Thrombose: So entkommst Du der tickenden Zeitbombe!

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„Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße.“
– Rudolf Virchow, Begründer der modernen Pathologie

Wenn man an Thrombose denkt, hat man meist seine Großeltern in Thrombosestrümpfen vor Augen. Dabei handelt es sich bei der Gefäßerkrankung keineswegs um eine ausschließliche Alterserscheinung.

Auch die jüngere Generation, insbesondere Schreibtischarbeiter haben zunehmend mit schweren Beinen, unschönen Krampfadern und unangenehmen Wadenschmerzen zu kämpfen – meist als Resultat einer Beinvenenthrombose.

Die Venenerkrankung ist jedoch viel mehr als nur ein Schönheitsmakel und gelegentliche Schmerzen. Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenembolie – Mindestens 100.000 Menschen sterben allein in Deutschland jährlich an den Folgen einer venösen Thrombose. [1]

In diesem Artikel erfährst Du das vielleicht beste Mittel zur Thromboseprophylaxe und wie Du es gezielt einsetzt!

Was genau ist eine Thrombose und wie entsteht sie?

Die Blutgefäße eines Erwachsenen messen unvorstellbare 90.000 Kilometer. Manche davon Gartenschlauch dick, andere so dünn wie ein Haar. 7.000 Liter pumpt unser Herz täglich durch die Arterien und Venen und hält uns somit funktionstüchtig.

Dabei ist unser Körper aber auf unser Zutun angewiesen und benötigt beispielsweise ausreichend Nährstoffe, Flüssigkeit und Bewegung, um die „Maschinerie“ am Laufen zu halten.

Insbesondere unsere Beinvenen leisten hierbei Schwerstarbeit. Denn sie müssen das „verbrauchte Blut“ entgegen der Schwerkraft zurück zum Herzen befördern.

Unterstützt wird das Venensystem dabei durch die natürliche Blutpumpe unserer Muskeln. Jedes Anspannen der Beine, Waden oder Füße presst dabei das Blut zurück Richtung Herz.

Wusstest Du:
Jeder zweite Deutsche leidet in seinem Leben mindestens einmal an einer Durchblutungsstörung durch Gefäßerkrankungen wie Thrombose, Arteriosklerose oder der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

Unterstützen wir unseren Körper jedoch zu wenig, beispielsweise indem wir stundenlang unbewegt sitzen oder zu wenig trinken, kommt es zu einer Fehlfunktion im Körper.

Das „verbrauchte Blut“, was normalerweise durch unsere Muskelpumpe zurück ins Herz gedrückt wird, staut sich in den Beinen.

Nun folgt eine Körperfunktion, die eigentlich vor dem Verbluten schützen soll: Das Blut gerinnt, wenn es nicht bewegt wird.

Die Folge ist eine Verengung der Venen durch ein Blutgerinnsel (lat. Thrombus) und die Beine werden noch schlechter durchblutet, bis es irgendwann zu einem kompletten Gefäßverschluss kommt – die sogenannte venöse Thrombose oder speziell in diesem Fall die tiefe Beinthrombose ist entstanden. [2]

venoese-thrombose

Neben dieser wesentlich häufigen Form der venösen Thrombose, gibt aus auch arterielle Thrombosen.

Eine Venenthrombose ist das Resultat eines Blutgerinnsels in den Venen, also den Gefäßen, die das Blut zum Herzen zurück fördern. Beispiele hierfür sind neben den genannten die Pfortaderthrombose (Leber), renale Venenthrombose (Niere), Armvenenthrombose oder Hirnvenenthrombose.

Entsteht der Propf hingegen in den Arterien, welche das Blut vom Herzen zu den Organen bringen, spricht man von einer Atherothrombose.

Symptome und Folgen einer Venenthrombose

Erste Symptome der sehr häufigen Beinthrombose sind meist Wadenschmerzen, ähnlich wie bei einem Muskelkater, schwere und müde Beine sowie ein leichtes Spannungsgefühl.

Für den Laien sind das erst einmal unbedenkliche Symptome und nicht klar als Thrombose diagnostizierbar. Dennoch rate ich Dir bei Verdacht sofort einen Arzt aufzusuchen.

Symptome einer Thrombose:

  • Blau- oder Rotfärbung der Haut (Zyanose)
  • Druckschmerzen
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Überwärmung der Körperstelle
  • Spannungsschmerz
  • Müde und schwere Muskeln [3]

Eine unbehandelte Venenthrombose im Bein kann sich schnell ausbreiten und andere Venen ebenfalls verstopfen und führt so häufig zur Beckenvenenthrombose.

