9 Kreativitätstechniken: Brainstorming kennst Du schon? So kannst Du gezielt neue Ideen entwickeln!

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Du sitzt seit Tagen an dem gleichen Projekt und kommst nicht weiter? Du suchst nach Methoden, um kreative Ideen zu entwickeln?

Dann versuch es doch mal mit Kreativitätstechniken. Mit den richtigen Methoden kannst Du nämlich in kürzester Zeit spannende, neue Ideen entwickeln.

Wir zeigen Dir 9 Kreativitätstechniken, die Dich bei der Ideenfindung unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Kreativitätstechniken?

  2. Welche Kreativitätstechniken gibt es?

  3. Wie werde ich kreativ?

Was sind Kreativitätstechniken?

Als Kreativitätstechniken werden Methoden definiert, die eine Einzelperson oder eine Gruppe bei der Ideenfindung unterstützen sollen. Studien haben gezeigt, dass diese Methoden hilfreich sind, um neue Ideen zu generieren.[1] 

Kreativitätstechniken werden in drei Gruppen eingeteilt. Zu den einzelnen vorgestellten Methoden erfährst Du später mehr:

  • Diskursive Methoden sind in ihrem Verfahren systematisch und durchdacht. Sie haben ein festgelegtes Vorgehen, das Schritt für Schritt abgearbeitet wird. Diese Methoden ergeben tendenziell weniger, aber dafür vergleichsweise zielführendere und rationalere Lösungen. Beispiele sind die Osborn-Methode und die Osborn-Checkliste.

  • Intuitive Methoden sind instinktiv und sollen das Unterbewusstsein aktivieren. Es werden tendenziell mehr, dafür aber auch häufig unbrauchbare Ideen generiert. Beispiele sind Brainstorming und die 6-3-5 Methode.

  • Kombi-Methoden kombinieren Elemente der intuitiven und diskursiven Methoden. Beispiele sind die 6 Denkhüte von de Bono und die Walt-Disney-Methode.

Welche Kreativitätstechniken gibt es?

In der folgenden Übersicht stellen wir Dir 9 Kreativitätstechniken vor, mit denen Du neue Ideen entwickeln kannst.

1

Brainstorming

Brainstorming ist mutmaßlich die bekannteste Kreativitätstechnik. Die Brainstorming-Methode kann beispielsweise für die Namensfindung eines neuen Produkts oder zur Themenfindung des nächsten Buchs eingesetzt werden. 
Grundregeln für die Methode sind laut dem Erfinder des Brainstormings:[2]

  • Kritik und Wertungen sind während des Brainstormings tabu.

  • Möglichst viele Ideen sind erwünscht.

  • Die Weiterverarbeitung eingeworfener Ideen ist erwünscht.

  • Ausgefallene Ideen sind erwünscht.

Das Verfahren bei dieser kreativen Methode ist relativ simpel: 

Alle Ideen, die Dir zu einem vorgegebenen Thema einfallen, sollen mitgeteilt werden. Eine vorher bestimmte Person protokolliert alle Ideen. Eine ausführliche Erklärung der Ideen ist während dieser Phase nicht nötig. Nach einer vorher definierten Zeitspanne (in der Regel 30 bis 45 Minuten) werden die entstandenen Ideen gemeinsam bewertet.

Studien zeigen, dass diese kreative Technik besonders gut funktioniert, wenn sich viele unterschiedliche Leute mit einem hohen Maß an Motivation und Wissen über das Thema beteiligen.[3]

Manche Experten sehen jedoch einzelne Schwachstellen bei der Brainstorming-Methode. Ein Problem ist, dass sich in der Regel hauptsächlich extrovertierte Personen an dem Prozess beteiligen. Dadurch besteht die Gefahr, dass introvertierte Menschen nicht zu Wort kommen oder ihre Idee vergessen haben, sobald sie zu Wort kommen könnten.[4]

