Krampfadern (Varikosis/Varizen): Ursachen, Symptome und was Du tun kannst

Krampfadern
Prof. Alfred Rucker Schmerzspezialist

Von Prof. Dr. rer. medic. Alfred Rucker und Dr. med. Oliver Said nach hohen wissenschaftlichen Standards geprüft.

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Krampfadern (Varizen) belasten Millionen von Menschen in Deutschland: Stell Dir vor, Du sitzt an einem sonnigen Tag am Strand und genießt das sanfte Rauschen der Wellen. Doch dann siehst Du dunkle Schatten auf Deinen Beinen – Krampfadern, zu denen auch die kleinen Besenreiser gehören.

Diese weit verbreitete Gefäßerkrankung ist häufig ein kosmetisches Problem und kann äußerst belastend für die Psyche sein. Aber auch körperliche Beschwerden sind möglich: Viele Krampfadern verursachen Spannungsgefühle, Schmerzen und Empfindungsstörungen in den Beinen. Außerdem steigern sie das Risiko für Komplikationen wie Thrombosen und Lungenembolien.

Doch was kann man gegen Krampfadern tun? In diesem Artikel zeigen wir Dir, wie Krampfadern entstehen, welche Beschwerden sie auslösen können und was man gegen sie unternehmen kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Krampfadern? Definition & Entstehung von Krampfadern in den Beinen

  2. Krampfadern- und Besenreiser-Ursachen und Risikofaktoren

  3. Krampfadern-Symptome: Schmerzen und Jucken

  4. Diagnose von Krampfadern und Besenreisern an den Beinen

  5. Krampfadern behandeln: Wie kann man Besenreiser und Krampfadern entfernen?

  6. Häufige Fragen und Antworten zu Krampfadern und Besenreisern

Zusammenfassung von Krampfadern
  • Beschreibung von Krampfadern: Dauerhaft erweiterte und verlängerte oberflächliche Venen. Häufig schimmern sie bläulich-violett durch die Haut. Meistens an den Beinen.

  • Symptome: Teils rein kosmetisch störend. Teils Beschwerden möglich wie Schmerzen, Spannungsgefühle und Schwellungen in den Beinen. Komplikationen möglich wie Thrombosen, Lungenembolien und offene Wunden an den Beinen.

  • Ursachen: Blutstau in den Venen und dadurch Erweiterung und Verlängerung der Venen. Meistens, wenn Venenklappen nicht schließen, ohne eindeutige Ursache. Seltener aufgrund von Thrombosen. 

  • Risikofaktoren: Fortgeschrittenes Alter, weibliches Geschlecht, bekannte Fälle in der Familie und überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit.

  • Behandlung: Konservative und invasive Methoden möglich. Konservative Methoden sind zum Beispiel Kompressionsstrümpfe, Bewegung, Hochlagerung der Beine und Medikamente. Invasive Methoden sind zum Beispiel Operationen, Verödung oder Hitzeanwendung.

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Definition: Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind dauerhaft erweiterte und verlängerte oberflächliche Venen. Meistens treten sie an den Beinen auf.

Sie können nicht nur unschön aussehen, sondern auch verschiedene Beschwerden verursachen. Zu den Krampfadern gehören auch die Besenreiser, also kleine, oberflächliche Venen, die meistens an den Oberschenkeln auftreten.

Andere Namen für Krampfadern sind Varikosis, Varikose und Varizen.

Besenreiser

Besenreiser treten meistens an den Beinen auf.

Wie funktionieren Venen?

Venen sind die Blutgefäße, die das Blut zurück zum Herzen befördern. Damit das Blut auch aus den Füßen wieder zurück zum Herzen gelangen kann, hat sich die Natur zwei clevere Methoden einfallen lassen.

