Schmerzen verstehen und endlich loswerden – Eine Befreiungsgeschichte

Schmerzen besiegen

Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen – die Liste der Schmerzarten ist lang. Nichts erschwert den Alltag mehr als Schmerzen. Sie können pochen, pulsieren, dumpf oder stechend sein. Doch sie haben alle eine Gemeinsamkeit: Schmerz schützt und warnt uns vor Verletzungen und Verschleiß (zumindest sollte er das).

Schmerzen wären etwas Wunderbares, wenn sie nur nicht so weh tun würden. – Ralf Brebeck

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Wahrscheinlich werden deshalb in unserer Wohlstands-Gesellschaft Schmerzen gerne verdrängt. Mit Pillen, Spritzen und OPs. Manch ein Marathonläufer nimmt sogar provisorisch eine Schmerztablette – aus Angst vorm Schmerz beim kilometerlangen Laufen.

Nimmst Du aber Deine Schmerzen nicht ernst und betäubst oder erträgst sie still, werden aus akuten schon bald chronische Schmerzen. Damit das bei Dir nicht passiert und Du den Teufelskreislauf aufhalten kannst, zeige ich Dir in diesem Artikel die besten Methoden, um wieder schmerzfrei zu werden.

Und die Methoden wirken. Denn ich habe sie getestet. Trotz Skoliose, Morbus Scheuermann und Beckenschiefstand, konnte ich meine chronischen Rückenschmerzen besiegen.

Was ist Schmerz?

Schmerz ist ein unangenehmes und stark vom eigenen Befinden und Zustand abhängiges Gefühl, das auf aktuelle oder drohende Schäden im Körper hinweist. Die Empfindung des Schmerzes ist damit ein lebenswichtiger Schutzfaktor. Sonst würden Kinder wohl ihre Hand für Stunden auf der Herdplatte lassen.

Ein paar wenige Menschen mit Genmutationen fühlen tatsächlich keinen Schmerz. Ihr Leben ist geprägt von Knochenbrüchen, Wunden, Infektionen und es ist meist sehr kurz.

Denn Schmerz erzieht, insbesondere der akute Schmerz: Er warnt uns vor Gefahren wie scharfen oder heißen Gegenständen, ungesunder Körperhaltung und bringt uns sogar bei, wie man sich bewegt (und wie besser nicht). Macht man alles „richtig“, ist man nach kurzer Zeit wieder schmerzfrei.

Anders ist das bei chronischen Schmerzen, also wenn dauerhaft etwas weh tut. Das kann passieren, wenn sich ein Schmerzgedächtnis gebildet hat (psychische Ursache) oder aufgrund einer ungesunden Lebensweise. Wer beispielsweise die meiste Zeit am Tag sitzt, wird fast zwangsläufig jeden Tag verspannte Muskeln sowie muskuläre Dysbalancen haben. Aber auch dauerhafter Stress lässt Muskeln verhärten und Faszien verkleben.

Ein Sonderfall stellt der seelische oder psychische Schmerz dar; beispielsweise nach einer Trennung oder bei Mobbing. Unterschiedliche Studien zeigen, dass hierbei die gleichen Hirnareale wie bei körperlichem Schmerz aktiviert werden. [1]

Arten von Schmerzen

„Wer Schmerzen versteht, wird Sie meist auch los“

Im Durchschnitt ganze zehn Jahre irrt ein Schmerzpatient durch das Gesundheitssystem – von Arzt zu Arzt und von Medikament zu Operation.

Erst dann erhält der Schmerzgeplagte eine „qualifizierte“ Hilfe. Alles zuvor stellt sich dann als vergeudet heraus. Der Patient hat bis dahin nicht nur Zeit und Geld verloren, auch dessen Gesundheit hat sich in dieser Zeit dramatisch verschlechtert. [2]

Doch sind nicht etwa nur die Ärzte schuld an dieser Misere. In den Vorstellungen der meisten existiert das Bild einer bösen Krankheit, die man mit dem richtigen Medikament oder der richtigen Passiv-Behandlung besiegen kann.

Schmerzen aber entwickeln sich über Jahre als Resultat der äußeren Umwelteinflüsse und insbesondere aus den eigenen Lebensgewohnheiten heraus. Daher ist es ein Trugschluss, mit Medizin oder ein paar Mal Physio in kürzester Zeit wieder gesund zu werden.

