMW M6 ist kein Renault Clio, obwohl beides ein Auto ist.
In etwa so sind auch wir Menschen: Individuen mit individuellen Eigenschaften. Der eine hat einen Workaholic-Motor in sich und kann 70 Stunden die Woche auf Hochtouren arbeiten, während der andere für dieselbe Leistung bereits Burnout kriegt und einen Boxenstopp einlegen muss.

Wenn Du weißt, dass Bewegung Deine Gesundheit fördert, Du Joggen aber langweiliger als Krankenversicherungswechsel findest, wären 30 Minuten Basketball vielleicht ratsamer für Dich (gesetzt dem Fall du magst Basketball). Den Aspekt der Bewegung hast Du dabei immer noch mit drin, musst aber nichts tun, wogegen Du Dich sträubst.

Zusammenfassend kann man da nur festhalten: Sei Du selbst und hinterfrage, was gegeben ist.

„Habe den Mut, dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen“
– Immanuel Kant, deutscher Philosoph

PS: Auch meine Tipps, Ratschläge und Methoden solltest Du hinterfragen und so umsetzen, dass sie für DICH am besten gelingen.

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Die GTD-Methode nach David Allen

David Allen ist US-amerikanischer Berater, Autor und Erfinder der Produktivitätsmethode GTD, die für „getting things done“ (sinngemäß: „Dinge geregelt kriegen“) steht. GTD gehört zu den bekannteren Selbstmanagement Methoden, die auch heute noch von Führungspersonen aus aller Welt genutzt wird. Die GTD-Methode hat Ähnlichkeit mit dem Eisenhower-Prinzip, folgt aber einem strukturelleren Ansatz und ist ausführlicher.

Im Wesentlichen besteht die Methode aus 5 Schritten:

Schritt 1: Input sammeln / Speichern

Bevor wir unseren Kopf produktiv nutzen können, müssen wir ihn erstmal frei kriegen. Mit Input sind hierbei alle zu erledigenden Aufgaben gemeint, die in Deinem Kopf herumschwirren und Dich beschäftigen. Genau deshalb ist es wichtig, aus dem reißenden Strom deiner neuronalen Autobahn zunächst mal einen ruhigen Teich zu machen.

Nimm Dir ein wenig Zeit, alle To-Do’s für die anstehende Woche auf ein Din-A-Blatt, Dein Journal, via Email, bei einer App wie Evernote, im Kalender, auf Karteikärtchen oder ähnlichem zu dokumentieren. Wichtig ist dabei, dass Dein Schriftstück oder digitales Dokument leicht abrufbar, stets greifbar und vollständig ist.

Gerade aus letzterem Grund solltest Du den ersten Schritt nicht überhastet durchlaufen, sonst vergisst Du vielleicht eine wichtige Aufgabe. Das kann hinterher zu mehr Stress führen.

Schritt 2: Input prozessieren / Studieren

Als nächsten Schritt solltest Du die niedergeschriebene To-Do-Liste in kleinere Prozess-Schritte untergliedern. Zunächst trennst Du dafür alle auf der Input-Liste befindlichen To-Do’s in „Aufgaben, die eine aktionsfokussierte Handlung erfordern“ und „Aufgaben, die keine konkrete Handlung erfordern“.

Das kannst Du zum Beispiel in Form einer Tabelle realisieren, in der beide Aufgabentypen sichtbar links und rechts voneinander getrennt werden.

Jetzt nimmst Du Dir abwechselnd eine Aufgabe vor und bearbeitest die Liste Stück für Stück.
Beginne am besten mit den Aufgaben, die eine aktionsgebundene Handlung bedürfen.

Falls eine Handlung erforderlich ist, gibt es 3 Möglichkeiten, wie du vorgehen kannst …

  • Führe sie sofort durch, wenn sie nicht mehr als 2 Minuten in Anspruch nimmt
  • Delegiere sie oder
  • Verschiebe sie und kennzeichne sie als „nächsten Schritt“ (mehr dazu in Schritt 3)

Falls keine Handlung erforderlich ist, kannst Du noch simpler vorgehen …

  • Wirf es direkt in den Müll
  • Archiviere es als „Referenzmaterial“ oder
  • Füge es zur Liste „Vielleicht/Irgendwann“ hinzu (siehe Schritt 3)

Selbstmanagement Methoden am besten anwenden, indem wie in der GTD-Methode nach David Allen zuerst eine To-Do-Liste angefertigt wird

Schritt 3: Resultate organisieren / Sortieren

Um beim Delegieren und Verschieben Deiner Aufgaben nicht den Überblick zu verlieren, werden sie durch übersichtliche, separate Listen organisiert. Bisher bist Du wie folgt vorgegangen: Alle zu erledigenden Aufgaben wurden erfasst und anschließend in zwei Kategorien unterteilt. Jetzt geht es darum, diese Kategorien in einen Kontext zu bringen. Dazu erstellst Du so genannte Kontext-Listen.