Zum einen gibt es die sogenannte Muskelpumpe, die durch Bewegung aktiviert wird. Wenn Du Deine Beinmuskeln anspannst, drücken sie auf die benachbarten Venen. Dadurch wird das Blut aus den Beinen in Richtung des Herzens gedrückt. Das ist in etwa so, als würdest Du auf die Zahnpastatube drücken, um an die Zahnpasta zu kommen.

Aber woher weiß Dein Blut, in welche Richtung es fließen soll? Dafür ist der zweite Mechanismus wichtig: In Deinen Venen gibt es nämlich kleine Klappen, die das Blut nur in eine Richtung fließen lassen – nämlich zum Herzen. 

Sobald die Beinmuskeln auf Deine Venen drücken, öffnen sich die Klappen und das Blut kann durchfließen. Wenn die Muskeln nicht mehr angespannt werden, lässt der Druck auf die Venen nach und die Klappen schließen sich wieder. Das Blut bleibt also, wo es ist und kann nicht wieder in Richtung der Füße zurückfließen.

Bei der nächsten Muskelanspannung wiederholt sich dieser Vorgang. So kann das Blut Stück für Stück zum Herzen gebracht werden.

Krampfadern Besenreiser Ursache

Oberes Bild: Regulärer Blutfluss in Richtung des Herzens mit öffnenden und schließenden Venenklappen. Unteres Bild: Erweiterung der Vene im Sinne einer Krampfader. Unzureichender Verschluss der Klappen und dadurch Rückfluss des venösen Blutes in Richtung der Füße.

Wie entstehen Krampfadern und Besenreiser?

Solange diese beiden Mechanismen funktionieren, kann das Blut problemlos zum Herzen gelangen. Problematisch wird es, wenn die Venenklappen nicht mehr komplett schließen.

Das kann den Transport des Blutes zum Herzen stören: Das Blut kann nun nämlich leichter entlang der Schwerkraft wieder in Richtung der Füße fließen. Die Folge ist ein Blutstau in den Beinen, der die Venen nach geraumer Zeit erweitern und verlängern kann – es entstehen Krampfadern.[1]

Häufigkeit von Krampfadern: Schätzungen zufolge leiden zirka 20 Prozent der Erwachsenen an Krampfadern.[2] Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit von Krampfadern zu.[2] Erste Krampfadern treten oft bereits mit 20 Jahren auf.[2]

Frauen sind ungefähr dreimal so häufig betroffen wie Männer.[2] Ein Grund dafür ist, dass weibliche Hormone die Venen schwächen können. Auf der anderen Seite erhöhen Schwangerschaften das Risiko für Krampfadern. Gründe dafür sind ein Blutstau in den Beinen durch einen erhöhten Druck im Bauch, der Einfluss von Schwangerschaftshormonen auf die Venen und das gesteigerte Blutvolumen.

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Krampfadern- und Besenreiser-Ursachen und Risikofaktoren

In den meisten Fällen entstehen Krampfadern ohne erkennbare Ursache, wenn sich Venenklappen nicht schließen können.[2] Dies wird auch als primäre Varikose bezeichnet.[2] Weitaus seltener ist eine sogenannte sekundäre Varikose. Dabei entstehen im Venensystem Blockaden durch eine tiefe Beinvenenthrombose.[2]

Die primäre Varikose ist ungefähr 20 Mal häufiger als die sekundäre Varikose.[2]

Risikofaktoren von Krampfadern

Mögliche Risikofaktoren sind:[2,3]

  • Fortgeschrittenes Alter

  • Weibliches Geschlecht

  • Schwangerschaften

  • Krampfaderleiden in der Familie

  • Überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit

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Krampfadern-Symptome: Schmerzen und Jucken

Bei Krampfadern handelt es sich um eine lebenslang bestehende, fortschreitende Erkrankung. Sie können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Für manche Menschen sind Krampfadern ausschließlich ein kosmetisches Problem. In anderen Fällen können sie auch körperliche Beschwerden und sogar lebensbedrohliche Komplikationen verursachen.