2

Elektronisches Brainstorming

Das elektronische Brainstorming ist eine Alternative zum Brainstorming. Es stellt die Schnittstelle zwischen Brainstorming und dem sogenannten Brainwriting dar. Einige Studien haben gezeigt, dass diese kreative Ideenfindungs-Methode hilft, viele Ideen in kürzester Zeit zu entwickeln. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Teilnehmenden-Anzahl groß genug ist.[5,6,7]

Unterschied zwischen Brainstorming und Brainwriting: Der grundlegende Unterschied zwischen Brainstorming und Brainwriting besteht darin, dass Vorschläge beim Brainwriting nicht gesagt, sondern aufgeschrieben werden. So haben Teilnehmende in der Regel mehr Zeit, ihre Gedanken zu ordnen.

Beim elektronischen Brainstorming gelten die gleichen vier Grundregeln wie beim regulären Brainstorming. Zunächst treffen sich alle Teilnehmenden in einem elektronischen Meeting-System. Nachdem ein Thema vorgegeben wurde, können Teilnehmende ihre Ideen in eine gemeinsame Gruppe schicken.  

Ein Vorteil dieser Technik ist, dass alle Ideen im Chatverlauf stehen und niemand protokollieren muss. Es besteht auch keine Gefahr, dass Teilnehmende durch zu lange Redezeiten der anderen ihren Vorschlag vergessen. Außerdem kann eine Anonymisierung der Teilnehmenden verhindern, dass Leute Angst haben, sich durch ihre Ideen persönlich angreifbar zu machen. 

3

6-3-5 Methode

Die 6-3-5-Methode ist eine Form des Brainwritings. Der Name ist eine Erklärung für das grundlegende Verfahren dieser Methode: Die Ziffern stehen für die optimale Teilnehmenden-Anzahl (sechs), die Anzahl der ursprünglichen Ideen jedes Teilnehmenden (drei) und die Anzahl der Ableitungen dieser Ideen (fünf). 

Bei der 6-3-5-Methode bekommt jede Person ein Blatt Papier mit jeweils drei Spalten und sechs Zeilen, also insgesamt 18 Kästchen. Jede Person schreibt nun in die drei Kästchen der obersten Zeile jeweils eine Idee. Nach fünf Minuten wird der Zettel zur Nebenperson gereicht. Die nächste Person soll jetzt in der nächsten Zeile an diese drei Ideen anknüpfen. 

Bei der optimalen Teilnehmenden-Anzahl können innerhalb kürzester Zeit 108 Ideen entstehen: 6 Teilnehmende x 3 Ideen x 6 Durchläufe. Es können aber auch mehr oder weniger Personen teilnehmen, das verändert nur die Anzahl der Spalten und demnach die Anzahl der Ideen. 

Vorteile der 6-3-5 Methode sind, dass viele Ideen innerhalb kürzester Zeit entwickelt werden können und dass sich alle Teilnehmenden an dem Prozess beteiligen müssen. Nachteile der 6-3-5 Methode sind der Zeitdruck, unter dem Ideen entwickelt werden müssen und die fehlende Option für eventuelle Rückfragen.

Beispiel für die 6-3-5 Methode: Um Dir ein Beispiel für einen möglichen Ideenfindungsprozess mit der 6-3-5 Methode zu geben, haben wir uns ein fiktives Beispiel aus dem Marketing-Bereich überlegt: 

In einem Meeting wird die Vermarktung eines neuen Ketchups besprochen. Ein Teilnehmer schlägt in der ersten Zeile ein Gewinnspiel vor. Die nächste Teilnehmerin fügt in der zweiten Zeile hinzu, dass der Gewinn eine Jahresration Ketchup ist. Der dritte Teilnehmer ergänzt, dass man für eine Teilnahme in den Sozialen Medien schreiben muss, warum man diesen Ketchup gern mag.

