015 – Müdigkeit im Büro: 7 häufige Fehler und wie Du sie gezielt vermeidest

Podcast-Muedigkeit-im-Buero

Bist Du im Büro häufig müde und energielos? Kannst Du Dich im Arbeitstag deswegen nur schlecht auf Deine Aufgaben konzentrieren? Erfahre in dieser Podcastfolge, welche sieben typische Fehler dazu führen können und wie Du zukünftig mit mehr Energie durch Deinen Arbeitstag gehst.

Hör jetzt rein!

< Vorherige Folge   Zurück zur Übersicht   Nächste Folge >
 Ergotopia Podcast itunesErgotopia Podcast rss feedErgotopia Podcast Spotify

 

Shownotes

Müdigkeit im Büro: 7 häufige Fehler und wie Du sie gezielt vermeidest

Interessante Statistiken zum Thema Müdigkeit

  • Während der Winterzeit sind viele Menschen aufgrund des fehlenden Tageslichtes häufiger müde, da bei Dunkelheit das Schlafhormon Melatonin vermehrt ausgeschüttet wird.
  • Unabhängig von der Jahreszeit fühlen sich dennoch laut DAK-Gesundheitsreport 43 Prozent der deutschen Erwerbstätigen bei der Arbeit müde. 31 Prozent geben sogar an, regelmäßig erschöpft zu sein.
  • Zu einem Großteil ist die Müdigkeit auf Schlafprobleme zurückzuführen. 80 Prozent der deutschen Erwachsenen schlafen schlecht.

Folgen von Schlafstörungen

“Schlafstörungen können mit großem Leidensdruck einhergehen. Die zu kurze Schlafdauer, oder die als unbefriedigend empfundene Schlafqualität – oder beides – verringern das Wohlbefinden als auch die Leistungsfähigkeit am Tage, die Konzentrationsfähigkeit, Motivation und Energie nehmen ab, Betroffene können zudem unter Anspannung, Kopfschmerzen oder Verdauungsbeschwerden leiden. Schlafstörungen beeinträchtigen somit insgesamt die Lebensqualität.” – Auszug aus dem DAK-Gesundheitsreport 2017

Diese 7 Fehler führen häufig zu Müdigkeit im Büro

1. Du pflegst einen schlechten Schlafrhythmus

  • Die innere Uhr steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und hat einen großen Einfluss Deine Körperfunktionen. Viele Menschen missachten diesen Rhythmus und sind deswegen müde.
  • Laut dem deutschen Psychologen und Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley sieht ein natürlicher Tag-Nachtrhythmus bei Menschen ungefähr so aus:

    • 10 – 12 Uhr & um 17 Uhr: höchste Leistungsfähigkeit. Zwischen 10 – 12 Uhr ist die Kreativität am höchsten und um 17 Uhr arbeiten wir am schnellsten.
    • 14 Uhr: erstes Leistungstief, oftmals nach dem Mittagessen.
    • 3 – 4 Uhr morgens: absolutes Leistungstief (“Stunde des Wolfs”). Zu dieser Zeit stellen wir uns am ungeschicktesten an (zum Beispiel fahren wir um diese Uhrzeit am schlechtesten Auto). Aber genau deswegen schlafen die meisten Menschen um diese Zeit.
    • Jedoch sollte jede Person für sich selbst den perfekten Rhythmus finden, da sich dieser von Mensch zu Mensch unterscheidet.
    • Anhand eines Diagramms findest Du Deinen perfekten Rhythmus heraus und kannst anhand der Ergebnisse Deinen Tagesablauf optimieren. Dafür trägst Du auf der senkrechten Achse Deine Leistungsfähigkeit und den Wachheitsgrad ein, auf der waagrechten Achse die Tageszeit. Nun kreuzt Du täglich an, zu welcher Uhrzeit Du wie wach bist.

    2. Dein Büro ist nicht ausreichend beleuchtet

    • Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz & Arbeitsmedizin (BAUA) sind 80 Prozent aller Arbeitsplätze nicht optimal beleuchtet, was negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat.
    • Optimal ist eine Mischung aus Allgemeinbeleuchtung & individuell einstellbarer Schreibtischbeleuchtung.
    • Eine natürliche Lichtquelle am Arbeitsplatz ist ein Muss (Fenster).
    • Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Tageslicht im Büro für mehr Wachheit und Leistungsfähigkeit sorgt als künstliches Licht. Bei künstlichem Licht treten Müdigkeit und Erschöpfungszustände häufig auf.

    3. Du trinkst nicht genügend Wasser

    • Wasser ist essentiell für alle Körperfunktionen. Verspürst Du Durst, ist die Leistungsfähigkeit meistens schon um 10 bis 20 % gesunken. Trinke daher, bevor ein Durstgefühl überhaupt erst eintritt.
    • Richte auf Deinem Smartphone als Erinnerung gerne einen Alarm an, um Dich an das Trinken zu erinnern.