Der klinische Verlauf von Krampfadern kann in vier Stadien unterteilt werden.[2] Die Beschwerden nehmen meistens im Laufe des Tages zu, insbesondere nach langem Sitzen oder Stehen und bei warmem Wetter.[2] Die Beschwerden legen sich klassischerweise nach dem Hochlagern der Beine und bei Bewegung.[2]

Stadium I: Körperliche Beschwerdefreiheit

Im Anfangsstadium sind Krampfadern allenfalls ein Schönheitsmakel. Sie verursachen keine körperlichen Beschwerden.[2]

Stadium II: Schwere Beine, Schmerzen und Empfindungsstörungen

In der zweiten Phase treten erste körperliche Beschwerden auf. Dazu gehören schwere und müde Beine, Spannungsgefühle, Schmerzen, Empfindungsstörungen wie Juckreiz und nächtliche Wadenkrämpfe.[2,3]

Stadium III: Geschwollene Beine und Hautveränderungen

Bei langanhaltendem Blutstau werden die Venenwände zunehmend durchlässiger. Blutabbauprodukte und Flüssigkeit gelangen dadurch in umliegendes Gewebe. Das kann geschwollene Beine und Hautveränderungen wie Pigmentierungen und Verhärtungen verursachen.[2]

Stadium IV: Offene Beine

Im letzten Stadium entstehen Wunden am Bein, auch bekannt als “offene Beine” oder Ulcus cruris venosum.[2] Da die Beine schlechter durchblutet sind, können Wunden nur schlecht abheilen und sich leicht entzünden.[4]

Komplikationen von Krampfadern

Unzureichend behandelte Krampfadern können unterschiedliche Komplikationen verursachen:[3]

  • Venenthrombosen, die bei Abwanderung in die Lungenarterien zu einer Lungenembolie führen können.

  • Ulcus cruris venosum, auch bekannt als offenes Bein, also offene Wunden am Unterschenkel 

  • Venenentzündungen 

  • Hautveränderungen wie Entzündungen und Verfärbungen

  • Varizenblutungen, also Blutungen aus einer Krampfader

Diagnose von Krampfadern und Besenreisern an den Beinen

Die Diagnose zeigt, ob Du Krampfadern hast und wenn ja, in welchem Ausmaß. Dadurch kann Dein Arzt eine gezielte Behandlung einleiten.

Die wichtigsten Bestandteile der Diagnostik sind die Krankheitsgeschichte und die klinische Untersuchung:[3]

  • Im Rahmen der Krankheitsgeschichte fragt Dich Dein Arzt beispielsweise, wann die Krampfadern das erste Mal aufgetreten sind, unter welchen Beschwerden Du leidest und ob beziehungsweise welche Maßnahmen bereits geholfen haben.

  • Bei der klinischen Untersuchung sucht Dein Arzt nach sichtbaren Krampfadern und möglichen begleitende Beschwerden an den Beinen wie Schwellungen und Hautveränderungen.

Daraufhin können weitere Untersuchungen erfolgen:[3]

  • Eine häufig verwendete Methode ist die Ultraschalluntersuchung. Mit ihr können krankhafte Veränderungen der Venenanatomie und des Blutflusses festgestellt werden. 

  • Manchmal werden weitere Funktionstests der Venen angewendet, wie die sogenannte Plethysmografie oder die Lichtreflexrheografie.

Krampfadern behandeln: Wie kann man Besenreiser und Krampfadern entfernen?

Die Varikose ist eine lebenslang bestehende, fortschreitende Erkrankung. Die Erweiterung der Venen kann also nicht rückgängig gemacht werden. Dennoch gibt es einige Methoden, um die Beschwerden zu lindern oder die Krampfadern vollständig zu entfernen.