4

6 Denkhüte von de Bono

Kennst Du das? In jedem Meeting gibt es einen Schwarzseher, der immer vom Schlimmsten ausgeht, einen Optimisten, der blauäugig jede Idee annimmt und natürlich einen Analytiker, dem es nur um Zahlen und Fakten geht. Bei so vielen verschiedenen Persönlichkeiten ist es häufig schwierig, sich auf eine Idee zu einigen.

Für so ein Team eignen sich die 6 Denkhüte von de Bono. Der Effekt dieser Methode ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Probanden einer Studie aus dem Jahr 2005 haben beschrieben, dass ihnen diese Methode helfen konnte, kreativer zu werden.[8] 

Bei dieser Methode nehmen alle Teilnehmenden nacheinander unterschiedliche Sichtweisen ein.Konflikte können so vermieden werden, weil alle Teilnehmenden gleichzeitig die gleiche Rolle einnehmen müssen. Diese Rollen beziehungsweise “Hüte” sind:

  • Weißer Hut: Analytisches Denken. Dieser Hut beschäftigt sich mit Daten und Fakten zu dem Thema.

  • Roter Hut: Emotionales Denken. Dieser Hut beschäftigt sich mit den positiven und negativen Gefühlen, die mit dem Thema verbunden sind.

  • Schwarzer Hut: Kritisches Denken. Dieser Hut beschäftigt sich mit allem, was schiefgehen könnte, also den möglichen Risiken bezüglich des Themas.

  • Gelber Hut: Optimistisches Denken. Dieser Hut beschäftigt sich mit allem, was gut laufen könnte.

  • Grüner Hut: Kreatives Denken. Dieser Hut beschäftigt sich mit allem, was kreativ und neuartig ist.

  • Blauer Hut: Geordnetes Denken. Dieser Hut beschäftigt sich damit, einen Überblick über alle Ideen zu schaffen.

Es ist sinnvoll, mit dem weißen Hut zu beginnen, um das Problem objektiv zu betrachten. Zuletzt sollte der blaue Hut aufgesetzt werden, um einen Überblick über die gesammelten Ideen zu schaffen. Der restliche Ablauf kann von einer Moderation bestimmt werden. 

Beispiel für die 6-Hüte Methode: Eine Gitarrenfirma möchte eine Kampagne zu einer neuen E-Gitarre starten.

  • Der weiße Hut fragt sich, was die bisherigen E-Gitarren ausmacht. 

  • Der rote Hut beschäftigt sich mit den Gefühlen der Menschen, sobald sie eine Gitarre halten und was sie sich durch den Kauf einer neuen Gitarre erhoffen. 

  • Mit dem schwarzen Hut fragt sich die Gruppe, was alles schiefgehen kann. Zum Beispiel, ob Leute die Gitarre nicht kaufen wollen, weil sie sich zu sehr von bisherigen Gitarren unterscheidet. 

  • Der gelbe Hut ist optimistisch, dass sich Menschen über eine Neuerung bei ihrem Lieblingsinstrument freuen können. 

  • Der grüne Hut überlegt sich, was alles neu an der Gitarre sein kann. Zum Beispiel ein USB-Anschluss, um das eingespielte Stück direkt auf dem USB-Stick speichern zu können. 

  • Der blaue Hut fasst nun alles zusammen: Die Firma könnte eine Gitarre mit USB-Eingang und ansonsten klassischem Design vorstellen. So können Gitarren-Fans das Instrument, das sie seit Jahren spielen, plötzlich in einem neuen Licht sehen.

5

Osborn-Methode

Du brauchst mehr Struktur bei Deiner Ideenfindung? Dann ist die Osborn-Methode möglicherweise das Richtige für Dich. Bei dieser Methode wird versucht, eine neue Version einer bestehenden Idee zu finden. Diese Kreativitätstechnik kann zum Beispiel im Marketing-Bereich eingesetzt werden.