Bestandteile der Kontext-Listen sind nach David Allen …

  • „Nächste Schritte“ – hier werden alle verschobenen Aufgaben aufgelistet sowie eine Notiz, was als unmittelbar nächsten Schritt zu tun ist. Achte darauf, dass die Notizen spezifisch sind und Verben beinhalten.

Nicht …

  • Autoreifen

sondern …

  • Autohaus Werner anrufen und Termin zum Reifenwechsel vereinbaren
  • „Projekte“ – Hier werden alle Aufgaben aufgelistet, für die mehr als nur eine Handlung erforderlich ist. Wenn Du also gerade dabei bist, einen Gartenteich zu bauen, wirst Du das nur in mehreren Arbeitsschritten realisieren können. Diese jeweiligen Schritte kannst Du wiederum in „nächste Schritte“ zusammenfassen oder den nächsten Arbeitsschritt mit Datum im Kalender eintragen
  • „Ausstehend“ – Wenn Du Aufgaben delegiert hast, kannst Du sie in dieser Liste vermerken. So weißt Du immer genau, welche Lieferung noch aussteht, welche E-Mail noch nicht weitergeleitet wurde oder wer Dir noch wieviel Geld schuldet (je nachdem, welches Beispiel in Dein Leben passt).
  • „Vielleicht/Irgendwann“ – Hier schreibst Du alle Dinge auf, die noch nicht entschieden sind und keinen zeitlichen Rahmen haben. Das können DVDs sein, die Du gern sehen möchtest, Bücher, die Du gern lesen möchtest oder Orte, die Du gern bereisen möchtest.
Manchmal bedeutet Irgendwann auch Nie. Trotzdem lohnt es sich, die Punkte in der Liste zu vermerken, um sie dadurch öfter ins Gedächtnis zu rufen.
  • „Terminkalender“ – Jetzt das genaue Gegenteil. Alle Tätigkeiten, die einen festen Zeitrahmen besitzen und entschieden sind, werden im Terminkalender vermerkt. Dazu zählen Reisetermine, Arztbesuche, Geschäftsessen oder bereits vereinbarte Besprechungen mit anderen Mitmenschen.
  • „Referenzmaterial“ – Hier sind Begleitmaterial und andere Ressourcen untergebracht, die als Archiv dienen und bestimmte Aufgaben oder Projekte unterstützen. Es sollte dabei schnell und einfach gehen, die Materialen zu verstauen und wieder zu entnehmen (60-Sekunden-Regel). Lege das Archiv also am besten alphabetisch an.

Welche Art von Archiv Du benutzt, ist dir überlassen. David Allen empfiehlt z.B. Hängeregister, Karteikästen, Schnellheftmappen oder auch Rollschränke. Natürlich kannst Du Dir auch eine alphabetische Registervorlage im weltweiten Netz besorgen und als Archiv benutzen, wenn der Großteil Deiner Referenzen aus digitalen Dokumenten besteht 😉

Schritt 4: Prüfen / Kontrollieren

Jetzt wird es einfach. Aber wie Du sicher weißt: Dinge, die leicht zu tun sind, sind auch leicht nicht zu tun. Kontrolliere Deine Aufgaben täglich und wöchentlich.
Mindestens einmal täglich solltest Du dabei auf den Terminkalender schauen und die Kontextlisten prüfen.

Einmal wöchentlich erfolgt dann die Wochendurchsicht, bei der du erledigte Aufgaben abhakst, durchstreichst oder aus dem System nimmst. Hierzu kannst du einem Projekte einen „nächsten Schritt“ zuweisen sowie neue Projekte und Ziele mit in dein System aufnehmen.

Schritt 5: Ausführen / Erledigen

Abschließend geht es darum, einen “nächsten Schritt” zu erledigen, den Du anhand des von Dir erstellten Systems mit Kontext-Listen ausführen kannst. Um das ganze praktikabel zu machen, kannst Du das „Dreifach-Modell für tägliche Aktivitäten“ verinnerlichen und für Aufgaben im Verlaufe des Tages berücksichtigen.

  1. Führe eine Handlung Deiner „Nächste-Schritte“-Liste aus
  2. Erledige zuerst die wichtigsten Aufgaben auf der Liste und widme Dich danach verschobenen, delegierten oder „2-Minuten“-Aufgaben
  3. Füg neue Aufgaben zu Deiner Nächste-Schritte-Liste hinzu und wiederhole den Prozess am nächsten Tag. Bei 2-Minuten-Aufgaben kannst Du sie auch abends oder noch sofort erledigen 😉

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Orientiere Dich an den „8 Fragen für richtiges Zielen“

Wenn Du dich für Persönlichkeitsentwicklung interessierst, bist Du sicher bereits das eine oder andere Mal auf Artikel gestoßen, die sich mit dem Erreichen persönlicher Ziele beschäftigten.