Die Behandlung von Krampfadern und ihrer Komplikationen kann entweder konservativ (also ohne Operationen) oder invasiv (also mit einem medizinischen Eingriff) erfolgen. In den meisten Fällen ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen notwendig, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen.[3]

Laut deutscher Leitlinie ist die Wahl der Therapiemethode einerseits abhängig von der Ausprägung und der Lokalisation der Krampfadern.[3] Wichtig ist aber auch der Wunsch des Patienten: Dieser hat schließlich eine Vorstellung, ob es sich primär um ein kosmetisches Problem handelt oder ob es ihm eher um die Behandlung von körperlichen Beschwerden oder Komplikationen geht.[3]

Die deutsche Leitlinie weist darauf hin, dass es sich bei Krampfadern im Allgemeinen um keine “lebensentscheidende” Erkrankung handelt.[3] Diese Tatsache soll man sich bei der Therapiewahl stets bewusst machen.[3]

Wir zeigen Dir häufig verwendete konservative und invasive Behandlungsmethoden von Krampfadern. Für eine individuelle Beratung solltest Du dennoch unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Dich über die zu erwartenden Effekte und Nebenwirkungen der einzelnen Methoden aufklären.

Konservative Therapie und Hausmittel

Laut der deutschen Leitlinie können konservative Therapien in jedem Stadium der Erkrankung in Betracht gezogen werden.[3] Diese Methoden können sowohl Beschwerden lindern als auch verhindern, dass Krampfadern und ihre Komplikationen schlimmer werden.[3] Konservative Methoden können Krampfadern jedoch weder beseitigen noch verlässlich vorbeugen.[3]

1

Kompressionsstrümpfe und -verbände

Bei der sogenannten Kompressionstherapie wird Druck auf die Beinvenen ausgeübt. Dies soll die Muskelpumpe unterstützen, damit Blut leichter zum Herzen gelangen kann. Dabei können Kompressionsstrümpfe oder -verbände verwendet werden.[3]

Tipp zur Anwendung: Die Haut unter den Kompressionsstrümpfen wird häufig trocken und kann anfangen zu schuppen. Hier können feuchtigkeitsspendende Cremes helfen, um dem entgegenzuwirken.[3]

Krampfadern vorbeugen

Kompressionsstrümpfe können die Muskelpumpe unterstützen.

2

Mehr Bewegung im Alltag

Krampfadern durch Bewegungsmangel

Bewegung aktiviert die Muskelpumpe in den Beinen, die den Blutfluss in Richtung des Herzens unterstützt.[3] Die ehemalige Geschäftsführerin der Deutschen Venen-Liga fasste es einmal so zusammen:

Allgemein gilt der Grundsatz: Viel laufen und gehen, wenig sitzen und stehen.

Petra Hager-Häusler (Geschäftsführerin der Deutschen Venen-Liga)

Hier haben wir ein paar Ideen, wie Du Dich im Alltag mehr bewegen kannst:

  • Verzichte auf Fahrstühle, sondern nimm lieber die Treppe.

  • Lass Dein Auto bei kurzen Strecken stehen, und fahre lieber mit dem Fahrrad oder geh zu Fuß.

  • Rufe Kollegen im gleichen Gebäude nicht an, sondern sprich persönlich mit ihnen.

  • Mache konsequent nach der Mittagspause einen kleinen Spaziergang.

  • Verwende einen höhenverstellbaren Schreibtisch, und befolge die 40-15-5-Regel: 40 Minuten Sitzen, 15 Minuten Stehen und 5 Minuten Umherlaufen.

Du kannst auch verschiedene Übungen in Deinen Alltag einbauen. Wie das geht, zeigen wir Dir im nächsten Kapitel.

Weitere Anregungen findest Du in unserer Infografik mit 33 gesunden Bewegungsgewohnheiten.

3

Venengymnastik: 3 hilfreiche Übungen

Bei der sogenannten Venengymnastik werden unterschiedliche Übungen eingesetzt, um die Muskelpumpe zu aktivieren und so den Blutfluss anzuregen. Wir haben Dir 3 solcher Übungen zusammengestellt, die Du in Deinen Alltag einbauen kannst.