Die Osborn-Methode ist die Kurzfassung der sogenannten Osborn-Checkliste. Diese wurde im Jahr 1957 von Alex F. Osborn kreiert und beinhaltet 62 Ansätze, die auf das Thema angewendet werden sollen. Später wurde die abgespeckte Osborn-Methode entwickelt, bei der eine Idee (hier als x betitelt) anhand neun verschiedener Ansätze beleuchtet wird:

  • Anders verwenden: Kann man x anders verwenden? 

  • Anpassen: Kann man x verändern oder kann man sich woanders etwas abschauen?

  • Verändern: Kann man x abwandeln?

  • Vergrößern: Kann man irgendetwas an x vergrößern?

  • Verkleinern: Kann man irgendetwas an x verkleinern?

  • Ersetzen: Kann man irgendetwas an x ersetzen?

  • Umordnen: Kann man irgendetwas an x umordnen?

  • Umkehren: Wie sieht das Gegenteil von x aus, beziehungsweise was würde x verschlechtern?

  • Kombinieren: Kann man irgendetwas mit x kombinieren?

Beispiel für die Osborn-Methode: Wir stellen uns ein Meeting eines Schokoriegel-Unternehmens vor, in dem neue und kreative Produktideen generiert werden sollen. Die Teilnehmenden formulieren die folgenden Ideen:


  • Anders verwenden: In der nächsten Werbung kann angeregt werden, dass Leute aus den Riegeln kleine Schoko-Häuschen bauen können.

  • Anpassen: Die Aufteilung der Stückchen einer Schokoladentafel kann als Vorbild dienen, einen teilbaren Schokoriegel zu produzieren.

  • Verändern: Es könnte eine neue Verpackung produziert werden.

  • Vergrößern: Es könnte eine extragroße Variante des Riegels hergestellt werden, den man mit anderen teilen kann.

  • Verkleinern: Es könnten viele kleine Riegel produziert werden, die man zusammen in einem Beutel verkauft.

  • Ersetzen: Bei dem nächsten Riegel könnte auf tierische Produkte verzichtet werden, um eine vegane Variante herzustellen. 

  • Umordnen: Das Verhältnis der Schokolade zum Karamell könnte verändert werden.

  • Umkehren: Haselnüsse sind ein Hauptgrund für den Erfolg des Riegels. Darauf sollte man also nicht verzichten.

  • Kombinieren: Es könnten Torten mit Schokoriegel-Belag vermarktet werden.

6

Walt-Disney-Methode

Die Walt-Disney-Methode ist eine Methode zur Ideenentwicklung und basiert auf dem Gedanken, dass der Erfinder von Micky Maus drei Personen in sich vereinte: den Träumer, den Realisten und den Kritiker.

  • Der Träumer ist nur an dem Fantastischen interessiert und ihm ist egal, was tatsächlich machbar ist. Für ihn ist nur die Vorstellungskraft und der Wille, etwas Großartiges zu schaffen, von Bedeutung.

  • Der Realist ist praktisch veranlagt und überlegt sich, was möglich ist und wie man eine Idee tatsächlich umsetzen kann. 

  • Der Kritiker deckt die Schwachstellen der anderen beiden Personen auf. Er übt aber ausschließlich konstruktive Kritik aus.

Für eine selbstständige Ideenfindung nimmst Du kontinuierlich nacheinander alle drei Blickwinkel ein, bis Du eine Lösung für das Problem gefunden hast. Um besser in eine Rolle schlüpfen zu können, kann es helfen, einen Blickwinkel mit einem Ort zu verknüpfen. Zum Beispiel kannst Du als Träumer in der Hängematte im Garten liegen, als Realist über den Flur laufen und Dich als Kritiker an einen höhenverstellbaren Schreibtisch stellen. 