Vielleicht ist Dir dabei das SMART-Prinzip begegnet, wonach Ziele …

  • spezifisch
  • messbar
  • akzeptiert/attraktiv
  • realistisch und
  • terminiert

sein sollten, um sie bestmöglich umsetzen und auch erreichen zu können.

Die „8 Fragen für richtiges Zielen“ erweitern dieses Prinzip nun um einige wichtige Faktoren, die Deine Perspektive ändern und die Motivation, Deine Ziele zu erreichen, nochmals verstärken.

Frage #1: Ist das Ziel positiv formuliert?

„Ich will weniger wiegen als Opa Berthold“ ist zwar ein positives Ziel, enthält aber einen Vergleich mit dem Opa und hat deshalb einen negativen Beigeschmack. Ziel ist es, Deine negativ behafteten Emotionen und Bilder eines Problems, das Du hast, durch positive mentale Muster zu ersetzen.

Wichtig sollte dabei auch sein, welcher Zielkategorie Deine Formulierung dient. Formulierst Du ein Kompetenzziel, ein Etappenziel oder doch eher eine große Vision?

Wenn Du Selbstmanagement Methoden erfolgreich anwenden willst, solltest Du dir hohe, relevante und für dich persönlich reizvolle Ziele setzen

Frage #2: Was ist das Ziel hinter dem Ziel?

Es sollte nicht schaden, Dir die Frage zu stellen, wofür Dein Ziel (überhaupt) gut ist.
Oft verstecken sich hinter tiefergründigen Zielen abstrakte Konzepte wie Freiheit, Selbstverwirklichung, Selbstständigkeit, Liebe oder Gesundheit. Manchmal lassen sich Ziele hinter dem Ziel aber auch auf andere Art und Weise erreichen, wie man selbst vielleicht zuvor dachte.

Ein Beispiel: Angenommen Du formulierst das Ziel „Ich möchte in 3 Jahren 20 Kilogramm abnehmen“. Nun fragt Dich dein bester Freund: „Was ist eigentlich das Ziel hinter deinem Ziel?“ und Du antwortest spontan „Wenn ich es mir so recht überlege…mehr Selbstliebe erfahren.“

Jetzt wäre eine interessante Frage, ob Du nicht vielleicht auch mit anderen Ressourcen und Fähigkeiten, die Du besitzt, zu mehr Selbstliebe kommen kannst … als durchs Abnehmen.

Durch die Auseinandersetzung mit der Frage vermeidest Du zusätzlich, dass Du ein Ziel verfolgst, von dessen Erreichung Du hinterher enttäuscht sein könntest, weil es doch nicht das war, was Du im Kern wolltest.

Frage #3: Ist das Ziel für Dich selbst attraktiv?

Diese Frage mag Dir jetzt vielleicht komisch vorkommen, denn wer würde schon freiwillig ein Ziel verfolgen wollen, das er nicht reizvoll und attraktiv findet?

Wenn wir etwas tiefer in ihren Zweck blicken, wird allerdings deutlich, was sie bewirken soll.
Attraktiv bedeutet in dem Belang auch, ob Dein Ziel wirklich mit Deinen persönlichen und tiefsten Werten vereinbart wurde – oder vielleicht fremdbestimmt ist.

Viele Menschen absorbieren fremdgeleitete Ziele von der Gesellschaft, dem, was gemeinhin als „anerkannt“ empfunden wird, der Werbeindustrie oder Dogmen von Eltern. Deswegen ist es an dieser Stelle wichtig, das Ganze mal mutig und selbstbewusst zu hinterfragen 😉

Tipp: Du kannst die Attraktivität Deines Ziels steigern, indem Du an deinem WARUM feilst. Versuche, Dein Ziel als authentische Absicht zu formulieren, nicht als Wunsch ans Universum.

So geht’s nicht:

  • „Ich will mit dem Rauchen aufhören, weil ich dann schon irgendwie gesünder leben kann.“

Sondern …

  • „Ich höre mit dem Rauchen auf, weil ich es leid bin, nicht mit meinen Kindern draußen spielen zu können, ohne wie ein Mammut zu schnaufen … weil ich ihretwegen das Risiko nicht eingehen möchte, an Lungenkrebs zu sterben … weil ich kein Bock mehr hab, von meiner Frau als „Stinker“ bezeichnet zu werden … “

Sei spezifisch, facettenreich und entschlossen.

So sorgst Du für genug Anziehungskraft für Deine Ziele.

„Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.“
– Friedrich Nietzsche, Sprachwissenschaftler, Philosoph

Frage #4: Ist Dein Ziel realistisch und selbst erreichbar?