Weitere Übungen und Tipps rund um das Thema Gesundheit findest Du auf unserem YouTube-Kanal.

1

Fußwippe

Schwere Beine Übung 1

Falls Du Probleme mit dem Gleichgewicht hast, kannst Du Dich bei dieser Übung auch an einer Stuhllehne oder einer Wand festhalten.

  1. Stehe aufrecht. Deine Füße sind ungefähr hüftbreit aufgestellt.

  2. Komme langsam und kontrolliert in den Zehenspitzenstand.

  3. Setze Deine Fersen langsam und kontrolliert auf dem Boden ab. Verlagere anschließend Dein Gewicht auf die Fersen, sodass Deine Zehenspitzen leicht nach oben zeigen.

  4. Wiederhole diese Übung zehn Mal.

2

Fußwippe im Sitzen

Schwere Beine Übung 2
  1. Setze Dich mit geradem Rücken auf einen Stuhl. Deine Füße sind ungefähr hüftbreit aufgestellt.

  2. Komme langsam und kontrolliert auf Deine Zehenspitzen.

  3. Setze Deine Fersen langsam und kontrolliert auf dem Boden ab, und hebe Deine Zehenspitzen anschließend leicht nach oben.

  4. Wiederhole diese Übung 20 Mal.

In einer Studie wurden zehn Sitzübungen für Flugreisen untersucht. Die Fußwippe im Sitzen konnte die Muskelpumpe dabei am effektivsten aktivieren.[5]

3

Beinstrecker

  1. Setze Dich mit geradem Rücken auf einen Stuhl. Deine Füße sind ungefähr hüftbreit aufgestellt.

  2. Hebe ein Bein langsam an, bis Dein Ober- und Unterschenkel eine gerade Linie bilden. Halte diese Position für 15 Sekunden.

  3. Setze Deinen Fuß anschließend langsam auf dem Boden ab, bis Du wieder in der Ausgangsposition bist. 

  4. Wechsle nun das Bein. Wiederhole diese Übung auf jeder Seite zwei- bis dreimal.

4

Medikamente

Laut deutscher Leitlinie gibt es in Deutschland derzeit drei zugelassene, nachweislich wirksame Substanzen zur Behandlung von Krampfadern:[3]

  • Roter Weinlaubextrakt

  • Rosskastanienextrakt 

  • Oxerutin

Diese Mittel verringern die Menge an Flüssigkeit, die durch die Venenwände ins Gewebe gelangen kann.[3] Dadurch können Beinschwellungen reduziert und Beschwerden wie Schmerzen gelindert werden.[3]

5

Manuelle Lymphdrainage

In Deinen Beinen gibt es nicht nur ein Venensystem, sondern auch ein sogenanntes Lymphsystem. Das Lymphsystem sammelt Flüssigkeit aus dem Gewebe und führt es über Lymphgefäße zurück in den Blutkreislauf.

Bei einer manuellen Lymphdrainage werden Deine Beine massiert. Das soll die Transportfähigkeit der Lymphgefäße ankurbeln und dadurch Schwellungen in den Beinen verringern.

Erfahrungsberichte zeigen, dass eine manuelle Lymphdrainage Schwellungen in den Beinen reduzieren kann.[3] Es gibt jedoch kaum wissenschaftliche Nachweise für diese Methode. Laut Leitlinienempfehlung kann die manuelle Lymphdrainage eingesetzt werden, wenn Medikamente, invasive Methoden und die Kompressionstherapie nicht ausreichend geholfen haben.[3]

6

Beine hochlagern

Wie bereits erwähnt, ist Bewegung hilfreich, um Blut aus den Beinen zu transportieren. Wenn Du also beispielsweise längere Zeit sitzt oder nachts im Bett liegst, kann das Blut nur schwierig zum Herzen gelangen.

