Die 3 besten Übungen um Deinen Beckenschiefstand zu korrigieren

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Mit etwa 15 Jahren ging ich mit Rückenschmerzen zum Arzt und dann die Diagnose: Beckenschiefstand, Skoliose und Beinlängendifferenz.

Verordnet wurde mir eine Gel-Schuheinlage für den rechten Fuß, um die Beine „gleich lang“ zu machen. Rein optisch war das einst schiefe Becken nun gerade. Die Rückenschmerzen aber wurden von Jahr zu Jahr schlimmer. Hinzu kamen Knieschmerzen, Hüftschmerzen bei starker Belastung und die Skoliose hat sich eher verschlimmert.

Was war passiert?

Der Arzt nannte es einen Teufelskreislauf, verursacht durch die Skoliose. Mit dem Teufelskreislauf hatte er Recht. Die Ursache war aber nicht die Skoliose. Denn (fast) niemand wird mit Skoliose geboren. Die Wirbelsäulenverkrümmung ist eine Folge unserer Lebensweise, wie ich später gelernt habe.

Genervt vom ergebnislosen Ärztemarathon wegen meiner „unspezifischen“ Rückenschmerzen, wie Mediziner es zu sagen pflegen, ergriff ich Eigeninitiative und durchstöberte zahlreiche Literatur, Foren und Blogs.

Was ich Erstaunliches herausgefunden habe, erfährst Du weiter unten im Artikel. Nur so viel sei erwähnt: mein Beckenschiefstand hat sich deutlich reduziert (von 2cm auf 0,5cm) und ich trage keine erhöhende Schuheinlage mehr.

Diese Symptome kennzeichnen einen Beckenschiefstand

Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass sie einen Beckenschiefstand haben. Denn die Schieflage des Beckens ist nicht zwangsläufig mit Schmerzen verbunden. Und solange die Beckenfehlstellung nur geringfügig ist, bereitet es dem Körper auch keinerlei Probleme.

Das gleiche trifft auf die oft diagnostizierte Beinlängendifferenz zu. Niemand hat einen perfekt symmetrischen Körper. Unterschiedlich lange Beine von wenigen Millimetern findet man daher sehr oft. Auch hier ist der Körper in der Lage dieses minimale Ungleichgewicht zu kompensieren, ohne dass Schmerzen entstehen müssen.

Problematisch wird es erst ab einer Beinlängendifferenz von mehr als Fünf Millimetern. Hier kippt das Becken dann oft so stark, dass die Belastungen im Alltag und insbesondere beim Gehen ungleichmäßig auf den Körper verteilt werden.

Wusstest Du:
Eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation WHO von 2007 hat ergeben, dass 7 von 10 Menschen von einer Schiefstellung des Beckens betroffen sind. [1]

Somit kann es zu Überlastungsbeschwerden und Verschleißerkrankungen wie Osteoporose, Bandscheibenvorfällen und Knieschmerzen kommen. Ist das Becken dauerhaft schief, kann insbesondere im Wachstumsalter, auch eine sogenannte erworbene Skoliose entstehen.

Zwar muss eine Skoliose nicht zwangsläufig zu Rückenschmerzen führen. Doch die Wirbelsäulenverkrümmung begünstigt Verspannungen der Haltemuskeln sowie muskuläre Dysbalancen, was letztendlich zu Schmerzen führen kann.

Das sind weitere mögliche Symptome beim Beckenschiefstand:

* Ein Beckenschiefstand kann kein Bein kürzer machen, aber sehr wohl den Abstand beider Beine bis zum Boden verändern.

Dysbalancen durch Beckenschiefstand

Beckenschiefstand ohne Arzt untersuchen

Natürlich wird es schwierig, die Genauigkeit einer 4D-Wirbelsäulenvermessung Deines Arztes zu erreichen. Ob Du aber überhaupt einen Beckenschiefstand hast, kannst Du relativ leicht vor dem Spiegel selbst feststellen.

Lege dazu Deine Daumen am oberen Rand Deiner Beckenknochen ab und vergleiche im Spiegel die Höhe. Dabei solltest Du etwa schulterbreit und locker stehen.