Die nüchterne Wahrheit ist: Niemand kommt, um für Dich deine Ziele zu erreichen. Du solltest sie deshalb selbstwirksam formulieren und bestenfalls in mehrere Zwischenschritte aufteilen.

Frage Dich, welche Kompetenz- und Etappenziele Du für Dein Endziel benötigst und schreib sie nieder. Welche Fähigkeiten und welches Wissen musst du erwerben, damit Dein Ziel realistischer zu erreichen ist?

Welche kleinen Etappen gilt es zu erobern, bis Dein Ziel greifbar wird?

Das heißt nicht, dass Du vor großen Zielen zurückschrecken sollst. Im Gegenteil. Du solltest nur nicht die vielen kleinen Mikroanstrengungen bis zum Erreichen des Ziels vergessen.

Richtig: Ziele erreichen ist simpel, aber nicht einfach 😉

Frage #5: Ist Dein Ziel zeitlich gegliedert?

Mit dem Erfolg ist das oft wie mit Ernten und Jahreszeiten. Du überstehst einen kalten, harten Winter, setzt die ersten Samen im Frühling, erlebst einen schweißtreibenden Sommer und darfst Dich im Herbst auf die Ernte freuen. So ist das auch mit Deinen ganz persönlichen Zielen.

Es ist unnatürlich – und sicher auch nicht gerade gesund – im Frühling bereits ernten zu wollen, was längst nicht gereift ist. Respektiere also die „Jahreszeiten“ deiner Ziele.

Was Du allerdings tun kannst (und solltest), ist Deine Ziele saisonal zu planen. Was wirst du die nächste Woche und nächsten Monat tun, um deinem Ziel ein Schritt näher zu kommen? Wie sieht es im nächsten halben Jahr aus? Was willst im ersten Jahr erreicht haben, und wie genau soll Dein Leben in fünf Jahren aussehen?

☛ Aufschreiben und immer wieder ins Gedächtnis rufen.

Frage #6: Ist Dein Ziel messbar und greifbar?

Bestenfalls kann Dein Ziel auch in nackten Zahlen ausgedrückt werden. Das kann eine konkrete Kilogramm- oder Kilometeranzahl sein, die Position bzw. Stellenbeschreibung Deiner Arbeit, eine Summe oder ein bestimmter Ort.

Bei abstrakteren Zielen, die Emotionen wie „angstfrei leben“ oder „frei sein“ beschreiben, lohnt es sich, Deinen Zustand in Skalen zu erfassen. Kategorisiere die Emotion z.B. in einer Skala zwischen 1 und 10, wobei 10 den Zielzustand repräsentiert.

Wie fühlt sich „angstfrei leben“ auf Skala 10 an? Welche Gedanken, Gefühle und körperlichen Symptome nimmst Du dann wahr? Schreibe wenn möglich zu jedem Skalenwert ein kurzes Symptomprotokoll, womit Du in Zukunft überprüfen kannst, auf welcher Skala Du dich gerade befindest und wann genau Dein persönliches Ziel erreicht wurde.

Frage #7: Ist das Ziel mit Deiner Umwelt verträglich?

Eine Frage, die im oben erwähnten SMART-Prinzip zum Beispiel nicht berücksichtigt wird – und doch essenziell ist. Wie heißt es so schön: Du bist die Summer der 5 Menschen, mit denen Du am meisten zu tun hast. Dein Umfeld kann entweder Katapult oder Free-Fall-Tower für Deinen Erfolg sein.

Dein Ziel kann noch so reizvoll, spezifisch und zeitlich terminiert sein – wenn Du anfällig für Kritik oder negative Äußerungen Deiner Umgebung bist, kann das mitunter dazu führen, dass Deine Willenskraft respektive Selbstdisziplin so sehr in den Keller gehen, dass Du deswegen aufgibst.

Du solltest Dir also die Frage stellen: Wer könnte etwas dagegen haben, dass Du Dein Ziel erreichst? Werden Deine Eltern, Freunde und Arbeitskollegen Dich vielleicht auslachen oder schlimmer noch – Dich daran hindern wollen? Könnten die Menschen in Deiner Umgebung eventuell lästern oder sich anderweitig negativ über Deine ersten sichtbaren Resultate auslassen?

Wenn ja, wie gehst Du damit um?

Nimm dir so viel Zeit wie nötig ist, um diese Frage zu überdenken. Mach dir klar, wer und was in deinem Leben Energie-Vampire sind und welche Opfer du vielleicht bringen musst, um Deine Ziele erreichen zu können.

Energie-Vampire sind hinderlich auf dem Weg, die passenden Selbstmanagement Methoden am besten umsetzen zu können

Frage #8: Wie genau sieht deine Welt im Ziel aus?

Um vor und während dem Weg zum Ziel für genügend Motivation und Inspiration zu sorgen, solltest Du Dir Dein Ziel immer wieder vor Augen halten und regelmäßig visualisieren. Der Schweizer Psychologe Carl G. Jung hat damals bereits durch Forschung herausfinden können, dass innere Bilder sich positiv auf die psychische Gesundheit des Menschen auswirken können.

