Stell Dir vor Du bist in der Lage, unerklärliche Muskelschmerzen langfristig zu beseitigen – So könnte es funktionieren …

Wie Du Muskelschmerzen beseitigen kannst und ihnen vorbeugst

Wenn wir über Muskelschmerzen sprechen, nehmen wir dabei einen dehnbaren Begriff in den Mund. Auch wenn die meisten sie bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen haben, bringen uns Muskelschmerzen immer wieder zur Weißglut. Das allernervigste daran ist wahrscheinlich, wenn man selbst nicht ergründen kann, woher sie gerade kommen.

Ein prägnanter Grund dafür ist sicherlich, dass es zahlreiche Auslöser für Muskelschmerzen gibt. Von äußeren Verletzungen hin zu Verspannungen, Zerrungen oder sogar inneren Organerkrankungen kann alles abgedeckt sein.

Wer Muskelschmerzen aufgrund von Verletzungen hat, kann oftmals wenig dafür. Wenn Du auf dem frisch gewischten Fußboden Deiner Firma ausrutscht oder beim Joggen im Wald vor lauter Naturgenuss eine kräftige Baumwurzel übersehen hast, kannst Du schon mal „wegknicken“ und dafür Prellungen oder eine Überdehnung des Muskels in Kauf nehmen.

Auch wenn diese Art von Muskelschmerzen mindestens genauso ärgerlich ist, kannst Du sie mit einem Fünkchen mehr Achtsamkeit im Alltag zukünftig vermeiden. Andererseits gibt es Muskelschmerzen, die sehr wohl aus Deinem „Verschulden“ heraus zustande kommen.

Ein Hauptbestandteil davon sind zum Beispiel Verspannungen, die durch eine steife Köperhaltung oder Fehlbelastung von Dir ausgelöst wurden. Gerade schmerzhafte Nackenverspannungen und Rückenschmerzen werden oft durch übermäßiges Sitzen ausgelöst.

Muskelschmerzen durch zu langes Sitzen

Da der Durchschnittsdeutsche pro Tag etwa 7 Stunden sitzt, wird der „schmerzfreie“ Zustand Deiner Muskeln dadurch nicht gerade bestärkt. Darüber hinaus wird dieses Problem in Zeiten von „Arbeit 4.0“ vermutlich noch weiter wachsen. [1] [2]

In diesem Artikel erfährst Du daher, …

  • was die Ursachen für “unerklärliche” Muskelschmerzen sein können, von denen viele nichts wissen
  • wie genau Muskelschmerzen durch Verspannungen, Verrenkungen und Zerrungen zustande kommen
  • 3 einfache Tipps, wie Du Muskelschmerzen vorbeugen kannst und sie zukünftig reduzierst

Wie kommen unerklärliche Muskelschmerzen zustande?

Bei scheinbar „unergründbaren“ Muskelschmerzen sprechen Fachärzte oftmals von einer so genannten Fibromyalgie. Dieses Krankheitsbild beschreibt Muskelschmerzen, die aus den Weichteilkomponenten Deiner Muskelfasern ausgelöst werden können. [3]

Die Bezeichnung bzw. Diagnose Fibromyalgie ist nach wie vor verhältnismäßig „jung“ in Bezug auf den medizinischen Fortschritt. Früher wurden Patienten, die unter chronischen und unerklärlichen Muskelschmerzen gelitten haben, mit dem MRT oder anderen Röntgen-Techniken auf bestimmte Hinweise zu den Schmerzen untersucht.

Konnte keine eindeutige Ursache ausgemacht werden, bezeichnete man das Krankheitsbild des Patienten als Fibromyalgie. [4]

Oft ist Patienten natürlich wenig damit geholfen, wenn Sie als Ratschlag von Ärzten gesagt bekommen: „Das ist bestimmt psychisch bedingt. Machen Sie sich einfach weniger Stress.“

Manche Patienten müssen erst zahlreiche Arztbesuche oder Schmerzspritzen hinter sich bringen, bis sie eine Diagnose bekommen. Da die unerklärlichen Muskelschmerzen so schwer zu diagnostizieren sind, spricht man auch etwas allgemeiner vom Fibromyalgie-Syndrom (FMS). [5]

Neben allgemeinen Muskelschmerzen, die verstärkt um die Region der Gelenke vorkommen, sind typische Symptome einer Fibromyalgie …

  • stechende Rückenschmerzen
  • Spannungskopfschmerzen
  • Nackenverspannungen
  • Überempfindlichkeit der Haut
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Ein- und Durchschlafschwierigkeiten
  • Morgensteifigkeit
  • Ängste und depressive Verstimmungen

… und andere nicht wünschenswerte Symptome. [6]

Muskelschmerzen durch lästige Verspannungen

Ob es sich um Verspannungen, Zerrungen, Verrenkungen oder Versteifungen handelt – Muskelschmerzen können praktisch „an jeder Ecke“ auftauchen oder verursacht werden. Das heißt natürlich nicht, dass man nie wieder einen Schritt aus der Tür wagen sollte, nur weil man Angst hat, bestimmte Schmerzen ertragen zu müssen.

