Behandlung einer Lumboischialgie: 3 praxiserprobte Tipps und Übungen für eine schnellere Genesung

Beitragsbild für Artikel über Lumboischialgie

Plagen Dich unangenehme Schmerzen im unteren Rücken, die auch auf Deine Beine ausstrahlen? Dann leidest Du wahrscheinlich an einer Lumboischialgie, welche auch als Wurzelreiz-Syndrom bekannt ist.

Glücklicherweise ist in den seltensten Fälle eine ernsthafte Krankheit die Ursache. So gibt es einige wertvolle Hilfsmittel und Übungen, mit denen Du auf einfache Weise Deine lästigen Schmerzen lindern kannst.

Bevor wir loslegen, gebe ich Dir noch ein wenig Mut auf den Weg:

“Ungeheilt ist nicht unheilbar”
– Walter Ludin, Schweizer Journalist und Buchautor
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Definition und Symptome: Was ist eine Lumboischialgie?

Du kannst Dir leicht selbst erschließen, was es mit der Lumboischialgie auf sich hat. Lumboischialgie setzt sich setzt sich aus „Lumbalgie“ und „Ischialgie“ zusammen, was zwei unterschiedliche Schmerzbilder beschreibt. Da beide Schmerztypen aber gleichzeitig vorhanden sind, wird der Begriff zusammengeschweißt.

Der Ausgangspunkt bei einer Lumboischialgie ist dabei immer die Lendenwirbelsäule. Lumbalgie setzt sich demnach aus den Bestanteilen „Lumbo“ (=Lendenwirbelsäule) und „Algos“ (griechisch für Schmerz) zusammen. [1]

Die Ischialgiehingegen bezeichnet Schmerzen, die isoliert im Ischiasnerv auftreten und sich bis auf die Beine ausdehnen können. Daher wird der Ischiasverv umgangssprachlich auch „Sitzbeinnerv“ genannt [2]

Wenn Ischias-Schmerzen also in Kombination mit Schmerzen in der Lendenwirbelsäule auftreten und sich auf ein Bein oder beide Beine überträgt, kann man von einer Lumboischialgie sprechen.

Die anatomische Ansicht einer Lumboischialgie

Für Menschen mit Lumboischialgie kann es zur Tagesordnung gehören, schmerzerfüllt an die eigene Hüfte zu fassen und sich nur mit erhöhter Bewegungseinschränkung fortzubewegen. Stechende, reißende Schmerzen im unteren Rücken, die sich über die Oberschenkel bis hin zu den Füßen ausbreiten sind dann leider keine Seltenheit.

Besonders beim Bücken und dem Bewegen des Oberkörpers macht sich eine spürbare Bewegungseinschränkung bemerkbar. Die Schmerzen führen außerdem öfter zu einer seitwärts gekrümmten Schonhaltung. Außerdem berichten viele Betroffene von der Unmöglichkeit, sich aufrecht hinsetzen zu können.

Doch es gibt Hoffnung: Ischiasschmerzen klingen laut Untersuchungen bei 90% der Erkrankten innerhalb von drei Monaten ab oder verschwinden ganz. [3]

Typische Lumboischialgie Symptome:

  • (meist stechende oder reißende) Schmerzen im Gesäß und der Lendenwirbelsäule
  • Ausstrahlen in die Beine, oft einseitig links oder rechts stärker
  • Taubheitsgefühle/ Kribbeln
  • Schonhaltung und Bewegungseinschränkung

Um generell feststellen zu können, ob es sich bei den auftretenden Muskel- und Gelenkschmerzen im unteren Rücken um eine Lumboischialgie handelt, wird der sogenannte Lasegue-Test durchgeführt. Dabei liegt der Patient flach mit dem Rücken auf einer Liege und hebt leicht das schmerzende Bein an. Wenn bei verstärktem Anwinkeln auch ein deutlich zunehmender Schmerz in der Hüftregion zu spüren ist, handelt es sich womöglich um eine Lumboischialgie. [4]

Häufige Ursachen einer Lumboischialgie

Einer der Hauptgründe für eine Lumboischialgie ist neben dem Bandscheibenvorfall eine verspannte Gesäß- und Lendenmuskulatur, die vor allem durch übermäßiges Sitzen und Bewegungsmangel zustande kommt. [5][6]

In den meisten Fällen wird die Lumboischialgie durch einen Bandscheibenvorfall verursacht, der in der Lendenwirbelsäule ausgelöst wurde. Das ist auch wenig verwunderlich. Denn die Lendenwirbelsäule ist im Vergleich zu anderen Bestandteilen der Wirbelsäule der größten Belastung ausgesetzt, da sie als unterster Teil der Wirbelsäule das meiste Gewicht zu tragen hat. So belastet Du im Sitzen Deine Lendenwirbelsäule 1,5 Mal so viel als im Stehen.

Da der Ischiasnerv sozusagen die Wurzel der Lendenwirbelsäule bildet, spricht man bei der Lumboischialgie auch vom dem sogenannten Wurzelreiz-Syndrom. Demnach können auch Wirbelkörperbrüche, die durch Unfälle oder eine Osteoporose entstanden sind, zu den Gründen zählen.

Ob Bandscheibenvorfall, Wirbelverengung oder Muskelverspannung. Die Ursache von all dem – und somit auch ursächlich für die Lumboischialgie Schmerzen – ist unser sesshafter Alltag. Verglichen zur biologischen Entwicklung des Menschen sitzen wir erst seit kurzem auf Stühlen. Vorher bestand der Alltag unserer Vorfahren überwiegend aus jagen, sammeln und wandern. Bis zu 40 Kilometer pro Tag sind unsere steinzeitlichen Vorfahren gelaufen. Entsprechend hat sich der Körper für das Bewegen optimiert.