Andere häufige Folgen sind Krampfadern, Besenreiser oder Ödeme (Wassereinlagerungen).

Löst sich jedoch ein Blutgerinnsel, kann es unter Umständen in Herz, Gehirn und Lunge wandern und dort wie ein Staudamm den Blutfluss verschlechtern oder gar stoppen.

Eine verschleppte oder unbemerkte Thrombose ist daher nicht nur ein Schönheitsmakel am Bein, sondern kann im schlimmsten Falle sogar den Tod durch Herzinfarkt, Lungenembolie oder Schlaganfall bedeuten. [4]

Wusstest Du:
Durch Lungenembolien sterben mehr Menschen, als durch Brust- und Prostatakrebs, AIDS und Verkehrsunfälle zusammen. [5]

Die 3 häufigsten Ursachen einer Thrombose

„Krankheiten überfallen den Menschen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sondern sind die Folgen fortgesetzter Fehler wider die Natur.“ – Hippokrates, der berühmteste Arzt des Altertums

Und so ist eine Thrombose auch nur in den seltensten Fällen erblich bedingt, sondern meist eine Folge unserer Lebensweise.

Der schon seit über 100 Jahren gültige „Virchow-Trias“ (benannt nach dem dt. Pathologen Rudolf Virchow) beschreibt die drei Hauptgründe für das Entstehen einer Thrombose:

  1. Veränderungen bzw. Schäden an der Gefäßwand, z. B. durch Verletzungen oder Entzündungen
  2. Veränderungen der Strömungsgeschwindigkeit des Blutes, meist durch Bewegungsmangel
  3. Veränderungen der Zähflüssigkeit des Blutes, häufig durch Flüssigkeitsmangel [6]

Auch erblich bedingt kann das Blut beispielsweise eher dazu neigen, Blutgerinnsel zu bilden oder dickflüssiger zu sein.

Der wohl allerhäufigste Grund für einen Thrombus ist jedoch eine ungesunde Lebensweise. Alkoholkonsum und Rauchen verändern die Zusammensetzung Deines Blutes und es verklumpt schneller. Das gleiche blüht Dir bei einer unausgeglichenen Ernährung oder Übergewicht.

Aber das wohl größte Risiko geht vom Sitzen aus. Nicht ohne Grund bezeichnen Mediziner die modernen Sitzgewohnheiten als das neue Rauchen.

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Das Problem beim Sitzen ist, dass den Beinvenen die Arbeit erschwert wird und somit auch das Blut weniger schnell zum Herz zurückfließt. Wenn Du nicht bereits dynamisches Sitzen und Venengymnastik als Gewohnheit integriert hast, schläft außerdem Dein (Blut-)Kreislauf regelrecht ein.

Und wir sitzen fast immer und überall, 9,6 Stunden im Durschnitt. Wir sitzen beim Frühstück, im Auto, im Büro, bei Meetings, im Kino und ja sogar beim Schlafen haben die meisten Menschen ihre Beine angewinkelt, wie beim Sitzen.

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Neben dem Bewegungsmangel können aber auch Hormone die Blutgerinnung beeinflussen. Daher kann durch gewisse Hormonpräparate (z. B. manche Antibabypillen) oder auch bei Schwangerschaft das Risiko für Thrombose um das bis zu zehnfache ansteigen. [7]

Behandlung und Vorbeugung von Thrombose

Im Akutfall einer Thrombose oder auch bei Gefahr der Bettlägerigkeit (z. B. nach OPs) wird zum Schutz vor Embolien und Infarkten häufig ein gerinnungshemmendes Medikament verabreicht.

Zusätzlich wird bei der Thromboseprophylaxe, als auch zur Behandlung häufig auf unterstützende Kompressionsverbände gesetzt. So beschleunigen zum Beispiel Kompressionsstrümpfe den Blutrückfluss aus den tiefen Beinvenen.

Noch viel wichtiger als jeder Strumpf ist jedoch die Mobilisation der betroffenen Bereiche. Sogenannte Venengymnastik aktiviert die Muskelpumpen, fördert die Durchblutung und schwämmt angestautes Blut wieder zum Herzen.

Die folgenden Übungen eignen sich hervorragend für jede Situation und Du kannst sie sogar im Büro einfach durchführen.