In solchen Momenten kann es hilfreich sein, Deine Beine hochzulagern. So muss das Blut nicht mehr gegen die Schwerkraft ankommen und gelangt viel leichter zum Herzen. Dafür eignet sich beispielsweise ein Hocker, auf dem Du Deine Beine ablegen kannst.

7

Balneotherapie

Ein guter Grund, mal wieder ins Spa zu gehen: In vielen Spas wird nämlich eine sogenannte Balneotherapie angeboten. Dabei begibst Du Dich in ein mit verschiedenen Mineralstoffen angereichertes Wasserbecken.

Einzelnen Studien zufolge kann die Balneotherapie dabei helfen, unangenehme Beschwerden von Krampfadern zu lindern.[6] Das volle Potenzial dieser Methode muss jedoch noch weiter erforscht werden.

Krampfadern behandeln

Varizen-OP: Krampfadern ziehen, Besenreiser veröden & Co.

Es gibt verschiedene invasive Methoden, um Krampfadern und Besenreiser zu behandeln. Die häufigsten Methoden haben wir Dir hier zusammengestellt.

  • Sklerotherapie (Verödung): Bei dieser Therapie wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die Krampfader gespritzt. Dadurch bildet sich Narbengewebe, wodurch die Vene verschlossen wird.

  • Endovenöse Verfahren (Hitze): Dabei wird ein kleiner Katheter in die Vene eingeführt, der die Vene mithilfe von Hitze verschließen soll. Dafür können elektromagnetische Wellen (sogenannte Radiofrequenzablation) oder Laserstrahlen (sogenannte endovenöse Lasertherapie) verwendet werden.

  • Krampfadern-OP: Bei einer Operation werden die störenden Krampfadern vollständig oder teilweise entfernt. Beim sogenannten Venenstripping werden zwei Schnitte am Bein gesetzt, um die Krampfader aus dem Bein zu ziehen.

    Bei kleineren Krampfadern kann auch die Phlebektomie eingesetzt werden. Dabei werden mehrere kleine Schnitte entlang der Krampfader gesetzt. So kann die Vene in einzelnen Teilen entfernt werden.

Beachte: Selbst nach einem erfolgreichen Eingriff können sich mit der Zeit neue Krampfadern bilden. Geheilt werden kann die Erkrankung durch invasive Methoden also allenfalls vorläufig.

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Häufige Fragen und Antworten zu Krampfadern und Besenreisern

Wie sehen Krampfadern aus?

Krampfadern sind erweiterte und verlängerte Venen, die bläulich oder violett durch die Haut schimmern können. Meistens zeigen sie sich an den Beinen. Kleine Krampfadern werden als Besenreiser bezeichnet.

Woher kommen Krampfadern?

Meistens entstehen Krampfadern durch eine Schlussunfähigkeit der kleinen Venenklappen. Dadurch kann Blut nicht mehr so gut zum Herzen transportiert werden und staut sich dadurch in den Beinen auf. Vergleichsweise seltener verursacht eine Thrombose die Krampfader.

Mögliche Risikofaktoren sind ein fortgeschrittenes Alter, weibliches Geschlecht, Schwangerschaften, bekannte Fälle in der Familie und eine überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit.

Sind Krampfadern gefährlich?

Meistens sind Krampfadern nicht gefährlich. In manchen Fällen können sie aber tatsächlich die Gesundheit gefährden: Sie erhöhen nämlich beispielsweise das Risiko für Thrombosen, die eine lebensbedrohliche Lungenembolie auslösen können.

Was kann man gegen Krampfadern und Besenreiser tun?

Es gibt unterschiedliche konservative und invasive Behandlungsmethoden. Zu den konservativen Methoden gehören beispielsweise Bewegung, Medikamente und Kompressionsstrümpfe. Bei den invasiven Methoden werden Venen beispielsweise verödet, erhitzt oder herausgezogen.