Heutzutage sitzen wir jedoch durchschnittlich 9,6 Stunden pro Tag. [6] Genetisch haben wir uns jedoch kaum verändert. Da verwundert es nicht, dass der Bewegungsmangel Hauptgrund für die meisten Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Rücken- und Nackenschmerzen ist.

Und auch die Lumboischalgie entsteht dadurch. Denn beim Sitzen verkürzt der Hüftbeuger, das Becken kippt nach vorn und die Lendenmuskulatur arbeitet dagegen, spannt sich also an. Da wir den ganzen Tag sitzen, ist die Lendenwirbelsäule dauerverspannt und führt folglich zu Schmerzen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Lumboischialgie?

Da sich die Lumboischialgie sowohl auf den unteren Rücken als auch die Beine auswirkt, kann sie uns je nach Ausprägung erheblich im Alltag einschränken. Dabei ist es egal, ob Du Deine Lendenwirbelsäule durch schwere körperliche Arbeit oder durch statisches Sitzen im Büro überbelastest.

  1. Ein gesundes Maß an gelenk- und wirbelschonender Bewegung solltest Du daher immer bewusst in Deinen Tagesablauf einplanen – selbst wenn das nur heißt, zum Kaffee jedes Mal den Automaten ein Stockwerk höher zu benutzen.
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  2. Außerdem empfehle ich Dir die Einrichtung eines ergonomischen Arbeitsplatz, falls Du täglich im Büro arbeitest.[7][8][9] Unabdingbar für gesundes Arbeiten sind zum einen ein höhenverstellbarer Schreibtisch und ein ergonomischer Bürostuhl. Denn nur so kannst Du Deine Wirbelsäule entlasten, indem Du abwechselnd zwischen Steh- und Sitzpositionen wechselst und dynamisch sitzt sitzt.
  3. Gezielte Gymnastik- und Dehnübungen können dazu beitragen, die ausgelösten Schmerzen im unteren Rücken zu reduzieren und einer Lumboischialgie vorbeugen.

3 hilfreichen Tipps und Übungen bei einer Lumboischialgie

Das oberste Ziel bei der Selbstbehandlung im Umgang mit Lumboischialgie ist natürlich die Reduzierung der Schmerzen und das Zurückgewinnen der körperlichen Mobilität. Glücklicherweise gibt es dazu auch einfach umzusetzende Maßnahmen, die genau das ermöglichen können.

Im Folgenden findest Du einen abwechslungsreichen Mix aus Gymnastik und Yoga gegen Rückenschmerzen, einer äußeren Wärmebehandlung und genialen ergonomischen Hilfsmitteln, die eine Schmerzreduktion selbst im bewegungsarmen Alltag berücksichtigt.

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ – Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph und Autor

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Yoga- und Dehnübungen

Die Schmerzen bei einer Lumboischialgie verlaufen auf verschiedene Art und Weise von der Lendenwirbelsäule bis ins Bein herunter. Auch der Ischiasnerv erstreckt sich durch das Gesäß entlang zum Bein.

Um in dieser Region Schmerzen reduzieren zu können, ist es also umso wichtiger, die Rumpf-, Bein- und Gesäßmuskulatur sowie umliegende Faszien ausreichend zu dehnen und beweglicher zu machen. [10] Die besten Dehnübungen sind in folgendem Video zusammengestellt:

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Schmerzen durch Wärme lindern

Wärme kann lästige Muskelschmerzen verringern und die Durchblutung fördern. Auch mit Hinblick auf die Lumboischialgie gilt die Wärmebehandlung als wirkungsvolle Maßnahme zur Schmerzlinderung.

Eine Wärmetherapie verbessert nicht nur Deine Beweglichkeit im unteren Rücken. Sie trägt darüber hinaus auch zu einem wohligen Gefühl der Entspannung bei. Und das Beste ist: Wärme lässt sich problemlos durch ein Heizkissen oder eine Wärmeflasche auf die schmerzende Stelle auftragen.

Ein Heizkissen kann auch im Büro als Stütze für die Lendenwirbelsäule verwendet werden, sodass selbst bei statischen Sitzarbeiten die Schmerzen reduziert werden können.

Frau die ihre Lumboischialgie mit einer Wärmeflasche behandelt

Darüber hinaus konnte die Wärmetherapie besonders bei Schulter-, Rücken- und Nackenschmerzen eine genesende Wirkung in ärztlichen Studien nachgewiesen werden.

So wurde eine Gruppe aus 250 Studienteilnehmern gebeten, ein Tagebuch über die Wirkung der Wärmetherapie für ihre Rücken- und Nackenschmerzen zu führen. Das Ergebnis? Nach der Gesamtbeurteilung bewerteten 78% der Patienten die Wärmebehandlung als „sehr gut“ oder „gut“. [11]

Neben Wärmepads und Heizkissen hast Du außerdem die Möglichkeit, Deine Schmerzen durch Saunagänge oder ein heißes Muskelaktivbad zu lindern.

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Massage und Akupressur

Da verspannte Muskeln der Hauptgrund für das Wurzelreizsyndrom sind, können Massagen wie auch Akupressur gezielte Entspannung bringen. [12] Selbst ohne Therapeut oder Partner kannst Du in den Genuss beider Behandlungsmöglichkeiten kommen. Entweder mit einer Akupressurmatte oder einer Faszienrolle:

Welche weiteren Tipps haben sich bei Dir bewährt, um einer Lumboischialgie gezielt vorzubeugen? Schreib mir Deine Antworten gerne unten in die Kommentare!


Bildcredits ©Depositphotos: Wavebreakmedia, minervastock, gzorgz, pejo, photography33

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