1

Venenpumpe

Diese Übung kannst du im Liegen, im Sitzen und auch im Stehen ausführen.

Zu Beginn stellst Du Dich auf Deine Zehenspitzen und streckst Deine Füße, hältst diese Position kurz und kommst zurück in die Ausgangsposition.

Dann stellst Du Dich auf Deine Fersen und ziehst die Zehenspitzen nach oben, hältst wieder einen Moment und beginnst von vorn.

Mache mindestens 10 Wiederholungen, bestenfalls 3x täglich.

2

Beinheben/Beinstrecken

Diese Übung ist für alle Schreibtischarbeiter hervorragend geeignet. Sie verbessert nicht nur Deine Durchblutung, sondern kann sogar Rückenschmerzen lindern.

Hebe ganz einfach beide Beine gleichzeitig für 15 Sekunden an. Achte dabei darauf, Deine Zehenspitzen zum Körper zu ziehen, um auch die Waden zu dehnen. Anschließend machst Du 5 Sekunden Pause und beginnst Deine zweite Runde.

Insgesamt drei Durchgänge sollten es schon mindestens sein.

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3

(Einbeinige) Kniebeuge

Die wohl jedem bekannte Kniebeuge ist ein wahrer Kreislaufturbo und beansprucht eine Vielzahl an Muskeln im ganzen Körper. Zum Wohle Deiner Sehnen, Bänder und Gelenke solltest Du jedoch auf die richtige Ausführung achten!

Stelle Dich mit Deinen Füßen etwa schulterbreit hin. Dein Oberkörper ist dabei aufrecht, Deine Brust nach vorn geschoben und Deine Bauchmuskeln leicht angespannt.

Nun beugst Du Deine Beine langsam und kontrolliert, bis Deine Oberschenkel parallel zum Boden auf gleicher Höhe zu Deinen Knien sind. Deine Knie sollten dabei stets in die gleiche Richtung wie Deine Füße zeigen und maximal auf gleicher Höhe mit Deinen Fußspitzen sein.

Beim Beugen atmest Du ein und beim anschließenden Strecken wieder aus.
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4

Radfahren in der Luft

Wir haben diese Übung immer im Kindergarten nach dem Mittagsschlaf gemacht. Musstet ihr das auch?

In jedem Falle solltest Du Dir ab sofort jeden Morgen 30 Sekunden Zeit nehmen, Deinen Kreislauf in Schwung zu bringen und Deinen Beinvenen zu aktivieren.

Denn diese Übung kannst Du liegend im Bett machen. Wie beim Fahrradfahren ziehst Du abwechselnd ein Bein heran und das andere streckst Du.

Bonustipp: Arbeite nach der 40-15-5 Regel

Der Hauptgrund für Thrombose ist Bewegungsmangel und stundelanges Sitzen. Nun kannst Du wahrscheinlich nicht einfach so Deine Arbeitszeit verringern. Aber Du kannst mehr Bewegung in Deinen Arbeitsalltag bringen.

Sitze ab sofort 40 Minuten dynamisch, dann arbeitest Du für 15 Minuten im Stehen und bewegst Dich 5 Minuten aktiv.

Wenn Du diese stündliche Unterteilung beherzigst, beugst Du nicht nur aktiv Thrombose vor, sondern wirst auch produktiver, reduzierst Deinen Rückenschmerzen und baust nachweislich Stress ab.

Diese Vorteile hat das Arbeiten an einem höhenverstellbaren Schreibtisch:
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Fazit: Du hast Deine Gesundheit selbst in der Hand!

Werde jetzt aktiv! Integriere mehr Bewegung in Deinen Alltag, arbeite häufiger im Stehen und reduziere Deine statische Sitzzeit!

Bildcredit: © Depositphotos.com/rob3000, undrey, haveseen

Quellen und wissenschaftliche Studien:
[1] http://www.risiko-thrombose.de/files/downloads/Mitmachpaket/Aktionsbuendnis_Thrombose_Flyer_2016.pdf
[2] http://www.dga-gefaessmedizin.de/patienten/venenerkrankungen.html
[3] http://www.apotheken-umschau.de/Venen/Thrombose-Symptome-110311_3.html
[4] http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46171749.html
[5] Baglin T. Venous thromboembolism in hospitalised patients: a public health crisis? Br J Haematol. 2008 Jun;141(6):764-70.
[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18783400?dopt=Abstract
[7] http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57624/Thromboserisiko-nach-Schwangerschaft-erhoeht
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