Das „Nichtstun“ ist den meisten Fällen sogar gesundheitsschädlicher für die eigene Muskulatur als regelmäßige Bewegung. Das dürfte soweit kein Geheimnis mehr sein.

Bei Verspannungen zum Beispiel besitzt die Muskulatur über kurz oder lang nicht mehr die Fähigkeit, sich zu entspannen. Kurz gesagt: Die Grundspannung der Muskeln ist verstärkter als sonst und bleibt für geraume Zeit auch in diesem Zustand. Je nachdem, um welche Art von Verspannung es sich handelt, können die Muskelschmerzen entweder akut oder chronisch andauern.

Muskelschmerzen durch Verspannungen

Verursacht werden muskuläre Verspannungen meist durch eine falsche Körperhaltung und die Fehlbelastung unserer Muskulatur. Da wir von modernen Berufswegen verstärkt im Sitzen arbeiten, bewirkt diese Fehlbelastung gehäuft Verspannungen im Bereich der Wirbelsäule und im Nacken.

Bei einer Dauerbelastung z.B. kann es zu einer Sauerstoffunterversorgung in der Blutzufuhr kommen, was eine „Störung“ im Stoffwechsel des Muskelgewebes bewirken kann. Dadurch verhärtet sich das Gewebe und es kommt zu schmerzhaften Verspannungen. [7]

Auch der zeitgemäße “Smartphone-Nacken” ist kein Seltenheitszustand mehr. Durch das langfristige, teilweise mehrstündige Starren auf unsere mobilen Geräte bestärken wir Muskelschmerzen im Bereich der Halswirbel umso mehr. [8]

Eine Fehlbelastung wird also durch die dauerhafte Belastung der Muskulatur oder die langfristige Nichtbelastung bewirkt. Dieses „zu viel“ oder „zu wenig“ kann im Umkehrschluss zu Verspannungen und schmerzhaften Muskelschmerzen führen.

Muskelschmerzen durch Zerrungen und Verrenkungen

Im Gegensatz zu Verspannungen kommt eine Muskelzerrung (auch Distension) meist weniger im Bereich um die Gelenke vor. Auch Verhärtungen, Schwellungen oder „Dellen“ sind bei Zerrungen kaum auszumachen.

Stattdessen werden die kleinsten Funktionseinheiten der Muskeln (sogenannte Sarkomere) betroffen. Durch eine ruckartige Bewegung kommt es meist zu einer Überdehnung und führt zu kleinen „Minirissen“ im Muskel, was wiederum Schmerzen verursacht. [9]

Da das Gewebe und die Gefäße um die Muskulatur vorwiegend verschont bleiben, kann eine Zerrung meist durch Kühlung und genügend Ruhe wieder auskuriert werden. Häufig wird sie bei sportlichen Aktivitäten verursacht und betrifft vorwiegend Schultern oder Beine, wobei die klassische „Wadenzerrung“ zu den häufigsten Ausprägungen zählt. [10]

Ansicht von Muskelgewebe für Muskelschmerzen Artikel

Bei hektischen Bewegungen mit dem Oberkörper oder falschem Abstützen mit den Händen kann es in schlimmeren Fällen auch zu einem Auskugeln der Schulter kommen, was man auch Schulterluxation nennt.

Egal, ob Du nun unter einer Fibromyalgie, Verspannungen, Zerrungen oder anderen Formen von Muskelschmerzen leidest, kann es manchmal ziemlich nervenaufbrausend sein, wenn die zahlreichen Arztbesuche erfolglos blieben und man keine Besserung in Sicht hat.

Deshalb widmen wir uns jetzt ein paar wertvollen Tipps, die nicht nur den Muskelaufbau begünstigen, sondern auch mehr Kräftigung, Beweglichkeit und Mobilität sowie eine gesündere Durchblutung bewirken können.