Für mehr Genauigkeit lass Dir einfach von einer zweiten Person helfen, die mit einem Maßband den Abstand Deiner Daumen bis zum Boden misst.

Ursachen eines Beckenschiefstands

Es gibt im Wesentlichen zwei mögliche Ursachen für einen Beckenschiefstand. So ist es möglich, dass man genetisch etwas Pech gehabt hat und die Beine tatsächlich deutlich unterschiedlich lang sind.

Zum Beispiel kann es sein, dass Dein Oberschenkelknochen etwas länger ist als der andere.

Die überwiegende Mehrheit der „schiefen Becken“ ist jedoch die Folge einer muskulären Dysbalance durch eine einseitige Belastung. Dieses Ungleichgewicht der Muskeln sorgt letztendlich dafür, dass an einer Seite Deiner Hüfte mehr „gezogen“ wird als an der anderen – ein Beckenschiefstand ist entstanden.

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Beanspruchst Du Deinen Körper gleichmäßig? Wenn Du jetzt mit Ja geantwortet hast, lass mich Dir kurz erklären, warum das ziemlich wahrscheinlich ein falsches Bauchgefühl war.

Fast jeder Mensch ist entweder Rechts- oder Linkshänder. Nur die allerwenigsten sind wirklich beidhändig (oder beidfüßig wenn es um Sportarten wie Fußball geht).

Bei mir als Rechtshänder ist der rechte Arm deutlich (optisch sichtbar) kräftiger als der Linke. Und das obwohl ich mich bemühe, so oft es geht den linken Arm mehr zu beanspruchen.

Nun ist ein Ungleichgewicht der Armmuskeln nicht weiter schlimm. Das fatale daran ist, dass der Mensch über die Diagonale funktioniert. Das bedeutet, dass Rechtshänder meist ein stärkeres linkes Bein haben und bei Linkshändern umgekehrt.

Wenn Du Dich im Alltag bewusst beobachtest, wirst Du merken, dass wenn Du etwas mit dem rechten Arm greifst, meist das linke Bein Dein Standbein ist.

Greift man nun konsequent alles mit rechts, ist also nicht nur der rechte Arm stärker als der linke, sondern auch das diagonale linke Bein kräftiger als das rechte (Bei den meisten Sportarten ist das übrigens genauso – Absprung beim Handball oder Basketball, Standbein beim Fußball etc.)

Die Folge ist eine starke Dysbalance, wobei das stärkere Bein mehr am Becken „zieht“ als das andere.

Der wiederum entstandene Beckenschiefstand wirkt sich nun häufig auf die komplette Wirbelsäule und die Gelenkbelastung aus und kann so zum LWS-Syndrom, Skoliose, Knieschmerzen und weiteren Folgeerkrankungen führen.

Hier noch einmal im Überblick die möglichen Ursachen eines Beckenschiefstandes:

  • Vererbte Beinlängendifferenz oder Skoliose
  • Muskelverspannungen
  • Verletzungsfolgen (Schonhaltungen, einseitige Belastung)
  • ISG-Blockade (Iliosakralgelenk)
  • Ungleichmäßiges Wachstum der Beine bei Jugendlichen (meist nur vorübergehend)
  • Fehlstellung der Halswirbelsäule, insbesondere des Atlas (bipolare Wechselwirkung in beide Richtungen, d.h. der Beckenschiefstand kann Ursache für eine Fehlstellung der HWS sein und andersherum) [2]

3 Expertentipps um Deinen Beckenschiefstand zu korrigieren

Wie Du jetzt bereits weißt, muss man wegen einem Beckenschiefstand nicht sofort unters Messer und benötigt auch nicht zwangsläufig einen Ausgleich im Schuh. Denn die häufigste Ursache sind muskuläre Dysbalancen aufgrund einseitiger Belastungen im Alltag.

Ziel muss es also sein, dieses Ungleichgewicht der Muskeln zu beseitigen, indem das schwache Bein beispielsweise im Alltag häufiger und gezielter belastet wird. Greife daher ab sofort bewusst mit Deiner schwachen Hand nach Dingen.