Inzwischen weiß man um die positive Auswirkung von Visualisierungen auch durch Hochleistungssportler oder wenn man bestimmte Bücher über Mentaltraining liest. Es lohnt sich also, wenn Du Dich in der “Welt des Ziels” umschaust, dich in sie hineindenkst und dir vor Augen führst, welche Bilder und Emotionen in der Welt bei Dir auftauchen.

Tipp: Um aus Deinen Visualisierungen die meiste Anziehungskraft zu erzeugen, empfiehlt sich Dir ein Vision Board anzulegen. Manch einer nennt es auch „Dream Collage“ oder Zielcollage. Dabei wird die Welt Deiner Ziele und Träume gewissermaßen verbildlicht.

Realisieren kannst Du dies zum Beispiel, indem Du inspirierende Bilder aus Mode- und Designzeitschriften, Reisemagazinen oder aus dem weltweiten Netz (hier ist die Plattform Pinterest besonders ratsam) auf einer Pinnwand oder einem Whiteboard befestigst.

Welche Bilder Du benutzen willst, bleibt natürlich Dir überlassen. Das können exotische Reiseziele, Dein Lieblingsauto, das Traumhaus, inspirierende Landschaften, besonderer Wein, den Du gern verkosten möchtest, bestimmte Abenteuer, die Du erleben willst und vieles mehr sein.

Ein Vision Board sorgt dafür, dass Du Dir die Welt deines Ziels nicht nur kurzzeitig innerlich vorstellst, sondern durch kontinuierliches Betrachten in Deinem Unterbewusstsein verankerst. Auf diese Weise wirken sie sich wiederum positiv auf die intrinsische Motivation aus, Deine Ziele zu erreichen.

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Die Fokus-Frage nach Gary Keller

Gary Keller ist Autor und Gründer von Keller Williams Reality, der größten Immobilienfirma in Nordamerika. In seinem Buch „The One Thing“, das sich nicht zuletzt auf der New-York-Times-Bestseller-Liste befindet, verrät er dem Leser aufschlussreiche Produktivitätstechniken und wie man es schafft, mit weniger Anstrengung mehr Resultate zu erzielen.

Eine erfolgsversprechende Methode ist dabei die Fokus-Frage. Wie der Name schon vermuten lässt, soll sie zu mehr Fokus für die persönlichen Ziele führen, sodass man die richtigen und zielgerichteten Entscheidungen für das gewünschte Endergebnis trifft.

Zweck der Fokus-Frage ist es, das Endergebnis bereits im Hinterkopf zu haben, um darauf basierend eine komplementäre Entscheidung im Hier und Jetzt zu treffen. Dieser Ansatz beruht auf dem Konzept der hyperbolischen Diskontierung, was im englischen abgekürzt auch „present bias“ genannt wird.

Damit ist eine kognitive Wahrnehmungsverzerrung gemeint, wonach wir Menschen die Tendenz haben, kleinere Belohnungen aus dem Hier und Jetzt gegenüber großen Belohnungen in der Zukunft zu bevorzugen. Das ist übrigens auch einer der vielen Gründe, warum es uns so schwer fällt, schlechte Gewohnheiten abzulegen.

→ Weil wir das, was wir am meisten wollen, für das aufgeben, was wir jetzt wollen.

Kommen wir zur Fokus-Frage.

„Was ist die EINE Sache, die ich jetzt tun muss, damit ich auf dem richtigen Weg bin, meine Ziele für diese Woche zu erreichen, damit ich auf dem richtigem Weg bin, meine Ziele für diesen Monat zu erreichen, damit ich auf dem richtigen Weg bin, meine Ziele für dieses Jahr zu erreichen, damit ich auf dem richtigen Weg bin, meine Ziel in 5 Jahren zu erreichen … sodass, wenn ich sie tue, alles andere leichter oder überflüssig wird?“

Wie Du siehst, beabsichtigt die Frage, dem Present-Bias entgegenzusteuern. Mit dem Ende im Hinterkopf fokussierst Du Dich auf die Auswirkungen Deiner jetzigen Handlungen für die Zukunft und kannst dadurch gewinnbringendere Entscheidungen treffen.

Es lohnt sich also, die Fokus-Frage nach Gary Keller als Brain-Tattoo in Dein Denkzentrum einzupflanzen und immer wieder abzurufen. So bleibst du fokussiert und triffst bessere Entscheidungen 😉

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Life’s Big Rocks nach Lothar Seiwert

Zeit und Energie sind unser wertvollstes Kapital. Wenn wir die für uns passenden Selbstmanagement Methoden umsetzen, nutzen wir dieses Kapital als Investition – nicht als Verschwendung.