Auf diese Weise kannst Du künftigen Muskelschmerzen nicht nur gezielt vorbeugen, sondern sie auch weniger anfällig für Verspannungen oder andere muskuläre Dysbalancen machen.

3 Tipps, mit denen Du unerwünschte Muskelschmerzen langfristig vorbeugen und beseitigen kannst

Eine hervorragende Variante, seine Muskelschmerzen zu verringern und gleichzeitig Muskeln aufzubauen, sind Stabilisationsübungen. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist Sinn und Zweck solcher Übungen das Stabilisieren Deiner Muskulatur.

Dafür musst Du keine schweren Gewichte im Fitness-Studio stemmen. Du kannst Zuhause mit Deinem eigenen Körpergewicht trainieren und gezielt Muskelpartien stimulieren, für die Du besonders schmerzanfällig bist.

Wichtig ist, dass Du Dich nicht übernimmst und „respektvoll“ mit Deinen Muskelschmerzen umgehst. Dafür solltest Du die Übungen langsam ausführen und auf eine gesunde Atemtechnik achten.

Handelt es sich um Stabilisationsübungen, die mit einer bestimmten Wiederholungsanzahl verknüpft werden, kannst Du dabei zum Beispiel ausatmen, sobald Du Dich am anstrengendsten Punkt befindest. Atme wieder ein, sobald Du vom angespannten Zustand in die Ausgangslage zurückkehrst.

1

Der Rückenstrecker

Beim Rückenstrecker stärkst Du gleich mehrere wichtige Muskelbereiche, die verstärkt Schmerzen auslösen können. Besonders die Muskulatur im unteren Rücken, der Hüfte, den Schulterblättern und der Oberarme wird bei dieser Übung trainiert.

In der Ausgangsposition sind beide Handflächen und Knie schulterbreit auf dem Boden. Dein Rücken sollte in einer aufgerichteten Position sein und kein Hohlkreuz bilden, sodass der Winkel zwischen Beinen und Rücken in etwa 90° beträgt.

Um ein besseres Gleichgewicht bei der Übung zu haben, gehst Du diagonal vor, indem abwechselnd der rechte Arm mit dem linken Bein und der linke Arm mit dem rechten Bein gestreckt werden.

Nimm zuerst Dein rechtes Bein hoch und winkle es leicht an, sodass die Spannung in den Beinen nicht direkt zu hoch ist. Dasselbe machst Du mit dem linken Arm. Jetzt beginnst Du damit, den linken Arm und das rechte Bein abwechselnd auszustrecken und anschließend wieder anzuwinkeln.

Mache in dieser Abfolge circa 15 bis 20 Wiederholungen und wechsle dann auf den rechten Arm und das linke Bein. Ziehst Du die Übung regelmäßig durch, kannst Du dadurch nicht nur lästige Muskelschmerzen verringern, sondern auch Dein Gleichgewicht und Koordination trainieren.

Gehirn und Körper werden also gleichermaßen getrimmt 😉

2

Der umgekehrte Unterarmstütz

Wenn Du Dich bereits über Stabilisationsübungen für die Rumpf- und Rückenmuskulatur zuhause informiert hast, ist Dir bestimmt schon der Unterarmstütz bzw. „Plank“ über die Linsen geflogen. Du stützt Dich auf die Unterarme und hältst Dein gesamtes Körpergewicht angespannt für mehrere Sekunden in der Luft, sodass lediglich die Unterarme und Fußballen den Boden berühren.

Beim Unterarmstützt rücklings drehst Du den Spieß im wahrsten Sinne des Wortes einfach um. In der Ausgangslage befindest Du Dich nicht mit dem Bauch, sondern dem Rücken auf dem Boden. Die Fußspitzen und Dein Gesicht zeigen in den Himmel.

Zieh Deine Unterarme zunächst in Höhe Deiner Brust, sodass die Spitzen Deiner Ellenbogen hinter Deinem Rücken platziert sind. Jetzt stützt Du Dich mit Deinen Unterarmen hoch und hältst die Position für etwa 30 Sekunden. Ziel sollte auch hier sein, dass Dein gesamter Körper über dem Boden ist und lediglich von Deinen Unterarmen und den Fersen gestützt wird.

Im Idealfall stärkst Du Dadurch Deine Schultermuskeln, Deinen Trizeps, die Bauchmuskeln, Oberschenkel und außerdem Deine Waden.

Kombiniere den Rückenstrecker regelmäßig mit dem umgekehrten Unterarmstütz sorge so für die Stabilisation mehrerer wichtiger Muskelpartien, die Du im Alltag oft benutzt.