Wenn Du im Team arbeitest, sollten die Teilnehmenden in die unterschiedlichen Blickwinkel aufgeteilt werden. Die drei Gruppen werden in drei unterschiedliche Ecken des Raums verteilt. Eine vorher bestimmte moderierende Person geht in die vierte Ecke. Die drei Gruppen werden beliebig häufig nacheinander befragt, bis eine endgültige Idee entstanden ist.

Beispiel für die Walt-Disney-Methode: Du arbeitest für eine Spielzeugfabrik, die ein neues, ferngesteuertes Spielzeugauto herstellen will. 


Der Träumer: Das Auto könnte sprachgesteuert sein und neben dem Fahren auch fliegen, schwimmen und Wände hochfahren. 


Der Realist: Für das Fliegen und Schwimmen können die Techniken für ferngesteuerte Hubschrauber und Boote verwendet werden. Für die Sprachsteuerung könnte man ein Aufnahmegerät in die Fernsteuerung einbauen. Kleine Widerhaken an den Reifen könnten das Hochfahren an Oberflächen ermöglichen. 


Der Kritiker: Spielzeugautos haben sich in den vergangenen Jahren nur schwierig verkauft,  und die Produktionskosten der vorgeschlagenen Ideen sind mutmaßlich zu hoch, um die Autos profitabel zu machen. Widerhaken könnten außerdem Oberflächen zerstören, was keine gute Werbung für das Auto wäre. 


Der Träumer: Echte Spielzeugauto-Fans suchen immer nach neuen, liebevollen Ideen, um ihr Auto überall fahren zu lassen. Deswegen ließe sich das Auto bestimmt gut verkaufen. 


Der Realist: Upgrades für das Auto könnten separat verkauft werden, um es zum Fliegen und Schwimmen bringen zu können. 


Dieser Ablauf geht weiter, bis sich alle Gruppen auf eine Idee geeinigt haben.

7

Mindmap

Bei einer kreativen Mindmap können, im Vergleich zu anderen Methoden, Ideen grafisch dargestellt und miteinander verbunden werden. 

Für diese Ideensammlungs-Methode nimmst Du Dir ein Blatt Papier und schreibst das Thema (also das Produkt, die Idee oder Ähnliches) in die Mitte. 

Danach schreibst Du die Unterthemen, die Dir zu dem Thema einfallen, um das Hauptthema herum und verbindest sie mit Strichen mit dem Hauptthema. Um diese Unterthemen kannst Du wiederum die hier untergeordneten Themen schreiben und sie mit dem übergeordneten Thema verbinden. 

Kreative Mindmap um Ideen zu entwickeln

Diese Methode kannst Du so lange anwenden, bis Du alle Deine Ideen in einer Karte gesammelt hast. Am Ende hast Du im Idealfall einen Überblick über alle Assoziationen zu dem Thema. Das kann Dir helfen, das Thema in all seinen Facetten zu betrachten, um so eine Lösung für das Problem zu finden.

Wusstest Du: Eine chinesische Studie hat gezeigt, dass Mindmaps Design-Studierenden dabei helfen konnten, neue, kreative Designs zu entwickeln.[9]

8

Cluster

Ein Cluster ist eine Form des kreativen Schreibens. Bei einem Cluster werden mehrere Begriffe aufgeschrieben, die mit einem Hauptthema assoziiert werden. Ein Cluster ähnelt einer Mindmap stark, ist aber im Gegensatz zu ihr unstrukturiert und chaotisch.

Unterschied zwischen Mindmap und Cluster: Nehmen wir an, Du arbeitest für eine Bäckereikette und willst ein neues Brot kreieren. Bei einer Mindmap könntest Du nun als Unterthema “Zutaten” aufschreiben, hierunter “Mehl” und so weiter. 

Bei einem Cluster sollen intuitive Assoziationsketten entstehen. Schauen wir uns noch mal das vorherige Beispiel an: Eine Assoziation könnte “Bäcker” sein, danach “Ofen”, dann “Hitze” und so weiter.