Ebenso wichtig sind Dehnübungen für Deine „zu starke“ Muskulatur, um die Spannung hin zum Becken wieder zu lösen.

1

Faszientraining der „zu starken“ Muskulatur

Faszien sind das Bindegewebe um Deine Muskeln, Gelenke und Organe und geben Deinem Körper den notwendigen Halt, um nicht wie ein Wackelpudding auseinander zu fallen. Gleichzeitig ermöglichen sie Dir flexible Bewegungen.

Durch Bewegungsmangel und/ oder einseitige Belastungen, Überlastungen oder auch Stress können die Faszien jedoch verkleben.

Verklebte Faszien wiederum schränken Deine Beweglichkeit ein und können zu Muskelverspannungen eben auch an der Hüfte und so schließlich zu einem Beckenschiefstand führen.

Faszien wollen bewegt und durch Druck stimuliert werden, damit Giftstoffe durch das Lymphsystem abtransportiert und Verspannungen gelöst werden können.

Besonders gut dafür eignen sich Faszienrollen, mit denen Du punktuell und gezielt Deine verspannte Muskulatur „bearbeiten“ kannst.

Faszientraining gegen Beckenschiefstand

Lege Dich also mit Deinem „zu starken“ Bein auf die Faszienrolle und rolle langsam Deine verspannten Punkte ab. Solltest Du dabei starke Schmerzen haben, verändere Deine Gewichtsverlagerung so, dass der Druckschmerz nachlässt.

Beziehe dabei auch die seitliche Muskulatur, sowie Dein Gesäß und die Oberschenkelvorderseite mit ein.

Beckenschiefstand durch Muskelverspannungen

2

Die beste Yoga-Übung gegen den Beckenschiefstand

Das Problem beim Beckenschiefstand ist meist eine verspannte Muskulatur, die den Hüftgelenkkopf in seiner Beweglichkeit einschränkt und somit auch eine optische (nicht anatomische!) Beinlängendifferenz hervorruft.

Um die Muskeln um das Hüftgelenk nun wieder zu entspannen, gibt es eine hervorragende Dehnübung aus dem Yoga – die sogenannte Taube.

Sie dehnt sowohl Deinen Hüftbeuger, Deine Oberschenkelrückseite und Dein Gesäß sowie auch das Iliosakralgelenk (welches durch das viele Sitzen auch gern blockiert) und einige weitere Muskelgruppen.

Such Dir eine weiche Unterlage (Yogamatte oder Bettdecke) und begib Dich in den Vierfüßlerstand (auf den Knien mit den Armen nach vorn abgestützt). Nun bewege Dein „zu kurzes“ Bein nach vorn und lege es leicht angewinkelt zwischen Deinen Armen ab. Das hintere Bein streckst Du nun und lehnst Deinen Oberkörper nach vorn über das angewinkelte Bein.

Verharre in dieser Dehnposition für mindestens 30 Sekunden. Wichtig dabei: es muss dehnen! Tut es das nicht, verstärke die Dehnung, indem Du zum Beispiel Dein vorderes Bein weiter nach vorn streckst. Wechsle anschließend zum anderen Bein. Du wirst sehen, dieses wird spürbar weniger „Probleme“ bereiten.

Yoga-Übung gegen Beckenschiefstand

3

Einbeinstand und einbeinige Kniebeuge zur Stärkung des „schwachen“ Beins

Um die muskuläre Dysbalance Deiner Beine auszugleichen, empfehle ich Dir außerdem, gelegentlich gezielt Dein „schwaches“ Bein zu trainieren.

Einfach aber hocheffektiv ist der Einbeinstand. Stelle Dich also auf Dein „schwaches“ Bein und halte für 30 Sekunden. Wichtig dabei ist es, auf eine gerade Körperhaltung zu achten, also nicht mit dem Becken nach links oder rechts zu kippen. Körperspannung ist also gefragt.