Die kluge Investition in Zeit ist also essenziell für Deinen Erfolg. Und wenn Du wissen willst, wie Du sie möglichst ertragreich nutzen kannst, lohnt sich ein kleiner Zeitvertreib mit Deutschlands tonangebenden Zeitmanagement-Experten Lothar Seiwert.

Brian Tracys hat in seinem Buch „Eat that frog“ das Konzept vermittelt, die schwierigsten und wichtigsten Aufgaben direkt zu Beginn des Tages zu erledigen, um sein Energielevel besser zu managen und außerdem Zeit für Spaß und Muße zu haben.

Diesen Ansatz hat Lothar Seiwert durch die Methode „Life’s Big Rocks“ erweitert und auf eine ganze Wochenplanung übertragen. So weit, so gut. Doch wie genau sieht das praktisch aus?

Stell Dir einen Becher vor, der zu drei Vierteln mit vielen kleinen Kieselsteinchen gefüllt ist. Diese Steinchen repräsentieren all die kleinen, dringenden, aber mehrheitlich unwichtigen Aufgaben, mit denen Du die ganze Woche über beschäftigt bist.

Damit sind das Checken deiner E-Mails, kurze Telefonate, das Browsen durch Apps, kleine Gespräche mit Mitarbeitern usw. gemeint.

Dann gibt es da noch die großen Steine (oder auch „Big Rocks“) – die wirklich wichtigen Aufgaben, die Du persönlich und beruflich die Woche über zu tun hast.

Da Dein Becher nun bereits zu drei Vierteln voll von kleinen Kieselsteinchen ist, passen die großen Steine nicht mehr oben drauf. Sie würden überschwappen und runterfallen.

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So sieht das dann meistens auch im wirklichen Leben aus. Das Maß ist im wahrsten Sinne des Wortes voll, der Geduldsfaden geplatzt. Das Gewicht der wichtigen Aufgaben lastet schwer und raubt zu viel Energie, sodass wichtige Aufgaben nicht mehr rechtzeitig oder genügsam erledigt werden können.

Was sollte man also tun? Richtig, den Spieß – in dem Fall die Steine – umdrehen.

Wenn Du zuerst die Big Rocks in Deinen noch leeren Becher füllst, passen die kleinen Kieselsteinchen problemlos hinein, ohne dass der Becher überschwappt. Sie lagern sich in den Zwischenräumen der großen Steine ab, übergießen sie und decken sie schließlich zu.

Im Idealfall sollte so auch Dein Tagesablauf aussehen. Du startest produktiv in den Tag und widmest Dich abends reinen Gewissens den kleinen, unwichtigen und freizeitlichen Aufgaben.

Der leere Becher kann hier übrigens auch symbolisch als unbeschriebenes Blatt interpretiert werden, auf dem noch keinerlei To-Do’s vermerkt sind.

Wenn du deinen Wochenplaner also proaktiv zur Hand nimmst und Deine großen Steine bewusst in den Tag einplanst, blockierst Du damit Deinen jeweiligen „Big Rock“ und hast immer noch Zeit für all die anderen, dringenden, nicht so wichtigen Dinge.

Tipp: Nimm Dir sonntags eine Stunde Zeit, um die komplette bevorstehende Woche zu planen. Schreib Deine „Big Rocks“ zuerst in den Planer und blockiere sie zeitlich. Wenn die berufliche Natur es zulässt, erledige sie als allererstes am jeweils eingeplanten Tag. Blockiere danach Zeit für Freizeit und Muße. Am Schluss markierst Du Zeit fürs Planen (z.B. wieder 1 Stunde sonntags).

Man kann also festhalten: Willst Du bei dir selbst, Deinem Gewissen und Deinem eigenen Wohlbefinden einen Stein im Brett haben, plane die großen Steine zuerst in den Wochenablauf ein. Bestenfalls sollte ein Big Rock die erste Aktivität sein, mit der Du in den Tag startest, damit alle Ausreden eliminiert werden.

Natürlich ist ein Big Rock für jeden unterschiedlich. Der eine hat Rückenschmerzen und muss 2x wöchentlich trainieren, um einer Operation zu umgehen. Das sind dann seine beiden großen Steine für die Woche. Dem anderen würde ein bewusst eingeplantes, einstündiges Zwiegespräch mit der Ehefrau gut tun. Dann wäre das sein persönlicher Big Rock für die Woche.

Oder es wird Zeit für Muße und Freizeit eingeplant, die im sonst typischen Workaholic-Leben auf der Strecke geblieben ist und unter dem ganzen Geröll niederprassender Verpflichtungen vergraben blieb.

Als großen Stein – der in dem Fall auch eine große Last abwirft – könnte ein Spaziergang durch die Weinreben der Nachbarsgemeinde oder einen 2-Stunden-Wellnessaufenthalt bewusst in die Woche eingeplant werden.