    4. Du arbeitest nicht an ergonomischen Büromöbeln

    • In vielen Büros wird immer noch an “falschen” Büromöbeln gearbeitet, die nicht gesundheitsförderlich sind.
    • Sitzt Du den ganzen Tag (besonders beim statischen Sitzen), fährt der Stoffwechsel herunter, Deine Muskeln erschlaffen und der Sauerstofftransport ist eingeschränkt.
    • Der Mensch lebt für und durch aktive Bewegung. Darauf sollten auch Büromöbel ausgerichtet sein. Mindestens ein höhenverstellbarer Schreibtisch und ergonomischer Bürostuhl sind ein Muss in jeder Büroausstattung.

    5. Du legst nicht genügend Bewegungspausen ein

    • Mehrere kurze Pausen sind erholsamer als weniger lange Pausen (auf lange Pausen solltest Du trotzdem nicht verzichten).
    • Halte Dich an die 40-15-5-Regel: Arbeite 40 Minuten im Sitzen, 15 Minuten im Stehen und nutze 5 Minuten für aktive Bewegung.
    • Arbeitswissenschaftler raten: Mache eine Pause, bevor Deine Konzentration nachlässt und nicht erst, wenn die Müdigkeit bereits eingetreten ist. Je länger Du ermüdet weiterarbeitet, desto eher nimmt die Ermüdung zu.
    “Ich glaube, dass Bewegung darum nach heutigem Wissen der am besten belegte, vielversprechendste und sicherste Weg ist, um Altersdemenz zu verhindern und unsere geistigen Fähigkeiten aufrecht zu erhalten. Kein Medikament, das ich kenne, kann das leisten und vor allem hat Bewegung keine Nebenwirkungen.” – Aga Burzynska (amerikanische Neurowissenschaftlerin)

    6. Du isst zu viel auf einmal oder Schwerverdauliches

    • In Deutschland werden pro Jahr in über 14.000 Kantinen mehr als 1,5 Milliarden Mittagessen zubereitet. Jede fünfte deutsche erwerbstätige Person isst täglich in einer Kantine.
    • Aus Kostengründen wird oft auf Fertigprodukte zurückgegriffen, die viel Zucker, Salz, ungesunde Fette oder Zusatzstoffe beinhalten.
    • Ein empfehlenswertes Mittagessen sieht laut aktueller Gesundheitsforschung so aus: Eine Mahlzeit sollte zur Hälfte bis zu einem Drittel aus frischem Gemüse, zu einem Viertel bis ein Drittel aus komplexen Kohlenhydraten (Vollkornprodukte) und zu einem Viertel bis ein Drittel aus Eiweiße und Proteine (z.B. aus Hülsenfrüchten, Tofu, Fisch) bestehen.
    • Gewöhne Dir regelmäßige Esszeiten an, lasse keine Mahlzeiten ausfallen und nimm Dir bewusst Zeit fürs Essen.
    • Bereite Dein Essen gerne am Vorabend vor.

    7. Du machst keine Powernaps

    • Powernaps sind in Deutschland größtenteils noch nicht anerkannt.
    • Jedoch führen Powernaps nachweislich zu mehr Leistungsfähigkeit und einem gesteigerten Wohlbefinden.
    „Guter Schlaf muss sexy werden. Jeder Mitarbeiter soll, wenn er müde wird, zehn bis zwanzig Minuten im Büro schlafen dürfen. Mit dem Kopf auf dem Tisch oder nach hinten gelehnt.“ – Prof. Ingo Fietz (Schlafforscher)

    Auch möglich: Du trinkst zu viel Kaffee am Nachmittag

    • Koffein wirkt von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Kaffee am Nachmittag kann Schlafqualität in der kommenden Nacht mindern.
    • Achte daher darauf, nur früh am Morgen Kaffee zu trinken und den Rest des Tages auf Kaffee zu verzichten.
    [1] Marschall, Jörg, et al. (2016): Gesundheitsreport 2017. Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung. Medhochzwei Verlag GmbH, Heidelberg
    [2] Zulley, Jürgen(2005): Mein Buch vom guten Schlaf:[endlich wieder richtig schlafen; was nachts in unserem Körper abläuft; Schlafstörungen erkennen und natürlich behandeln; mit großem Schlaftest]. Zabert Sandmann.
    [3] BAUA-BUNDESANSTALT, FÜR ARBEITSSCHUTZ. ARBEITSMEDIZIN (2010): Wohlbefinden im Büro–Arbeits-und Gesundheitsschutz bei der Büroarbeit. 7. Aufl., Dortmund
    [4] Studie Tageslicht vs. künstliches Licht: Münch, Mirjam, et al. “Effects of prior light exposure on early evening performance, subjective sleepiness, and hormonal secretion.” Behavioral neuroscience 126.1 (2012): 196.
    [5] Frobeen, Anne (2016): Im Job: Pausen fördern die Leis­tung. TK. Abruf am 20.12.2018

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.