Fortgeschrittenen empfehle ich diese Übung mit dem Bein auf einem Balancekissen oder die einbeinige Kniebeuge.

Wichtig ist auch hier, dass Du Dich nicht überanstrengst. Denn dann verkrampfen die Muskeln wieder und Dein Beckenschiefstand bleibt.

Fazit: Die wenigsten Beckenschiefstände sind anatomisch bedingt (also vererbt).

Nimm Deine Gesundheit daher jetzt selbst in die Hand und integriere die Übungen in Deinen Alltag. Auch die Zeit vorm Fernseher eignet sich hervorragend dafür.

Was hat Dir bei Deinem Beckenschiefstand geholfen? Konntest Du Deine (optische) Beinlängendifferenz wieder ausgleichen? Ich freue mich auf Deine Erfahrungen in den Kommentaren!

Bildcredit: © Depositphotos.com: sebastiangauert | fizkes

Quellen und wissenschaftliche Studien:
[1] Der Beckenschiefstand, Harald Links, 2014 (eBook)
[2] http://wiki.yoga-vidya.de/Beckenschiefstand

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23 Kommentare zu “Die 3 besten Übungen um Deinen Beckenschiefstand zu korrigieren

  1. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Christian zwirner sagt:

    Ich habe ein verdrehtes Becken bzw eine Rotation bei der die Rechte Seite weiter vorne ist als die Linke. Durch eine Übung, ich lieg dabei am Rücken, das linke Bein ist gestreckt, das Rechte abgewinkelt sodass mein rechter Fuß auf der höhe des linken Knies ist. Dann lasse ich das rechte Bein 30-40 mal nach außen fallen. Nach dieser Übung ist der beckenschiefstand ausgeglichen(es knackst auch meistens im Becken 1-2 mal währenddessen) und ich habe keine Rotation mehr im Becken. Dieser Zustand hält aber leider nicht lange an sodass ich nach einigen Minuten wieder eine rotation im Becken habe. Kann es sein das der Antagonist zu schwach/stark ist bzw Muskeln unterschiedlich gedeht sind?

    • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
      Krystian Manthey sagt:

      Hallo Christian,
      es ist schon einmal hervorragend, dass Du eine Übung gefunden hast, mit der Du Deinen Beckenschiefstand (wenn auch nur temporär) ausgleichen kannst. Du ahnst dabei auch schon richtig: Kommt der Schiefstand nach kurzer Zeit wieder, liegt das an der umliegenden Muskulatur. Beobachte Dich am besten beim Laufen und Sitzen. Denn ein falscher (angewöhnter) Gang wie auch falsches Sitzen, können wiederum Verspannungen verursachen, die zu dem Beckenschiefstand führen. Meistens kann eine zweite Person auch bereits deutlich sehen, welche Muskeln im Stehen/Sitzen unterschiedlich stark sind. Ganz genau kann Dir das natürlich nur ein Arzt verraten. Am besten gehst Du zu einem Orthopäden und lässt Dich checken und entsprechende Übungen empfehlen.

  2. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    RS sagt:

    Guten Tag und vielen Dank für diesen Artikel.
    Ist die Grafik in der die Beschwerden gezeigt werden für beide Seiten gültig? Also kann es bei einem zu kurzen rechten Bein auch im rechten Arm zum tennisarm kommen?
    Mit freundlichen Grüßen

  3. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Henning Voges sagt:

    Hallo,
    ich (48 Jahrealt) habe seit einiger Zeit starke Rueckenbeschwerden, insbesondere Im LWS. Meine Rueckenmuskultar ist stark verspannt, grosse Schmerzen im Bereich neben der Wirbelsaeule. Mein Arzt hat einen Beckenschiefstand festgestellt sowie meine Beinlaengen verglichen (gemessen die Beinlaengen liegend vom Bauchnabel zum jeweiligen Knoechel). Die Beine sind 2cm unterschiedlich lang. Durch Ihren Artikel bin ich unsicher geworden, welche Therapie nuetzt oder schadet. Im September soll ich wohl eine Einlage bekommen sowie Reha Massnahmen. Mich wuerde Ihre Meinung interessieren.

    • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
      Krystian Manthey sagt:

      Hallo Herr Voges,
      ich selber hatte auch 2,5cm Beinlängendifferenz. Heute ist es nur noch 1cm und ich trage keine Einlage mehr. Sie hatte bei mir zwar nichts verschlimmert, aber eine Besserung ergab sich auch nicht. Das Problem bei der Einlage ist, dass die meisten Menschen einen Beckenschiefstand aufgrund von Dysbalancen und Verspannungen im Becken haben. Natürlich ergibt sich auch beim vermeintlich objektiven Messen ein Unterschied, wenn eines der Beine bildlich gesprochen stärker in den Hüftkopf gepresst ist. Denn dann ist der Abstand zwischen Kugel und Pfanne kleiner, als beim anderen Bein. Und auch eine schiefe Hüfte kann Ursache für eine gemessene Längendifferenz sein. Ich möchte Ihnen weder dazu, noch davon abraten. Denn in Fällen, in denen tatsächlich eine Differenz besteht und die von mir genannten Faktoren nicht zutreffen, ist eine Einlage durchaus sinnvoll. Als Tipp möchte ich Ihnen jedoch die Übungen hier ans Herz legen, 1-2 Monate zu probieren, bevor Sie sich für eine Einlage entscheiden. Auch der folgende Artikel könnten Ihnen helfen: Die häufigste Ursache des LWS-Syndroms und wie auch Du wieder schmerzfrei wirst
      Wichtig dabei ist konsequent am Ball zu bleiben. Denn wie sich Verspannungen und Schmerzen über Jahre bilden, so erfordert es etwas Geduld und Regelmäßigkeit, damit sie wieder verschwinden.
      Ich wünsche Ihnen alles Gute und baldige Besserung!

      • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
        Henning Voges sagt:

        Hallo Herr Manthey,

        vielen Dank fuer die ausfuerhliche Antwort, ich werde berichten, wie es mir so ergangen ist.
        P.S. Ich mache seit ein paar Monaten wieder Yoga.

  4. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Marius G. sagt:

    Hallo Herr Krystian Manthey,

    Ich habe auch seit ca. 1,5 Jahren difuse Schmerzen im Rückenbereich,mal mehr mal weniger. Mein rechtes Bein ist ca. 2 cm kürzer. Ein Orthopäde sagt mir es sei kein Problem, der andere renkt mir mein linkes ISG wieder ein und sagt nun müsste es behoben sein. Nach dem das ISG eingerenkt ist, scheint es auch für wenige Tage besser zu sein, aber nach wenigen Tagen stellt sich die Beinlängendifferenz wieder ein und das Spiel geht von vorne los. Meine Frage wäre nun, haben sie die Beobachtung gemacht, dass starke muskuläre Verspannungen im Bereich der Beine zu einer ISG Blockade und damit zu starken Rückenschmerzen führen gemacht ? bzw. würden sie diese Theorie bestätigen? Meine Orthopäden sagen immer was anderes, der eine sieht die muskulären Verspannungen als Folge, der andere als Ursache.
    Ich würde mich sehr über eine antwort ihrerseits freuen.

    Ps: Falls sie noch zusätzlich Tipps zu den oben genannten Übungen haben würde ich mich natürlich auch freuen

    Mit freundlichen Grüßen
    Marius

  5. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Marco sagt:

    Hallo,
    mein Becken ist auf der linken Seite etwas höher und zusätzlich leicht nach vorne rotiert.
    Meine Wirbelsäule macht zusätzlich ca. Auf höhe des Brustbeins einen leichten Knick nach links (leichte Skoliose).
    Könnten sie mir eventuell sagen, welche Muskeln auf welcher Seite bei mir zu stark bzw. Zu schwach sind?
    Diese Information würde mir sehr helfen, um meine Dysbalancen auszugleichen.