Krankheiten überfallen den Menschen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sondern sind die Folgen fortgesetzter Fehler wider die Natur. – Hippokrates, berühmtester Arzt des Altertums

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Willst Du Deine Schmerzen also wirklich dauerhaft besiegen, reicht es nicht, die Krankheitssymptome mit Tabletten vorübergehend zu betäuben oder auf Zauberhände Deines Osteopathen oder Akupresseur zu hoffen.

Es ist Dein eigener Wille, die Ursachen verstehen und Deine ungünstigen Gewohnheiten mit gesunden Ritualen austauschen zu wollen. Nur so kannst Du dauerhaft wieder schmerzfrei werden. Das belegen auch wissenschaftliche Studien. Schmerzpatienten, die die neuropsychologischen und -biologischen Prozesse ihres Körpers verstehen, können ihren Schmerz häufiger und dauerhafter mildern.

Sind Schmerztabletten sinnvoll?

Egal ob Knieschmerzen, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen – der Durchschnittsdeutsche greift schnell und häufig – und manchmal sogar provisorisch – zu freiverkäuflichen Schmerztabletten wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol.

„Dass sie frei verkäuflich sind, macht sie nicht zu harmlosen Medikamenten“, warnt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. [3]

Denn Schmerztabletten haben allerhand nachteilige Wirkungen:

  • Sie werden schnell überdosiert oder zu lange eingenommen und schädigen so innere Organe und Nerven
  • Sie unterdrücken den Schmerz, aber bekämpfen die Schmerzursache nicht
  • Sie sind schwierig zu dosieren, da bspw. Paracetamol in vielen anderen Medikamenten bereits enthalten ist
  • Es besteht Suchtgefahr
  • Die Wirkung lässt mit der Anwendungsdauer nach und es muss höher dosiert werden, um eine gleichbleibende Wirkung zu erzielen

Auch an mir probierte man von Voltaren bis Kortison alles aus. Bis auf immer mehr Frustration und Gewichtszunahme hat das alles nichts gebracht.

Bei Schmerzen Ruhe oder Bewegung?

Wer krank ist oder Schmerzen hat, wird meist umsorgt und soll sich schonen. So raten zumindest oft Angehörige, leider aber auch sehr oft Ärzte.

Die Schonung geht dann nur häufig schnell in einen absoluten Bewegungsmangel über. Und genau hier liegt das Problem: Wer sich nicht bewegt, wird auch nur sehr langsam wieder gesund und riskiert weitere Beschwerden.

Denn Bewegung ist der Motor, damit der menschliche Körper funktioniert. Beispielsweise das Lymphsystem, das Stoffwechsel-Abfälle abtransportiert, läuft ausschließlich über Muskelkontraktion – also bei Bewegung. Und das ist nur ein Beispiel.

Versteh mich nicht falsch. Natürlich sollte man mit gebrochenem Bein keinen Marathon laufen. Doch bei Rückenschmerzen zum Beispiel, solltest Du Dich wieder allmählich an die Bewegung gewöhnen und das Pensum schrittweise erhöhen.

Bei Kopfschmerzen machen es intuitiv viele Menschen richtig: Sie gehen an der frischen Luft spazieren, weil sie spüren, dass das hilft. Und das tut es tatsächlich. Denn Bewegung, insbesondere an der frischen Luft, baut Verspannungen um die Halswirbelsäule ab und löst somit die Kopfschmerzen.

Ursachen von chronischen Schmerzen

Schmerzen sind eine Warnung; sie signalisieren, dass mit dem Körper etwas nicht in Ordnung ist. Daher sollte stets nach ihrer Ursache geforscht werden. Schmerzen chronifizieren sich dann, wenn entweder die Ursache dauerhaft bestehen bleibt (z.B. Bewegungsmangel) oder aber es bildet sich ein Schmerzgedächtnis im Gehirn, sodass es auch ohne Ursache weiterhin schmerzt.

Die gute Nachricht: Sowohl die Schmerzursachen als auch das Schmerzgedächtnis können beseitigt werden. Oft bekommen Schmerzpatienten jedoch zu hören, sie müssten lernen mit dem Schmerz umzugehen. Dies führt jedoch in meinen Augen zu Resignation – und wer aufgibt, der hat schon verloren; oder hat eben weiter höllische Schmerzen.