Durch die Life’s Big Rocks Methode wirst du langfristig …

  • Aufschieberitis und Prokrastination überwinden
  • Dein Gewissen bereinigen
  • mehr körperliche und mentale Energie besitzen
  • mehr Zeit für Freunde, Familie und Deine Hobbies haben
  • produktiver sein und schneller Deine Ziele erreichen

Merk dir also: „Put the big rocks in first.” Umgekehrt geht es eben nicht.

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Satzergänzungen nach Nathaniel Branden

Um den Erfolg Deiner bevorzugten Selbstmanagement Methoden zu maximieren, solltest Du Dir auch regelmäßig Zeit für Selbstreflexion nehmen. Wenn Du zu viel Zeit im Hamsterrad verbringst, merkst Du irgendwann gar nicht mehr, dass Du Dich darin befindest. Die Folge: Du jagst Zielen hinterher, die Du vielleicht gar nicht verfolgen wolltest.

Selbstreflexion dient also der Nachkontrolle und Nachbesserung Deiner Ziele. Wenn Du Dir zum Beispiel einmal die Woche Zeit nimmst, um darüber nachzudenken, wie Du Deine Selbstmanagement Methoden noch besser, erfolgreicher und ansprechender umsetzen kannst, wirst Du über kurz oder lang diese Besserungen auch in Deinen Alltag integrieren können.

Dazu kannst Du zum Beispiel Satzergänzungsübungen durchführen, die Dein Handeln im Laufe einer Woche reflektieren.

Nathaniel Branden war einer der erfolgreichsten Psychiater im Themenschwerpunkt Selbstwertgefühl und hat solche Satzergänzungsübungen im täglichen Gebrauch mit seinen Patienten geübt, aber auch auf Speaker-Events an seine Zuhörer weitergegeben.

In seinem Bestseller „Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls“ gibt Branden nach Abschluss jedes Kapitels Vorschläge für Satzergänzungen, die man zur Selbstreflexion üben kann.

„Persönliche Integrität“ ist die sechste Säule des Selbstwertgefühls und beschreibt die Übereinstimmung Deiner Worte mit Deinem Verhalten (bzw. Deinen Taten).

Es ist also nicht nur wichtig, Dich selbst mit all Deinen Stärken und Schwächen zu kennen und die für Dich passenden Selbstmanagement Methoden zu finden – Du musst sie auch in dein persönliches Leben integrieren und all die wertvollen Tipps in Taten transformieren, damit sie ihre Wirkung entfachen.

Wie der Name vermuten lässt, werden bei Satzergänzungsübungen unvollständige Sätze, die Dir vorgegeben werden, von Dir ergänzt. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Was auch immer Deine Synapsen zusammenwürfeln – bring es zu Papier. Wenn es aus Dir rauskommt, hat es irgendwo auch etwas mit Dir zu tun 😉

Dann lass uns mal Taten sprechen lassen. Hier sind ein paar Beispiele für Satzergänzungen, die Du zum Reflektieren über persönliche Integrität durchführen kannst:

  • Wenn ich 5% mehr Integrität in mein Leben bringe …
  • Wenn ich darüber nachdenke, was es konkret bedeutet, mehr Integrität in mein Leben zu bringen …
  • Wenn ich mich weigere, nach Werten zu leben, die ich nicht achte, …
  • Wenn ich meinem Selbstwertgefühl einen hohen Stellenwert beimesse und entsprechend handele …
  • Wenn irgendetwas von dem, was ich über persönliche Integrität geschrieben habe, wahr wäre, wäre es hilfreich, wenn ich …

Du kannst diese Satzergänzungen natürlich auch mit anderen Beispielen als persönlicher Integrität durchführen. Egal ob Du diese Übung morgens vor der Arbeit, abends vor dem Schlafen oder am Wochenende durchführst – Satzergänzungen sind eine hervorragende Methode sich selbst zu reflektieren und die Bewusstheit für Deine Probleme, aber auch Deine Ressourcen und Ziele zu steigern.

Durch mehr Bewusstheit triffst Du bessere Entscheidungen – und Durch bessere Entscheidungen erzielst du Dessere Resultate. Wenn Du das dann noch mit genügend Selbstkenntnis und den richtigen Methoden kombinierst, hast du Dein Selbst perfekt gemanagt und dem Erreichen deiner Ziele steht nichts mehr im Weg 😉

Fazit: Selbstmanagement Methoden sind hilfreich, sollten aber mit ausreichend Selbstkenntnis verknüpft werden

Egal für welche der vorgestellten Methoden Du Dich letztlich entscheidest, solltest Du dabei immer im Hinterkopf behalten, dass sie genau das sind: eine planmäßige Wiederholung aus Handlungen, um die Erreichung eines Dir reizvollen Ziels zu realisieren.