  6. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Marcel sagt:

    Hallo, ich habe seit einiger Zeit erhelbliche Rückenschmerzen. Durch meinen physio wurde am Samstag das Becken und die Beinlänge wieder in Einklang gebracht er sagte nur ich sollte mich zusätzlich bewegen. Sonntag morgen bei herrlichem Wetter auch eine stunde ohne schmerzen gejoggt. Montag mitttag im Büro konnte ich mich fast nicht bewegen vor schmerzen. Heute morgen habe ich gesehen dass das Becken wieder schief steht. Im seitlichen Bild sieht es aus wie ein S Becken nach hinten Brustkorb nach vorne. Der Schmerz tendiert Richtung Steißbein habe ich das Gefühl. Was außer dehnen kann ich machen?

    • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
      Krystian Manthey sagt:

      Hallo Marcel,
      wie Dir ergeht es leider immer noch sehr vielen Menschen, vor allem in den Industrienationen. Häufigster Grund ist der Bewegungsmangel am Tage, der auch durch täglichen Sport die Folgeschäden und -Schmerzen nicht ausgleichen kann, wie eine skandinavische Studie herausfand.
      Daher hilft oft nur Geduld und eiserne Disziplin sich mehr und insbesondere häufiger zu bewegen (Stichwort aktive Pausen) und sich täglich für wenige Minuten zu dehnen. Aus Erfahrung weiß ich, wie schwer das ist. Die Übungen aus der Physio habe ich in meiner Schulzeit auch nur selten ausgeführt. Seit aber nunmehr 2 Jahren dehne ich mich täglich. Weder Skoliose noch Beckenschiefstand oder anderes bereitet mir noch Schmerzen. An Tagen an denen ich jedoch “faul” war oder viel saß, merke ich wie sich alles verhärtet und blockiert.
      Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir berichten würdest, ob das geholfen hat 🙂

  7. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Alina Heldt sagt:

    Ich bin 25 und habe seit 10 Jahren Rückenschmerzen. Recht bald kam die Diagnose, dass linke bein sei 0,5cm kürzer. Einlagen halfen auch, aber die Rückenschmerzen sind nie verschwunden. Über die Jahre war ich bei mindestens 8 Orthopäden und versuche wirklich ordentlich zu trainieren, die Schmerzen bleiben jedoch. Auch der Osteopath ist ratlos, da nach ner Behandlung alles grade ist, bis zur nächsten aber wieder schief plus wiederkehrende multiple Blockierungen von Rücken wirbeln (alle 4 wochen 1 termin) . Fakt ist, mit Einlagen habe ich weniger Schmerzen. Aber soll ich mich einfach mit den bleibenden zufrieden geben?

    • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
      Krystian Manthey sagt:

      Hallo Alina,
      wenn der Schiefstand nach der Behandlung vom Osteopathen tatsächlich korrigiert ist, aber nach kurzer Zeit wiederkehrt, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Verspannungen der Grund. Diese können einerseits durch Bewegungsmangel, Übertraining und falscher Körperhaltung (Stichwort Arbeitsplatz) ausgelöst werden. Andererseits kann aber auch Stress dazu führen. Die ersten drei Punkte konnte ich bei mir mittlerweile verbessern. Als Deutsche haben wir es mit dem Stress jedoch nicht so leicht, da wir mit ihm groß geworden sind. Entspannungs- und Atemtechnicken sowie regelmäßige Pausen helfen mir aber dabei.
      Trifft möglicherweise auch bei Dir einer dieser Punkte zu?

  8. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Marko sagt:

    Hallo;
    Dein Bericht ist wirklich sehr interessant.
    Nachdem ich letzte Woche beim Arzt war und er festgestellt hat;dass mein linkes Bein 1 cm kürzer ist als das rechte Bein;habe ich eine Einlage aus Kork bekommen.
    Da ich Rechtshänder bin und auch unbewusst wirklich mein linkes Bein mehr belaste frage ich mich jetzt ob das linke Bein nun mein „ starkes“ oder „ schwaches“ Bein ist??
    Oder ist das starke Bein nun das Bein;was ich unbewusst mehr schone.(was ja nun das längere Bein ist)
    Bearbeite ich nun mit der Rolle und den Dehnübungen mein kürzeres ,was ich mehr belaste oder mein längeres Bein;was ich mehr schone??
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

    • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
      Krystian Manthey sagt:

      Hallo Marko,
      prinzipiell funktioniert der Mensch in der Diagonale. Rechtshänder belasten daher meist (nicht immer!) das linke Bein mehr. Denkt man an die meisten Sportarten wie Fußball, Hochsprung, Basketball etc. wird das noch deutlicher. Daher gilt es grundsätzlich das rechte (in der Regel schwächere) Bein zu stärken bzw. bewusst häufiger zu belasten ABER auch gleichzeitig das Linke zu dehnen. Denn das stärkere linke Bein ist durch seine Verspannungen im Hüftgelenk “weiter zusammen gepresst” bildlich gesprochen (dazu am besten das Video im Artikel ansehen).

      Grundsätzlich könntest Du nun folgendes probieren:
      1. Lass die Ferseneinlage zu Beginn weg und erprobe, ob es wirklich eine Beinlängendifferenz ist oder tatsächlich Verspannungen für den Beckenschiefstand verantwortlich sind
      2. Dazu belaste im Alltag bewusst das rechte Bein stärker, indem Du beispielsweise Deine schwache linke Hand häufiger benutzt (was zusätzlich auch kognitive Effekte hat).
      3. Dehne Dein linkes Bein mit den Übungen aus dem Artikel.

      Sei dabei konsequent und achte wirklich täglich darauf. Anfangs wird es schwer sein, aber nach wenigen Wochen bereits Routine. Lass Dich dann nochmals vom Arzt untersuchen, ob es etwas gebracht hat.

  9. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Nicole sagt:

    Hallo Krystian,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Er hat mir persönlich echt geholfen, wobei ich zugleich auch etwas verwirrt bin, da mir meine Hausarzt/ Sportmediziner und mein Orthopäde gesagt haben, dass meine Skoliose normal ist, da sehr viele Menschen die seit der Geburt haben.
    Ich bin 21 Jahre alt, habe Skoliose, eine Blockade im ISG-Gelenk, ein ungerades Becken und deswegen auch unterschiedlich lange Beine und ein ungeraden Körper. Das ist zumindest das, was mir gesagt wurde.
    Die Übungen, die du aufgezählt hast werde ich ausprobieren ob die mir etwas nützen.
    Meine Frage ist jetzt eher allgemein, und zwar hat mir mein Arzt Akupunktur verordnet um die Schmerzen zu lösen und auch die von vielen aufgeführten Schuheinlagen. Meine Arbeitskollegin hatte mir empfohlen zum Osteopathen oder zu einem “Dorntherapeuten” zu gehen. Sie hatte damit gute Erfahrung gesammelt und kann sämtliche Namen nennen, die von so einem Therapeuten behandelt wurden und jetzt schmerzfrei sind. Auch ihre Schwester mit Skoliose ist nun schmerzfrei und hat eine gerade Wirbelsäule.
    Was sagst du zu Akupunktur und den Besuch bei einem Therapeuten ?

    • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
      Krystian Manthey sagt:

      Hallo Nicole,
      das freut mich immer sehr zu hören, wenn unsere Texte Menschen helfen 🙂
      Geringe Ungleichmäßigkeiten wie auch eine Skoliose und geringer Beckenschiefstand, das hat wirklich jeder. Nichtsdestotrotz kann ein schiefes Becken auch eine Skoliose verschlimmern. Das ist immer ein Gegenspiel überall im Körper.
      Deine Geschichte spiegelt meinen Weg fast identisch wieder. Ich habe auch alles ausprobiert. Akupunktur hat mir persönlich nichts gebracht. Dennoch gibt es viele viele Studien, die die Wirksamkeit von Akupunktur und Akupressur belegen. Aber natürlich muss man auch daran glauben (das war damals bei mir nicht der Fall). Denn die menschlichen Selbstheilungskräfte wirken meist nicht oder nur schlecht, wenn sich der Kopf dagegen sträubt.
      Prinzipiell gilt: höre auf Deinen Körper und tu das, was Dir gut bekommt. Das kann bei jedem ganz verschieden sein.
      Zum Schluss noch was mir geholfen hat: Ein ergonomischer Arbeitsplatz, regelmäßige aktive Pausen, viel Dehnen und Bewegungsgewohnheiten. Und für die ISG-Blockade, kann ich Dir diesen Artikel empfehlen: 3 einfache Übungen um Deine ISG-Blockade zu lösen