Chronisch Schmerzgeplagte leiden häufig unter dauerhaftem Stress, sind ängstlich, frustriert und verzweifelt. Nicht selten machen Schmerzen sogar depressiv. Negative Emotionen aber verschlimmern die Schmerzen meist – ein Teufelskreislauf

Schmerzen entstehen meist als Kombination aus den folgenden Ursachen:

  1. Menschen der westlichen Gesellschaft sind quasi dauergestresst. 80% der Deutschen geben an, des Öfteren Stress zu empfinden. Stress aber verkrampft Muskeln und Faszien, bringt den Hormon- und Stoffwechselhaushalt durcheinander.
  2. Hinzu kommt die industrialisierte Nahrung. Es ist kein Geheimnis, dass Pestizide und Mikroplastik auch in Lebensmitteln zu finden sind. Monokulturen zerstören nicht nur Böden, sondern bringen auch nährstoffarme Nahrung hervor. Wer Fleisch aus Massentierhaltung ist, nimmt außerdem auch noch deren Antibiotika mit auf.
  3. Am gravierendsten wohl aber ist der Bewegungsmangel in den Industriegesellschaften. Nicht ohne Grund betiteln renommierte Zeitungen die Bewegungsarmut mit „Sitzen ist das neue Rauchen“.

Das Wissen aus diesem Abschnitt ist besonders wichtig. Verinnerliche es und verstehe, dass Du SELBST Deine Gesundheit in der Hand hast. Nicht Ärzte oder Therapeuten können Dich dauerhaft gesund behandeln. DU musst aktiv werden.

Den Schmerzen davonlaufen

Vermehrte Bandscheibenschäden und Wirbelsäulenerkrankungen konnten Archäologen erstmalig mit der landwirtschaftlichen Revolution vor 10.000 Jahren feststellen. Die eintönige Arbeit auf dem Feld führte zu muskulären Dysbalancen. Die schlechte Körperhaltung dabei verursachte Verschleiß.

Heute ist es nicht anders. Nur ist es nicht etwa die harte körperliche Arbeit. Die Arbeit des modernen Menschen ist eintönig bewegungsarm. Wo Jäger und Sammler täglich bis zu 40 Kilometer zurücklegten, sind es bei einem normalen Büroangestellten selten mehr als zwei Kilometer am Tag.

„Der Kreuzschmerz ist im Prinzip die gesunde Antwort mündiger Bürger auf eine pathologische Leistungsgesellschaft“ – Sportmediziner Wolfgang Bartel

Das stundenlange Sitzen, die nahezu ununterbrochene Bildschirmarbeit und der Bewegungsmangel fordern ihren Tribut: Muskuläre Dysbalancen, Stoffwechselstörungen und muskulär-fasziale Verspannungen rufen irgendwann zwangsläufig Schmerzen hervor.

Die Lösung ist daher nicht etwa den Schmerz wegzuoperieren oder mit Tabletten zu betäuben. Vielmehr solltest Du die Ursache bekämpfen. Denn zumeist sind jahrelanger Bewegungsmangel, Stress und eine Ernährung die Wurzel der Schmerzen.

Die Göttinger Uniklinik hat diesen Umstand erkannt und „behandelt“ ihre Schmerzpatienten sehr erfolgreich: Sie motivieren, selbst aktiv zu werden. Im Detail bedeutet das jede Menge Bewegung, also Radfahren, Wandern oder Schwimmen sowie Dehn- und Entspannungsübungen wie Yoga, Achtsamkeitsmeditation und autogenes Training.

In einer Untersuchung konnte mehr als jeder zweite arbeitsunfähige Schmerzpatient bereits nach zwei Monaten wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. [4]

Zusätzlich empfehle ich vermehrt selbst zu kochen – und zwar mit frischen Zutaten und abwechslungsreich. Denn nur ein gut mit Nährstoffen versorgter Körper kann schmerzfrei werden.

Zucker und Salz sollte bedacht verwendet werden und nicht jede Mahlzeit aus Getreideprodukten und tierischen Produkten bestehen. Ansonsten gilt es, sich nicht verrückt zu machen. Denn das stresst wieder.

Wer schmerzfrei leben will, bewegt sich viel, isst achtsam und ausgeglichen und lässt sich vom Druck der Leistungsgesellschaft nicht anstecken.

Hast Du Tipps für uns und unsere Leser, um Schmerzen natürlich zu bekämpfen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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Quellen und wissenschaftliche Studien:
[1] Henningsen, Harald Gündel, Andres Ceballos-Baumann: Neuro-Psychosomatik – Grundlagen und Klinik neurologischer Psychosomatik. Schattauer, Stuttgart 2006, ISBN 3-7945-2378-4, S. 19–22
[2] http://www.focus.de/gesundheit/news/medizin-schmerz-lass-nach_aid_215370.html
[3] http://www.stk-ev.de
[4] https://www.focus.de/gesundheit/news/medizin-den-schmerzen-davonlaufen_aid_177399.html
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