Wenn Du das Gefühl hast, fertig zu sein, können die Begriffe im Cluster genutzt werden, um eine eigene Idee zu entwickeln. Dafür pickst Du Dir die Deiner Meinung nach wichtigsten Begriffe heraus und entwickelst daraus neue Ideen.

9

Kopfstandmethode

Bei der Kopfstandmethode werden Ideen gesucht, indem die Fragestellung umgekehrt wird: Wie kann man das Gegenteil von dem erreichen, was man gerade eigentlich erreichen will?

Beispiel für die Kopfstandmethode: Ein großer Eiscreme-Konzern möchte neue Produktideen für die nächste Eiscreme-Kampagne finden. Anstatt zu überlegen, wie alles gut ablaufen könnte, wird ein Plan für ein ganz miserables Produkt geschmiedet. 

Die Teammitglieder schlagen vor, dass die Verkäufer die Kunden anschreien sollten, während sie ein stinkendes, fades Eis überreichen. Jetzt stellen sie die Situation auf den Kopf: Die Kampagne soll besonders kundenfreundlich mit fröhlichen Gesichtern in der Werbung gestaltet werden. Außerdem kann das Eis möglicherweise neben dem hervorragenden Geschmack auch noch gut riechen, damit man auch über den Geruchssinn in Versuchung kommt.

Wie werde ich kreativ?

Alle Kreativitätstechniken leben von der Kreativität der einzelnen Personen. Um der Kreativität einen idealen Nährboden zu geben, können unterschiedliche, wissenschaftlich nachgewiesene Methoden angewendet werden:

  • Schlaf eine Nacht darüber. Studien haben ergeben, dass Testpersonen nach einer geruhsamen Nacht ganz neue Ideen für ein Problem hatten. Das lag auch daran, dass über die Hälfte der Befragten in ihren Träumen von dem Problem geträumt haben.[10] 

  • Geh raus. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Spazierengehen kreativ machen kann.[11,12] Wenn Du draußen spazieren gehst, bekommst Du neue Einflüsse, die Dir helfen, Deine Kreativität zu entfalten.[12] Wenn Du also seit Stunden in Deinem Zimmer vor einem weißen Blatt Papier sitzt, geh raus und lass Dich von Deinem Umfeld inspirieren.

  • Mach Dich glücklich. Studien haben gezeigt, dass glückliche Menschen fähiger sind, neue Ideen zu produzieren als traurige Menschen.[13] Also triff Dich mit Freunden oder schau Dir einen lustigen Film an, um Deine Kreativität zu entfesseln.

  • Suche Lösungen für herausfordernde Probleme. Es können auch Probleme sein, für die es gar keine Lösung gibt. Du kannst Dir überlegen, wie Du Deinem Hund beibringst zu sprechen oder wie Du ein fliegendes Auto bauen kannst. Das kann Deine Kreativität nachweislich fördern.[14]

  • Erweitere Deinen Horizont. Lies zum Beispiel Bücher über das akakianische Schisma, beschäftige Dich mit der ostgotischen Architektur oder lerne die indonesische Küche kennen. Wenn Du Dein Wissen erweiterst, kannst Du nachweislich kreativere Ideen erschaffen.[14]

  • Triff Dich mit interessanten Menschen. Freunde Dich zum Beispiel mit Perlentauchern und Klima-Aktivistinnen an. Interessante Menschen können Dir neue Impulse geben und Deine Kreativität nachweislich anregen.[14]

  • Lenk Dich ab. Hattest Du auch schon einmal eine geniale Idee unter der Dusche? Wenn Du Dich mit etwas vollkommen anderem beschäftigst, können manchmal die tollsten Ideen für Dein eigentliches Problem entstehen.[15]

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Fazit

Wir haben Dir viele Beispiele für Kreativitätstechniken gezeigt. Jetzt bist Du an der Reihe, lass Deiner Kreativität freien Lauf. Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deinem Projekt.