  10. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Irmgard Kunzmann sagt:

    Hallo Krystian,
    ich schreibe hier für meine Tochter, die elf Jahre alt ist. Sie hat wegen ihrer Skoliose seit einigen Tagen ein Korsett. Außerdem hat sie einen Beckenschiefstand und eine Beinlängendiffetenz von 1cm. Das ist auch von außen Sichtbar, aber auch auf dem Röntgenbild von Rücken und Hüfte. Einlagen hat sie verschrieben bekommen, aber ich bin nicht glücklich damit. Die Osteopatin hat die Differenz mit Muskelverspannungen erklärt. Wie kann ich, gerade beim Kind, rausfinden was nun die Ursache ist? Gibt es spezielle Meßverfahren außer Röntgen, z.B. MRT? Das mit den Übungen ist bei Kindern eher schwierig, aber natürlich sehr wichtig. Durch das Korsett ist sie aber auch wieder etwas eingeschränkt. Gibt es spannende Übungen für Kinder, bzw. Infos dazu?
    Viele Grüße
    Irmi

    • Avatar von Krystian Mantheys Artikel
      Krystian Manthey sagt:

      Hallo Irmgard,
      ob es technische Messverfahren gibt, die auch Verkürzungen durch Muskelverspannungen berücksichtigen und aufzeigen können, das weiß ich nicht. Die Ursache aber lässt sich am einfachsten durch Dehnübungen herausfinden. Ist die Skoliose, der Beckenschiefstand und die Beinlängendifferenz danach geringer oder vollständig weg, ist es sehr wahrscheinlich, dass verspannte/verkürzte Muskeln und Faszien die Ursache sind und nicht etwas tatsächliche Verkrümmungen und Längenunterschiede.
      Das Kindern in dem Alter verständlich zu machen ist natürlich sehr sehr schwer. Da ich selbst noch keine Kinder habe aktuell, kann ich auch nur mutmaßen, was helfen könnte. Meine Ideen wären:
      1. Beispiele/Berichte/Bilder heraussuchen von Erwachsenen mit Skoliose etc., die in ihrer Kindheit nichts gemacht haben und heute schlimme Beschwerden haben (Negativbeispiel für die intrinsische Motivation)
      2. Mit positiver Motivation (Belohnung) locken. Am besten jedoch nichts materielles. Sondern jeden Tag, wenn Sie gründlich Ihre Übungen macht, darf sie Ihre Lieblingssendung sehen oder Du machst ihr ihr Lieblingsessen oder Ähnliches.
      3. Das wäre unabhängig von den ersten beiden Methoden sehr wichtig: Du solltest die Übungen gemeinsam mit Deiner Tochter machen. Auch wenn Du keinen Beckenschiefstand etc. hast. Die Übungen schaden ja nicht und machen Deinen Körper beweglicher. Damit könntest Du eine große Vorbildfunktion einnehmen.

      Ich wünsche Dir und Deiner Tochter alles Gute für die Zukunft. Melde Dich gern bei weiteren Fragen 🙂

  11. Avatar von Krystian Mantheys Artikel
    Barbara sagt:

    Hallo Krystian,
    Ich habe eine Frage. Kann ein Beckenschiefstand von 1 cm auch die Erklärung für Schulterschmerzen bzw. auch Schmerzen vorne auf Schlüsselbein-Höhe sein? Ich habe seit 6 Monaten Schmerzen an der kompletten rechten Oberkörper-Seite und habe heute erfahren, dass ich einen Beckenschiefstand habe.
    Danke im voraus.
    LG Barbara

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