Wann sollte man mit Krampfadern zum Arzt?

Spätestens, wenn körperliche Beschwerden auftreten, solltest Du zum Arzt gehen. Körperliche Beschwerden sind unter anderem müde und schwere Beine, Spannungsgefühle, Empfindungsstörungen und Schwellungen.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Krampfader-OP?

Das ist abhängig von der Methode und den Lebensumständen. Die meisten Patienten können nach spätestens einer Woche wieder arbeiten. Bei körperlich anstrengenden Berufen kann die Heilungsdauer aber auch zwei Wochen dauern.

Kann man Krampfadern ohne OP entfernen?

Neben operativen Methoden können Krampfadern verödet oder erhitzt werden, um sie so zu entfernen. Konservative Methoden können zwar ein Voranschreiten der Krampfadern verhindern, sie jedoch nicht entfernen.

Ist eine Rückbildung von Krampfadern möglich?

Nein. Krampfadern sind unwiderruflich erweiterte Venen. Eine Rückbildung ist also nicht möglich.

Fazit

Krampfadern und Besenreiser können nicht nur eine Belastung für die Psyche, sondern auch für den Körper sein. Falls Du Dich mit Deinen Krampfadern unwohl fühlst oder sogar körperliche Beschwerden bemerkst, solltest Du etwas unternehmen. Es gibt nämlich zahlreiche konservative und invasive Methoden, um Deine Beschwerden zu lindern. Schließlich solltest Du Dich wohl in Deiner Haut fühlen.

Hast Du bereits Erfahrungen mit Krampfadern gemacht, die Du mit uns teilen möchtest? Dann schreib uns doch mal in den Kommentaren!

Bildcredits: Himchenko/Depositphotos.com, izakowski/Depositphotos.com, NewAfrica/Depositphotos.com, mikdam/Depositphotos.com

[1] Bradbury AW. Pathophysiology and Principles of Management of Varicose Veins. In: Fitridge R, Thompson M, editors. Mechanisms of Vascular Disease: A Reference Book for Vascular Specialists [Internet]. Adelaide (AU): University of Adelaide Press; 2011. 24. PMID: 30485012.

[2] Herold G. Innere Medizin 2023. Köln: Dr. Gerd Herold; 2022.

[3] Pannier F, Noppeney T, Alm J, Breu FX, Bruning G, Flessenkämper I, Gerlach H, Hartmann K, Kahle B, Kluess H, Mendoza E, Mühlberger D, Mumme A, Nüllen H, Rass K, Reich-Schupke S, Stenger D, Stücker M, Schmedt CG, Schwarz T, Tesmann J, Teßarek J, Werth S, Valesky E. S2k - Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose [Internet]. Bonn: Klinik und Poliklinik für Dermatologie der Universität Bonn. 2018 Mar [Letzter Abruf: 2023 Aug 25]. URL: https://register.awmf.org/assets/guidelines/037-018l_S2k_Varikose_Diagnostik-Therapie_2019-07.pdf.

[4] Niethard FU, Pfeil J, Biberthaler P. Orthopädie und Unfallchirurgie. 9th ed. Stuttgart: Thieme. 2022.

[5] O’Donovan K, Bajd T, Grace P, O’Keeffe D, ÓLaighin, G.  Preliminary Evaluation of Recommended Airline Exercises for Optimal Calf Muscle Pump Activity. EJVES Extra. 2006 Jul;12(1). doi: 10.1016/j.ejvsextra.2006.04.001.

[6] de Moraes Silva MA, Nakano LC, Cisneros LL, Miranda F Jr. Balneotherapy for chronic venous insufficiency. Cochrane Database Syst Rev. 2019 Aug 26;8(8):CD013085. doi: 10.1002/14651858.CD013085.pub2. Update in: Cochrane Database Syst Rev. 2023 Jan 9;1:CD013085. PMID: 31449319; PMCID: PMC6709645.

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