Welche Kreativitätstechnik hat Dir geholfen? Schreib uns doch mal in den Kommentaren!

© Depositphotos.com/ Yaruta, AndreyPopov

[1] Ginamarie Scott, Lyle E. Leritz, Michael D. Mumford: The effectiveness of creativity training: A quantitative review. In: Creativity Research Journal. Band 16, Nr. 4, 1. Dezember 2004, ISSN 1040-0419, S. 361–388, doi:10.1080/10400410409534549

[2] Osborn, Alex (1953). Applied Imagination: Principles and Procedures of Creative Problem Solving. New York, New York: Charles Scribner's Sons.

[3] Paulus, P.B. and Brown, V.R. (2007), Toward More Creative and Innovative Group Idea Generation: A Cognitive-Social-Motivational Perspective of Brainstorming. Social and Personality Psychology Compass, 1: 248-265. https://doi.org/10.1111/j.1751-9004.2007.00006.x

[4] Diehl, M., & Stroebe, W. (1987). Productivity loss in brainstorming groups: Toward the solution of a riddle. Journal of Personality and Social Psychology, 53, 497-509.

[5] Dennis, A. R., & Valacich, J. S. (1993). Computer brainstorms: More heads are better than one. Journal of Applied Psychology, 78(4), 531–537. https://doi.org/10.1037/0021-9010.78.4.531

[6] Dennis, A. R., & Williams, M. L. (2003). Electronic brainstorming: Theory, research, and future directions. In P. B. Paulus & B. A. Nijstad (Eds.), Group creativity: Innovation through collaboration (pp. 160–178). Oxford University Press. https://doi.org/10.1093/acprof:oso/9780195147308.003.0008

[7] DeRosa, D. M., Smith, C. L., & Hantula, D. A. (2007). The medium matters: Mining the long-promised merit of group interaction in creative idea generation tasks in a meta-analysis of the electronic group brainstorming literature. Computers in Human Behavior, 23(3), 1549–1581. https://doi.org/10.1016/j.chb.2005.07.003

[8] Birdi, K. S. (2005). No idea? Evaluating the effectiveness of creativity training. Journal of European Industrial Training, 29, 102-111. http://dx.doi.org/10.1108/03090590510585073

[9] Dong Y, Zhu S, Li W. Promoting Sustainable Creativity: An Empirical Study on the Application of Mind Mapping Tools in Graphic Design Education. Sustainability. 2021; 13(10):5373. https://doi.org/10.3390/su13105373

[10] Barrett, D. (1993). The "committee of sleep": A study of dream incubation for problem solving. Dreaming, 3(2), 115–122. https://doi.org/10.1037/h0094375

[11] Janetta Mitchell McCoy & Gary W. Evans (2002) The Potential Role of the Physical Environment in Fostering Creativity, Creativity Research Journal, 14:3-4, 409-426, DOI: 10.1207/S15326934CRJ1434_11

[12] Oppezzo, M., & Schwartz, D. L. (2014). Give your ideas some legs: The positive effect of walking on creative thinking. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 40(4), 1142–1152. https://doi.org/10.1037/a0036577

[13] Gasper, K. (2004). Permission to seek freely? The effect of happy and sad moods on generating old and new ideas. Creativity Research Journal, 16(2-3), 215–229. https://doi.org/10.1207/s15326934crj1602&3_6

[14] Epstein, R., Schmidt, S. M., & Warfel, R. (2008). Measuring and training creativity competencies: Validation of a new test. Creativity Research Journal, 20(1), 7–12. https://doi.org/10.1080/10400410701839876

[15] Baird B, Smallwood J, Mrazek MD, Kam JW, Franklin MS, Schooler JW. Inspired by distraction: mind wandering facilitates creative incubation. Psychol Sci. 2012 Oct 1;23(10):1117-22. doi: 10.1177/0956797612446024. Epub 2012 Aug 31. PMID: 22941876.

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