Auf dem Arbeitsplatz kannst Du den Unterarmstütz alternativ auch auf Deinem Bürostuhl ausführen und so auch während der Arbeitszeit ein kleines Trainingsprogramm absolvieren. Generell schadet es nicht, sich in längeren Sitzphasen beim Arbeiten regelmäßig zu strecken und zu dehnen!

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Wenn Du beide Übungen zur regelmäßigen Gewohnheit in Deinen Wochenverlauf einplanst, kannst Du Muskelschmerzen verringern und ihnen zukünftig gezielt vorbeugen.

3

Reduziere Muskelschmerzen mit einer Faszienrolle

Wenn Du chronische Muskelschmerzen aktiv beseitigen möchtest, solltest Du auch versuchen, die Tiefenstruktur Deines Muskelgewebes positiv zu beeinflussen. Glücklicherweise kannst Du das mit gezieltem Faszientraining wirksam in die Tat umsetzen.

Viele Muskelschmerzen werden nämlich nicht durch Veränderungen im „roten Fleisch“ der Muskeln bewirkt, sondern eher durch das weiße mit Kollagen behaftete „Fasernetzwerk“ im Körper. Diese Bereiche lassen sich mit einer Faszienrolle gezielt beeinflussen und schmerzlindernd trainieren. [11]

Muskelschmerzen durch Training mit einer Faszienrolle reduzieren

Durch die innovative, gerillte Oberflächenstruktur einer Faszienrolle straffst Du auf regenerierende Art und Weise Dein Bindegewebe und löst Muskelbeschwerden mit sehr schneller Wirkung. Auf diese Weise lässt sich auch Muskelschmerzen aktiv vorbeugen.

Auch nach dem Training oder längeren Phasen körperlicher Beanspruchung hat sich das Faszientraining bewährt. Genauer gesagt geht man seit neuen Studienerkenntnissen sogar davon aus, dass der Reiz für die Muskelschmerzen wegen eines Muskelkaters weniger aus dem Muskelfleisch und vielmehr aus der faszialen Muskelhülle stammt. [12]

Durch regelmäßiges Training mit der Faszienrolle kannst Du also gewissermaßen den Schmerz direkt an seiner Ursprungsquelle beseitigen 😉

Fazit: Durch 3 einfache Tipps kannst Du selbst unerklärlichen Muskelschmerzen gezielt vorbeugen und sie in Zukunft verringern

Was tust Du persönlich, um unerwünschte Muskelschmerzen zu beseitigen? Schreib mir Deine Tipps gerne unten in die Kommentare!

In diese Sinne: Bleib glücklich, gesund und produktiv!

Bis neulich

Marco

Quellen und wissenschaftliche Studien:
[1] http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheitsstudie-land-der-sitzenbleiber-1.2321117
[2] http://www.bildungsxperten.net/job-karriere/arbeit-im-digitalen-wandel-chancen-und-risiken/
[3] http://www.netdoktor.de/krankheiten/fibromyalgie/
[4] https://www.youtube.com/watch?v=_U3B_2LgA2Y
[5] http://www.apotheken-umschau.de/Fibromyalgie
[6] http://www.weiss.de/krankheiten/fibromyalgie/symptome/
[7] https://www.hhp.de/beschwerdebilder/beschwerden-der-muskeln/verspannungen
[8] https://www.welt.de/gesundheit/article143385032/Grassiert-der-Handynacken-bald-wie-eine-Seuche.html
[9] http://gesundpedia.de/Muskelzerrung
[10] http://www.muskelzerrung.net/wadenzerrung/
[11] http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/faszien-training-nicht-ueber-den-wohltuenden-schmerz-hinaus-a-1017170.html
[12] http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00221-008-1699-8

Bildcredits © Depositphotos: gstockstudio, ridofranz, ginasanders, sciencepics


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Ein Kommentar zu “Stell Dir vor Du bist in der Lage, unerklärliche Muskelschmerzen langfristig zu beseitigen – So könnte es funktionieren …

  1. Avatar von Marco Webers Artikel
    Eluana sagt:

    Danke für den informativen Beitrag und Tipps! Ich habe viel Neues über Muskelschmerzen gelernt. 🙂 Meine zwei Methoden der Vorbeugung von Muskelschmerzen sind:
    1. Kurze Übungen (ab und zu aufstehen und strecken) am Tag,
    2. Massagen mithilfe von elektronischen Massagegeräten am Abend.
    Ich mache auch Yoga am Wochenende.
    Liebe Grüße!

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