Wirklich tragfähige Veränderungen kannst Du also nur mit einer gesunden Portion Eigenverantwortung gekoppelt mit der nötigen Brise Entschlossenheit verwirklichen.

Auch wenn Du Dir dabei hohe Ziele setzen sollst, bedenke „vorsichtig“ bei Deiner Auswahl zu sein. Es ist kontraproduktiv und auf lange Strecken demotivierend, einem Ziel hinterherzujagen, das nicht im Einklang mit Deinen persönlichen Werten ist und keine Deiner persönlichen Stärken und Schwächen berücksichtigt.

Bevor Du Deine individuellen Ziele also mit einem Aktionsplan verknüpfst, hinterfrage zunächst, ob sie mit genügend Selbstkenntnis verabschiedet wurden – denn nichts ist schmerzvoller, als Erfolg in einer Sache zu haben, ohne sich dabei vervollständigt zu fühlen.

Mein Wunsch für Dich es, beides mit einander in Harmonie zu bringen.

Ob Du dabei auf die GTD-Methode nach David Allen, „Life’s Big Rocks“ von Zeitmanagement-Experte Lothar Seiwert oder die Fokus-Frage nach Gary Keller zurückgreifst, ist natürlich Dir überlassen. Zusätzlich solltest Du Dir allerdings ausreichend Zeit zur Selbstreflexion nehmen, um Deine Selbstmanagement Methoden ständig nachbessern und verfeinern zu können.

Das kannst Du – zum Beispiel – durch die Satzergänzungsübungen von Nathaniel Branden bewirken. Wie auch immer Du Dich entscheidest: Wähl weise und komm gut an.

Welche Selbstmanagement Methoden hast Du bisher angewandt, um Deine Zeit und Energie auf das nächste Level zu bringen? Schreib mir in die Kommentare, was am besten für Dich funktioniert hat 😉

Bis neulich

Marco.

[1] Xenohphon, Erinnerungen an Sokrates, Reclam Universal Bibliothek, Übersetzung: Rudolf Preiswerk, 1997
[2] David Allen – Getting Things Done: The Art of Stress-Free Productivity, Piatkus Books Ltd., 2001
[3] David Allen – Wie ich die Dinge geregelt kriege: Selbstmanagement im Alltag, Piper Verlag, überarbeitete Neuausgabe 2015, Übersetzer: Helmut Reuter
[4] Dr. Björn Migge – Personal Coach: Vom Problem zum Ziel – Ziele, Wirklichkeit und Identität; Studienheft (SGD Darmstadt), Kap. 3, S.22 – 25
[5] Gary Keller & Jay Papasan – The One Thing: The Surprisingly Simple Truth Behind Extraordinary Results, John Murray Books, 2014, ISBN: 978-1-848-54925-8
[6] Nathaniel Branden – Six Pillars of Self-Esteem: The Definitive Work on Self-Esteem by the Leading Pioneer in the Field, 1994, Bantam Books, ISBN: 0-553-37439-7
[7] Nathaniel Branden – Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls: Erfolgreich und zufrieden durch ein starkes Selbst, Piper Verlag, 1995, 2. Auflage September 2011, ISBN: 978-3-492-26396-2
[8] http://www.lothar-seiwert.de/fileadmin/user_upload/downloads/files/Seiwert-Keynote-ZeitIstLeben.pdf
[9] https://www.youtube.com/watch?v=utzrpAVmB14 -> Video: Lothar Seiwert, Keynote-Auftritt für “Gedanken tanken”
[10] http://mentalpower.ch/visualisierung-und-imagination/
[11] http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/fitness/coachs/visualisierung-nutzen-sie-die-macht-des-unterbewusstseins_aid_651314.html
[12] https://de.wikipedia.org/wiki/Apollontempel
[13] http://www.philosophische-praxis.at/selbsterkenntnis.html
[14] http://karrierebibel.de/selbstmanagement/

Bildcredits © Depositphotos: jesadaphorn, sjhuls, alphaspirit, tarantul2, Micicj, Sandralise, Andrey_Makurin

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von Marco Weber

Marco ist Personal- und Business-Coach, Blogger und Musiker. Seine kreative Leidenschaft, sich durch Worte auszudrücken und aus Nichts Etwas zu schaffen verknüpft er mit der Hingabe und Willenskraft, seine Mitmenschen mit mehr Bewusstheit und inspirierenden Perspektiven durch ein gesünderes, produktiveres und glücklicheres Leben zu begleiten.

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2 Kommentare zu “7 lebensverändernde Selbstmanagement Methoden, die Dich nachhaltig voranbringen

    • Marco Weber sagt:

      Hallo Emma,

      vielen Dank für Dein Feedback! Freut mich, wenn Du was für Dich mitnehmen konntest 🙂
      Pass auf Dich auf und bleib gesund!

      Herzliche Grüße

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